Seehofer plant neue Islamkonferenz – für „deutschen Islam“

Kurz nach seiner Vereidigung erklärte Horst Seehofer, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Eine Islamkonferenz will der Innenminister trotzdem einberufen. Außerdem plant er eine Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“.

DIE WELT

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Deutsche Islamkonferenz neu beleben. Für einen besseren Zusammenhalt im Land möchte er außerdem eine Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ einrichten sowie eine Fachkommission zur Integrationsfähigkeit, kündigte der CSU-Chef in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ an.

Dabei sollen sich die Islam Konferenz und die Fachkommission zur Integrationsfähigkeit dem Thema Zuwanderung widmen sowie der Frage nach der Entwicklung eines „nach den Gepflogenheiten des deutschen Religionsverfassungsrechts verfassten deutschen Islam für die in Deutschland lebenden und sich hier zugehörig fühlenden Menschen muslimischen Glaubens und muslimischer Abstammung“. Die Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ soll sich um die „wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Alltagsprobleme der kleinen Leute“ kümmern.

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Erzbistum Freiburg stellt Millionen für mögliche Strafen zurück

Bild: tilly
Wegen gravierender Fehler bei Lohnabrechnungen musste das Erzbistum Freiburg im Jahr 2016 gut 30 Millionen Euro für mögliche Nach- und Strafzahlungen zurückstellen. Und das ist erst der kleinere Brocken.

katholisch.de

Das Erzbistum Freiburg hat 2016 fast 30 Millionen Euro für drohende Nach- und Strafzahlungen zurückgelegt. Am Freitag hat die Kirchensteuervertretung den Jahresabschluss mit dem entsprechenden Posten angenommen, wie die Erzdiözese mitteilte. Demnach wurde eine Rückstellung von 28,7 Millionen Euro für unterbliebene Sozialversicherungsabgaben und mögliche Strafen aufgebaut. Weitere gut 130 Millionen Euro sollen in der nächsten Bilanz verbucht werden, erklärte Pressesprecher Michael Hertl auf Anfrage von katholisch.de.

Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass das Erzbistum Freiburg jahrelang für über 1.000 Beschäftigte zu geringe Sozialversicherungsabgaben gezahlt hatte. Die Unregelmäßigkeiten wurden bei einer Routineprüfung der Deutschen Rentenversicherung im Mai entdeckt.

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Pferde erinnern sich an unsere Mimik

Pferde erinnern sich an unsere Mimik – und reagieren bei einer späteren Begegnung dementsprechend. © Pixabay
Gedächtnis für Emotionen: Pferde können nicht nur erkennen, ob wir sie freundlich oder böse anschauen – sie prägen sich solche Erlebnisse auch ein. Das belegt nun erstmals ein Experiment britischer Forscher. Demnach reagieren die Tiere spürbar negativ auf eine Person, wenn sie diese zuvor mit grimmiger Mimik auf einem Foto gesehen haben. Dank dieser Fähigkeit könnten die Tiere im Alltag zum Beispiel Begegnungen mit potenziell aggressiven Individuen aus dem Weg gehen, wie das Team berichtet.

scinexx

Pferde begleiten uns Menschen nun schon seit mindestens 5.000 Jahren. Damals entdeckten unsere Vorfahren die galoppierenden Vierbeiner für sich und domestizierten sie – der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Ob als Transportmittel, Arbeits- und Sporttier oder als tierischer Freund: Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd ist im Laufe unserer gemeinsamen Geschichte immer enger geworden.

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„Wir brauchen Leute, die nicht alles glauben, was ihnen im Internet gesagt wird“

Was die Welt verbindet: Das World Wide Web wird an diesem Montag 25 Jahre alt. (Foto: imago stock&people)
Vor 25 Jahren startete das World Wide Web und revolutionierte unsere Welt. Informatik-Professorin Anja Feldmann spricht über Chancen und Fehlentwicklungen.

Interview von Mirjam Hauck | Süddeutsche Zeitung

Es war die Geburtsstunde des World Wide Web: Am 30. April 1993 gab das Kernforschungszentrum Cern den Zugang zu HTML-Dokumenten über Datenleitungen zur öffentlichen Nutzung frei. Von diesem Zeitpunkt an konnte jeder auch außerhalb von Forschungseinrichtungen und Universitäten auf Webseiten zugreifen.

