Polen: Es geht nicht nur um Abtreibung!


„Black Friday“-Demonstration in Warschau. Bild: Ewa Rogala
Das Recht auf Schwangerschaftsabbruch soll auf radikale Art beschnitten werden, was auch Aktivitäten rund um mögliche Schwangerschaften, Verhütung, Fruchtbarkeit betrifft

Norbert Rost | TELEPOLIS

Deutschlands östliches Nachbarland ist im Umbruch. Deutlich wird dies jüngst an einer großen Demonstration in Warschau, bei der nach behördlichen Schätzungen 55.000 Menschen teilnahmen, die allerdings in den staatlichen Medien Polens kaum Aufmerksamkeit erzielte. Die Demonstration richtete sich gegen die Verschärfung des polnischen Abtreibungsrechts. Nach Umfragen sprechen sich 70 Prozent der Bevölkerung dagegen aus.

Mit der Verschiebung der polnischen Politik in Richtung nationalistischem Konservatismus und unterstützt durch einen starken Katholizismus polnischer Prägung wollen die Regierungsparteien das Recht auf Schwangerschaftsabbruch auf radikale Art beschneiden. „Ungeborenes Leben gilt als heilig“ fasst Joanna Ławicka, Präsidentin der Stiftung „Prodeste“, jene politische Haltung zusammen, aus der heraus der Gesetzesentwurf entsteht.

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