Wissenschaftsjournalismus: Was gedruckt wird und was nicht


Stephen Hawking im Juni 2012. Bild: dapd
Auch im Wissenschaftsjournalismus herrschen Gesetze, die nicht nur mit der Wissenschaft zu tun haben. Leben und Werk Stephen Hawkings können hier als Illustration dienen.

Von Jörg Albrecht | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Leben und Werk von Stephen Hawking sind ein schönes Beispiel dafür, wie Wissenschaftsjournalismus funktioniert. Meine ersten Schritte in diesem Metier unternahm ich Anfang der achtziger Jahre. Hawking hatte da bereits seine wichtigsten Beiträge zur Kosmologie geleistet und unter anderem bewiesen, dass es im Universum Singularitäten geben muss, an denen die Raumzeit nicht mehr definiert ist. In den Redaktionen hatte sich das noch nicht groß herumgesprochen.

Ich arbeitete damals bei den inzwischen verblichenen Westermanns Monatsheften und hievte mit etwas Mühe ein Porträt des in Fachkreisen längst berühmten Astrophysikers ins Blatt. Woraufhin ein Kollege, der eine kurze Vorschau dazu schreiben sollte, mich bat, Hawkings Arbeit in einem Satz zusammenzufassen. „Wie, ein Schwarzlochforscher?“, fragte er zurück; er hätte auch Spinner sagen können.

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