Das Internet existierte zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahre, doch erst das von Tim Berners-Lee entwickelte WWW war die Killer-Applikation. Über Browser wie Mosaic und später den Netscape Navigator und den Internet Explorer wurde der Zugang zu den Informationen der Welt immer einfacher. Das hat Leben und Arbeiten revolutioniert. Fragen zur Historie des Netzes an Anja Feldmann, 52, eine der führenden deutschen Internetforscherinnen, Leibniz-Preisträgerin und Direktorin des Max-Planck-Instituts für Informatik.

SZ: Wir können uns ein Leben ohne Internet, ohne WWW, also ohne Surfen, Chatten, Online-shoppen, oder Nachrichtenlesen kaum noch vorstellen. Dennoch tun wir uns schwer, das Netz zu verstehen. Ist es so kompliziert?

Anja Feldmann: Es ist ein komplexes technisches System, das immer größer wird. Und technische Systeme sind nie einfach zu verstehen, außer vielleicht für ein paar Technik-Freaks. Hinzu kommt, dass vieles im Netz nicht optimal ist, wie beispielsweise HTML oder die Browser, die wir haben. Jeder stellt Texte, Bilder, Grafiken anders dar. Keiner kann wirklich alles sehr gut. Aber die Frage ist auch, ob wir Optimalität tatsächlich brauchen. Denn zu den größten Stärken des Netzes zählen gerade seine Vielfalt und seine Robustheit, trotz aller Mängel.

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Absolute Fehlorientierung“: Gewerkschaften gegen bedingungsloses Grundeinkommen

DGB-Chef Reiner Hoffmann zu Gast bei einem SPD-Parteitag Bild: dpa
Die Kritik am bedingungslosen Grundeinkommen wächst. Jetzt äußern sich auch die Chefs der wichtigsten Gewerkschaften mit drastischen Worten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Gewerkschaften lehnen ein bedingungsloses Grundeinkommen als Ausweg aus einem befürchteten Verlust von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung ab. „Menschen mit einer Stillhalteprämie aufs Abstellgleis zu stellen, weil ihnen keine Perspektive in der Erwerbsarbeit angeboten werden kann, ist keine Lösung“, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann vor dem „Tag der Arbeit“ am Dienstag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Der Ruf nach einem bedingungslosen Grundeinkommen ist eine absolute Fehlorientierung.“ Es sei auch unklar, wie das finanziert werden könnte. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann erklärte seine ebenfalls ablehnende Haltung in der „Heilbronner Stimme“ damit, dass „Menschen nicht glücklich sind, wenn sie daheim sitzen und alimentiert werden“.

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Walhai: Rekordwanderung im Pazifik

Begegnung mit einem Walhai vor der Küste Panamas. Der Fisch war etwa fünf Meter lang, Walhaie können jedoch eine Länge von zwölf Metern erreichen. © Sam Farkas / NOAA OAR 2014 Photo Contest
Gigantische Ausdauer: Forscher haben die längste jemals gemessene Wanderung eines Walhais beobachtet. Dafür hatten sie drei Exemplare dieser Haiart mit Peilsendern ausgestattet. Ein Weibchen namens Anne schwamm innerhalb von gut zwei Jahren von der Küste von Panama bis zum Marianengraben nahe den Philippinen – über 20.000 Kilometer quer durch den Pazifik. Mit ihrer Studie wollen die Forscher die Wanderungen der mysteriösen Tiere besser verstehen und den Artenschutz unterstützen.

scinexx

Walhaie (Rhincodon typus) sind die größten Fische unseres Planeten und doch ist nur sehr wenig über die sanften Riesen bekannt. Die bis zu zwölf Meter langen Haie filtern Plankton, Krill und andere kleine Tierchen aus dem Wasser und gelten als ungefährlich für den Menschen. Der Großteil von ihnen schwimmt durch die warmen Gewässer des Pazifiks. An manchen Stellen vor Australien, Mexiko oder den Seychellen können sich 500 oder noch mehr Tiere versammeln – ein beeindruckendes Spektakel für jeden Zuschauer. Um zu diesen Orten zu gelangen, legen die Giganten gewaltige Strecken zurück.

