Wann hört die Kirche endlich auf, sich zu verzwergen?


Zuletzt musste der Aachener Bischof Dieser seiner Landesmutter Hannelore Kraft in NRW die Treue schwören Quelle: picture alliance / dpa
Noch immer muss der Staat katholische Bischöfe für genehm erklären, bevor sie ihr Amt antreten. Und noch immer schwören Kirchenführer ihrem Regierungschef, ihn zu achten. 2018 wird dies wieder zweimal geschehen.

Von Till-Reimer Stoldt | DIE WELT

Dem Sinnlosen neuen Sinn stiften – das können Katholiken. Was die vielen Kerzen in ihren Kirchen beweisen. Früher brauchte man sie als Lichtquelle. Das erübrigte sich mit Erfindung der Glühbirne. Doch seitdem verschwanden die Kerzen nicht etwa aus den Gotteshäusern, nein, ihnen wurde eine neue unverzichtbare Aufgabe zugewiesen: Nun schaffen sie Atmosphäre.

Diese Abneigung gegen das schnöde Entsorgen alter Bräuche ist oft eine Stärke der Katholiken. Manchmal aber verwandelt sie sich in eine Schwäche. Ein aktuelles Beispiel dafür bieten die Riten bei der Ernennung eines Bischofs. Mit denen verzwergt sich die katholische Kirche geradezu. Und zwar nicht vor Gott, was ihr gut anstünde, sondern vor dem deutschen Staat. Und das wirkt für Gottes Bodenpersonal ein bisschen unwürdig.

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