Kleinkirchen wachsen rasant – und werden zur Gefahr für „Volkskirchen“


In der Freikirche ICF Kraichgau findet ein Gottesdienst statt. Freikirchen verzeichnen in Baden-Württemberg immer mehr Zulauf. dpa
Der Countdown läuft, die Computeruhr rechts unten an der Leinwand zählt runter: Gottesdienst um 10 Uhr 30, die Predigt wird nachher per Video übertragen. Im mit roten Kinosesseln ausgestatteten Raum am Stadtrand von Bretten bei Karlsruhe erheben sich die ersten Gläubigen. Die Band tritt auf die Bühne, Musik.

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Etwa 180 Menschen haben sich wie jeden Sonntag hier versammelt unter dem Dach der Freikirche International Christian Fellowship (ICF). „Du bist für immer“, singen sie, ein leiser, fast hypnotischer Refrain. Der „Moderator“ Henning Krockow liest einen Psalm, spricht ein kurzes Gebet, gibt Terminhinweise. Mehr Musik. Auf der Leinwand beginnt Pastor Daniel Heer aus Karlsruhe zu predigen.

„Weit ausstrahlende Wirkung“

Freikirchen wie ICF haben Zulauf. Zwar gibt es die „etablierten“ Freikirchen wie Methodisten, Baptisten oder Mennoniten schon lange. Ein sehr viel neueres Phänomen sind freie, unabhängige Gemeinden – teils bleiben sie klein und unbemerkt, teils entwickeln sie sich zu großen Bewegungen „mit weit ausstrahlender Wirkung“, wie Reinhard Hempelmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) schreibt.

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