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Hexensabbat, Maibäume und Krawalle – Die Walpurgnisnacht naht

Kein Monat des Jahres wird wohl von so vielen Festen und Bräuchen begleitet wie der Mai. Oft steht der Maibaum dabei im Mittelpunkt. Aber auch die Hexen tanzen wieder.

DOMRADIO.DE

Jetzt tanzen sie wieder, die Hexen und Teufel. In der Walpurgisnacht auf den 1. Mai feiern jedes Jahr rund um den Brocken im Harz Tausende Menschen ein karnevalistisch angehauchtes Volksfest mit Märkten, Feuerzauber und Tanz. Da der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag in diesem Jahr auf einen Dienstag fällt, dürfen sich viele Bundesbürger auf ein langes Wochenende freuen.

1896: Erste Walpurgisnacht im Harz

Die erste organisierte Walpurgisfeier auf dem Brocken ist aus dem Jahr 1896 überliefert. Auch anderes Brauchtum ist mit dieser Nacht verbunden: Hunderte Hexenfeuer lodern in der sorbischen Oberlausitz – und begrüßen den Frühling. In Göda bei Bautzen findet wieder das traditionelle Hexengericht statt: Eine „Stara Jeba“ (alte Hexe), verkörpert durch eine Strohpuppe, wird in einer Gerichtsverhandlung für alles Schlechte im vergangenen Jahr angeklagt und muss dafür im Feuer büßen.

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Die Angst vor der eingeschleppten Tuberkulose

Wissenschaftlern ist es gelungen, einen europaweiten Ausbruch eines multiresistenten Stamms der Tuberkulose (TB) bei 29 Flüchtlingen nachzuweisen. Die Flüchtlinge waren über das Horn von Afrika nach Deutschland gelangt. Quelle: WELT/Kevin Knauer
Seit der Flüchtlingskrise gibt es wieder mehr Tuberkulose-Fälle in Deutschland. Gefährlich sind dabei Infektionen, gegen die Antibiotika nicht mehr helfen. Zur Bekämpfung setzt die Regierung vor allem auf eine Strategie.

Von Claudia Ehrenstein | DIE WELT

Die deutschen Gesundheitsbehörden wussten sehr genau, warum sie Asylsuchende nach ihrer Ankunft in einer Erstaufnahmeeinrichtung auf Tuberkulose (Tbc) untersuchen ließen: die Infektionskrankheit ist in Osteuropa, den Ländern der ehemaligen Sowjetunion ohne das Baltikum (Gus) und in Afrika sehr verbreitet. Drei Viertel der Tbc-Patienten, die 2016 in Deutschland registriert wurden, kamen aus dem Ausland – allen voran aus Somalia, Eritrea, Afghanistan, Syrien und Rumänien.

Durch die Flüchtlingskrise war die Zahl der registrierten Tbc-Fälle in Deutschland nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) zunächst angestiegen: von 5426 im Jahr 2014 auf 5837 (2015) und 5959 (2016). Im vergangenen Jahr ging die Zahl leicht auf 5486 zurück. Was Experten weiterhin beunruhigt, sind Erregerstämme, die bereits gegen zwei oder mehrere der wichtigsten Antibiotika resistent sind. Der Anteil dieser multiresistenten Keime liegt laut RKI derzeit insgesamt bei rund drei Prozent; bei Patienten aus den Gus-Staaten sind es jedoch mehr als 15 Prozent.

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Braucht es für die Schule bald einen DNA-Test?

In welchem Kind schlummert das Genie? Forscher wollen mit DNA-Tests das kognitive Potenzial von Kindern abschätzen. (Bild: Your Photo Today)
Forscher entdecken immer mehr Gene, die unsere Intelligenz beeinflussen. Die ersten DNA-Tests sind bereits auf dem Markt. Warum sie nichts taugen.

