Verstrahlte im Rassenkrieg


Selbstdarstellung der „Atomwaffen Division“. Bild: Screenshot aus einem Video von ProPublica/YouTube
Mordlust und Lächerlichkeit – zwei unabdingbare Zutaten für die Selbstdarstellung der terroristischen Rechten

Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Im globalen Theater der Grausamkeiten gilt es, immer neue Spitzenwerte der Entmenschlichung zu erreichen. Einige junge Amerikaner liegen aktuell ziemlich weit vorne, und sie benutzen für ihre corporate identity einen deutschen Namen und Symbole aus der Nazizeit.

Ein Neo-Nazi, der die Eltern seiner Freundin erschießt, weil sie ihn ablehnen. Ein muslimischer Neo-Konvertit, der beschließt, zwei seiner Neo-Nazi-Mitbewohner zu ermorden, mit denen er vorher befreundet war. Ein homosexueller, jüdischer Student, der von einem ehemaligen Klassenkameraden, ebenfalls ein Neo-Nazi, erstochen wird.

Was haben diese schrecklichen Taten aus den Jahren 2017 und 2018 gemeinsam, außer den allgemeinen, massenmörderischen Überzeugungen ihrer Täter? Zumindest zwei Dinge: Alle Täter standen mit einer Gruppe namens „Atomwaffen Division“ in Verbindung, die schon seit 2015 besteht, und die offenbar beschlossen hat, dass die Zeit für einen Rassenkrieg gekommen ist. Und zweitens sind die Mörder alle weiß, männlich und um die 20 Jahre alt.

Im Grunde hätte man es ahnen können. Die „Atomwaffen Division“ hat nachhaltig und immer wieder angekündigt (unter anderem über ihren Youtube-Kanal), dass sie bereit ist, den Weg vom Lächerlichen zum Grausigen zu gehen, wie das ihre Helden früher schon getan haben: Adolf Hitler, Charles Manson und Anders Breivik zum Beispiel.

Offenbar war es die mannhafte und heroische Tat von James Alex Fields in Charlottesville, die hier als Initialzündung diente. Als er eine Antifaschistin bei einer Demonstration mit seinem Auto ermordete, gab das den Helden der „Atomwaffen Division“ den letzten Schub.

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