Das Kopftuch ist nicht Privatsache


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In Österreich folgt das Verhältnis von Staat und Religion dem sogenannten kooperativen Modell. Es entspricht damit eher einer gradierten Trennung als einem klaren Prinzip.

Von Niko Alm | Wiener Zeitung

In den 16 gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften sieht die Republik einen Typus Organisation, der geeignet ist, einen positiven Beitrag für Staat und Gesellschaft zu liefern. Der Staat gesteht den willkürlich anerkannten Religionsgemeinschaften die besondere Form einer Körperschaft öffentlichen Rechts zu. Damit sind rechtliche Privilegien verbunden, die von anderen religiösen und nicht-religiösen Weltanschauungsgemeinschaften und ihren Mitgliedern nicht ausgenützt werden können.

Rechte und Pflichten der Religionsgemeinschaften
Wie dieser Zustand mit Religionsfreiheit oder Verfassung vereinbar ist, ist ein anderes Thema. Dass innerhalb der 16 anerkannten Religionen die Privilegien auch noch abgestuft sind, trägt zur Komplexität der Verhältnisse bei. Religion ist in Österreich nicht Privatsache, solange der Staat privilegierte Partner kiest.

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