Von Theres Lüthi | NZZ am Sonntag

Ungefähr alle zehn Jahre wird der Streit darüber entfacht, ob Intelligenz angeboren ist oder nicht, verknüpft mit der Frage, ob Schwarze, Ausländer, Frauen nicht vielleicht von Natur aus ein wenig dümmer sind – so war unlängst in einer deutschen Zeitung zu lesen. 2018 ist nun wieder so ein Jahr. Mit einem Artikel, der den Titel «The New Genetics of Intelligence» trägt und im März im renommierten Fachjournal «Nature» erschienen ist, hat der Verhaltensgenetiker Robert Plomin den Streit um die genetischen Grundlagen von Intelligenz neu lanciert.

«Intelligenz ist stark vererbbar und eignet sich besser zur Vorhersage von Bildungsstand, beruflichem Erfolg oder Lebenserwartung als jede andere Eigenschaft», schreibt der Professor, der am King’s College in London tätig ist. Doch welche unserer rund 20 000 Gene die Intelligenz beeinflussen, war bis vor kurzem unklar. Noch vor einem Jahr war kein einziges Gen bekannt, das mit ihr in Verbindung gebracht werden konnte. Dies hat sich geändert.

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Skripal-Nervengift-Anschlag ist aus der medialen Aufmerksamkeit verschwunden

Grafik: TP
Es war die große Aufregung, bis dann der angebliche Giftgasangriff in Douma geschah. Die britische Regierung verknüpfte schnell den Anschlag auf den Doppelagenten Skripal und seine Tochter mit dem angeblichen Giftgasangriff, um Russland an den Pranger zu stellen und die Gefahr vor dem Putin-Staat zu beschwören, dem mehr oder weniger alles zuzutrauen sei.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Gemeinsam mit dem vorpreschenden Frankreich, das mit Präsident Macron um eine privilegierte Beziehung zu Washington buhle, wurden schließlich von den USA und Großbritannien, ohne Aufklärung der Chemiewaffeninspekteure abzuwarten und in deren Anwesenheit in Syrien, Ziele der syrischen Regierung bombardiert.

Doch seitdem hört man von der Aufklärung über beide Vorfälle kaum mehr etwas. Mit dem Bombardement scheint man auch die Medienaufmerksamkeit begraben zu haben, einzig Russland versucht weiterhin, die Anklagen zurückzuweisen und seine Deutung medial zu verbreiten. So wurden unlängst angebliche Zeugen zur russischen Botschaft bei der OPCE in Den Haag gebracht, um die russische These zu demonstrieren, dass der Giftgasangriff, von den Weißen Helmen dokumentiert, eine große Inszenierung gewesen sei. Die These ist, dass normale Bomben die Menschen getötet und der dabei entstehende Staub bei anderen zu Erstickungssymptomen geführt habe. Sechs der Zeugen, die von Russland nach Den Haag gebracht wurden, seien auch bereits von der OPCW befragt worden.

Im Westen wird Russland mit dieser Behauptung, die auf nicht weniger bezweifelbaren Aussagen wie die Filme der Weißen Helme beruht, als bizarr, obszön, jedenfalls als verhüllende und ablenkende Desinformation abgetan. Dabei haben die Inspektoren der OPCW bislang weiterhin keinen Bericht vorgelegt. Die OPCW war allerdings nicht von der Vorführung der Zeugen angetan, Russland hätte damit bis zum Abschluss warten sollen.

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Mikroplastik im Biodünger: Forscher fordern mehr Aufmerksamkeit

(Bild: topfklao / Wikipedia / PD)
Die Uni Bayreuth hat gezeigt, dass selbst im eigentlich so guten biologischen Dünger Mikroplastik stecken kann, den die Bauern kaum loswerden. Dagegen sei der Bürger gefragt – und der Staat.

Ben Schwan | heise online

Forscher der Uni Bayreuth haben vor einigen Wochen in einer Studie gezeigt, dass selbst in Biodünger mittlerweile Mikroplastik enthalten ist. Für diesen Eintragsweg ist allein der Mensch verantwortlich, wie Ruth Freitag, eine der an der Studie beteiligten Forscher und Professorin für Bioprozesstechnik, im Interview mit Technology Review sagte („Ist das Mikroplastik im Boden, wird es schwierig“). Mikroplastik sei inzwischen in den entlegensten Gebieten der Welt angekommen und werd uns noch viele Jahre begleiten.

