Schulleiter bereut Verharmlosung von religiösem Mobbing


Ahnungslos. Es gibt in Berlins Grundschulen kein Pflichtfach, in dem die Kinder fundiert an die gemeinsamen Wurzeln der…Foto: dpa/Marijan Murat
An der Paul-Simmel-Grundschule in Berlin wird ein nicht muslimisches Mädchen von muslimischen Mitschülern bedroht. Der Schulleiter bittet um Entschuldigung – und räumt weitere Vorfälle ein.

Von Sylvia Vogt | DER TAGESSPIEGEL

Der Fall hat bundesweit Empörung ausgelöst: An der Paul-Simmel-Grundschule in Berlin-Tempelhof ist ein nicht muslimisches Mädchen wiederholt von muslimischen Mitschülern mit Schlägen und sogar dem Tod bedroht worden. Jetzt hat sich Schulleiter Thomas Albrecht in einem Schreiben an die Elternvertreter und Lehrkräfte entschuldigt und eingeräumt, dass er zuvor die Geschehnisse harmloser dargestellt habe, als sie seien.

Er schildert mehrere Vorfälle, die offenbar mehrere Kinder betrafen, und verurteilt sie als „menschenverachtend“. Zuvor hatte er wie berichtet in einem Schreiben vom 26. März an die Elternvertreter unter anderem formuliert, dass ein Mädchen von einem Mitschüler „angesprochen“ worden sei „zum Thema Glaube und Religion“. Am Mittwoch hatte es ein Krisengespräch mit dem Schulleiter, den Eltern des betroffenen Kindes, der Schulaufsicht und der Antidiskriminierungsbeauftragten gegeben. Dabei wurde vereinbart, dass die Schule zur Aufarbeitung Hilfe von externen Fachleuten bekommt.

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