Die Mengen an Kunststoff sind im Biodünger unterschiedlich groß – und das sei eine direkte Folge der Verarbeitungsprozesse. „Das Plastik entsteht nicht in der Anlage, sondern gelangt mit dem Biomüll dorthin. Also jede Plastiktüte, die nicht in den Biomüll geworfen wird, hilft das Problem zu verringern.“

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Verschwörungstheorien: Was hilft?

foto: picturedesk.com Verschwörungstheorien: „Alles mit allem verbunden.“

Verschwörungstheorien befinden sich im Aufwind. Michael Butter leitet ein Forschungsprojekt zum Thema und weiß, wie schwer Verschwörungstheoretiker vom Gegenteil zu überzeugen sind. Was hilft? Mehr Medienkompetenz

Interview Ingo Peitz | derStandard.at

STANDARD: Haben Sie so etwas wie eine Lieblingsverschwörungstheorie?

Butter: Ich empfinde an vielen Verschwörungstheorien eine gewisse Freude. Nicht so sehr an den gegenwärtigen, da man da gleich die problematischen Aspekte und Gefahren mitdenkt, aber die Theorien des 19. Jahrhunderts haben es mir schon sehr angetan. Wie beispielsweise die Idee, die viele Amerikaner haben, dass die katholische Kirche und der Papst unter der Führung des österreichischen Fürsten Metternich die USA zerstören wollten. Ähnlich ist es bei Ideen aus dem 20. Jahrhundert wie denjenigen bezüglich der Mondlandung, die aufgrund der teilweise sehr kreativen angeführten visuellen Beweise überzeugend wirken können. Einen gewissen Reiz hat auch die Theorie des ehemaligen Fußballprofis David Icke, dass wir von Reptilien-Aliens aus dem All beherrscht werden. Das ist schon wieder so absurd, dass es auch sympathisch ist.

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Wie der BND einen Abgeordneten in Bedrängnis brachte

Unter Beobachtung. Der Prozess im Amtsgericht ist das Nachspiel zu einer Staatsaffäre namens NSA-Skandal, die auch den BND in…Foto: Stephan Jansen, pa/dpa
Roderich Kiesewetter von der CDU war im NSA-Skandal ein glühender Verteidiger des Bundesnachrichtendienstes. Dann wurde er ein Politiker, der zu viel wusste. Jetzt sagt der CDU-Abgeordnete als Zeuge gegen einen BND-Mitarbeiter aus.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Es sollte selten vorkommen, dass Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes, der Auslandsaufklärung der Regierung, Abgeordnete des Deutschen Bundestags beobachten. Doch am nächsten Donnerstag wird es wieder so weit sein. Amtsgericht Tiergarten, Saal 862: Vorne, vor dem Richter, sitzt dann der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter. Hinten im Zuschauerraum der BND. Kiesewetter redet, der BND schreibt mit. Daneben ein schweigender BND-Mann als Angeklagter, dem vorgeworfen wird, Geheimnisse aus seiner Behörde verraten zu haben.

Es handelt sich um das jüngste Kapitel in der schwierigen Beziehungsgeschichte zwischen Kiesewetter und dem Geheimdienst. Und es dürfte den Beteiligten, allen Beteiligten, recht sein, dass sich das Publikum weitgehend von der Szenerie verabschiedet hat. Es ist das Nachspiel zu einer Staatsaffäre namens NSA-Skandal, die auch den BND in Bedrängnis brachte und den zuständigen parlamentarischen Untersuchungsausschuss an die Grenzen seiner Kapazität. Wäre damals, im Streit um das Treiben der amerikanischen Spionagebehörde National Security Agency, öffentlich geworden, was mittlerweile bekannt ist, hätte der Nachrichtendienst wohl die nächste Ausspäh-Affäre durchzustehen gehabt.

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Dumm gelaufen: Russland kündigt den Nato-Luftransport auf

Antonov-124. Bild: Nasa
Vor allem die Bundeswehr bediente sich der Antonov-Maschinen sowjetischer Bauart, um vom Flughafen Leipzig/Halle gepanzerte Fahrzeuge, schweres Gerät und Versorgungsgüter zu transportierten

Dirk Eckert | TELEPOLIS

Die Bundeswehr hat schon wieder ein Problem. Wieder bei den Transportkapazitäten, aber diesmal geht es nicht darum, Waffen und Gerät an die neue Nato-Grenze in Osteuropa zu verlegen, sondern in weit entfernte Einsatzgebiete wie Afghanistan in Zentralasien oder Mali in Westafrika. Bislang wurden dafür Antonov-Maschinen sowjetischer Bauart benutzt, die vom Flughafen Leipzig/Halle starteten und gepanzerte Fahrzeuge, schweres Gerät und Versorgungsgüter transportierten.

Die Antonov-Machinen kommen aus der Ukraine und Russland und sind angemietet. Aber jetzt hat die russische Seite die Zusammenarbeit vertragsgemäß zum Jahresende aufgekündigt. Man darf wohl annehmen, dass die westlichen Sanktionen Russland nicht gerade ermutigt haben, weiterhin Logistikdienstleister für die Bundeswehr zu spielen. Die steht jetzt vor einem Problem und muss mit weniger Transportkapazitäten klarkommen.

Die russische Volga-Dnepr Airlines und die ukrainische Antonov Airlines stellen seit 2006 am Flughafen Leipzig/Halle Antonov-An-124-Flugzeuge für Nato-Länder bereit, wobei zwei Antonov-Maschinen ständig in Bereitschaft stehen. Die riesigen Flugzeuge können sogar gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber transportieren, wobei beim Be- und Entladen die Bugnase samt Cockpit hochgeklappt wird.

Die Zusammenarbeit läuft unter dem Namen SALIS (Strategic Airlift International Solution – Internationale Lösung für den strategischen Lufttransport). Der größte Nutzer ist Deutschland, aber auch Belgien, Tschechien, Frankreich, Ungarn, Luxemburg, Norwegen, Polen, die Slowakei und Slowenien nutzen SALIS.

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Lawrow: USA wollen Nahen Osten neu formatieren

YPG und US-Armee im syrischen al-Hasaka. Bild: Qasioun News Agency / CC BY 3.0
Der russische Außenminister wirft der US-Führung vor, dass sie tatsächliche Pläne zur Aufspaltung Syriens verdeckt

Thomas Pany | TELEPOLIS

„Russland verschärft den Ton im Syrien-Konflikt“, berichtet die Tagesschau am heutigen Sonntag. Zitiert wird der russische Außenminister Sergej Lawrow, der den USA vorwirft, dass sie den Nahen Osten „neu formatieren wollen“ und dabei Syrien in Teile aufspalten wollen.

Erklärungen der USA zum Erhalt der territorialen Integrität Syriens seien bloße Worte, welche diese tatsächlichen Pläne verdecken, so die Einschätzungen Lawrows nach dem Treffen mit seinem iranische Kollegen Zarif und dem türkischen Außenminister Cavusoglu in Moskau, wie sie der Tagesschau-Bericht wiedergibt.

Die Luftangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs Mitte April auf Ziele in Syrien hätten die Lage sehr verschärft, so der Vorwurf des russischen Außenministers. Die beiden Themen Aufteilung Syriens und die Chemiewaffen hatte zuvor schon der französische Präsident Macron miteinander verbunden.

Frankreich lässt seit längerer Zeit schon durch seinen Außenminister Le Drian wissen, dass es im Westen keinerlei Absicht gebe, das miliitärisch kontrollierte Gebiete in Syrien an eine Regierung unter Baschar al-Assad zurückzugeben (Rakka wird nicht an Baschar al-Assad zurückgegeben). Macron verdeutlichte in seinen kürzlichen Aussagen, dass die Luftangriffe vom 14. April nicht bloß Vergeltung für einen Chemiewaffenangriff seien, sondern auch Teil einer Politik für ein „neues Syrien“ (Macron: „Iran und al-Assad werden einen neuen Krieg vorbereiten“).

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Dodo Spahn will Pflegeprogramm aufstocken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will noch vor der Sommerpause ein Sofortprogramm gegen den Personalmangel in Kliniken und Pflegeheimen auf den Weg bringen. „Es gibt große Probleme in der Pflege“, sagte Spahn dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Ausgabe vom 28. April).

evangelisch.de

In Kliniken und Heimen habe es in den vergangenen Jahren „eine wahnsinnige Verdichtung der Arbeit“ gegeben, bei den Pflegekräften beobachte er „eine gefährliche Vertrauenskrise“. Auch der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach dringt darauf, entsprechende Verbesserungen schnell auf den Weg zu bringen.

Ein Gesamtpaket für eine größere Attraktivität des Berufsstandes soll laut Spahn für mehr Kranken- und Altenpfleger sorgen. „Mein Ziel ist, dass in jeder der 13.000 stationären Alten-Pflegeeinrichtungen in Deutschland zusätzliches Personal ankommt“, sagte Spahn. Damit geht der CDU-Politiker über die Vorgaben des Koalitionsvertrags hinaus, in dem bislang nur eine Zahl von 8.000 zusätzlichen Stellen für ein Sofortprogramm genannt wird. Sie könne nur ein erster Schritt sein, sagte Spahn.

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Darum könnte die Kastanie aus dem Stadtbild komplett verschwinden

Der Stumpf einer gefällten Kastanie auf der Moorweide am Bahnhof Dammtor. Einige Kastanien im Park vor dem Dammtorbahnhof, zum Teil über 100 Jahre alt, mussten wegen eines Bakteriums der Gattung Pseudomonas gefällt werden Quelle: dpa
Im Norden löst ein Bakterium eine Kettenreaktion aus – am Ende verbluten die stolzen Bäume von innen. Die Schäden sind weit größer als bisher bekannt – und nachgepflanzt wird nicht.

DIE WELT

In Schleswig-Holstein ist ein wesentlicher Teil der städtischen Kastanienbestände von einer durch ein Bakterium ausgelösten „Komplexkrankheit“ befallen. In Lübeck sei die Hälfte der rund 600 Stadtbäume betroffen, sagte Karsten Jäkel vom Bereich Stadtgrün und Verkehr auf Anfrage der deutschen Presse-Agentur. Auch in der Landeshauptstadt Kiel sind nach Angaben des zuständigen Baumsachverständigen Karsten Breier fast 40 Prozent des Kastanienbestands erkrankt. In Flensburg steht es aufgrund der Krankheit um knapp 30 Prozent der Bäume schlecht, wie ein Sprecher des Technischen Betriebszentrums (TBZ) mitteilte.

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Kanzleramtschef Braun hält an Werbeverbot für Abtreibungen fest: „Wir wollen keine Plakate am Straßenrand“

Kanzleramtsminister Helge Braun lehnt eine Streichung von Paragraf 219a ab, in dem das Werbeverbot für Abtreibungen festgeschrieben ist. „Eine Abschaffung des Paragrafen kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Braun der „Bild am Sonntag“.

DOMRADIO.DE

Er glaube dennoch, dass es im Streit um das Werbeverbot eine Einigung in der großen Koalition geben werde. „Einig sind sich Union und SPD, dass wir Informationen für betroffene Frauen zur Verfügung stellen wollen und den Ärzten Rechtssicherheit garantieren wollen“, so Braun weiter: „Jedenfalls werden wir beide Ziele erreichen.“ Eine Streichung des Paragrafen sei dafür „nicht unbedingt“ erforderlich.

Braun warnte zugleich vor möglichen Folgen einer kompletten Abschaffung des Werbeverbots: „Wir wollen keine Plakate am Straßenrand, auf denen für Abtreibungskliniken geworben wird, wie ich sie schon in anderen Ländern gesehen habe.“

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How to Reason With Flat Earthers (It May Not Help Though)

Credit: SpaceX
Thinking that the earth might be flat appears to have grown in popularity in recent years. Indeed, flat earthers are gathering for their annual conference this year in Birmingham, just two miles from my own university.

By Nikk Effingham | SPACE.com

But the earth isn’t flat. Unsurprisingly, this isn’t hard to prove. But as scads of YouTube videos demonstrate, these proofs fail to convince everyone. A glance at the comments show there’s still vitriolic disagreement in some quarters.

Philosophy can explain why. Consider one, standard, flat earth line: „Can you prove the world is round?“ Maybe you point to the (often artificially assembled) photos of Earth from space. Or possibly you rely on the testimony of astronauts. The flat earther knocks it all back. The standard of proof is higher, they say. You haven’t been to space. You haven’t seen the round earth.

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