Katalonien-Konflikt: Ungläubigkeit, Empörung und Wut


Carles Puigdemont tritt nach seiner Freilassung aus der Justizvollzugsanstalt in Neumünster vor die Presse. (Foto: dpa)
Die Freilassung von Separatisten-Führer Puigdemont in Deutschland verärgert viele in Madrid, sie sehen „ein Desaster für Spanien“.

Von Thomas Urban | Süddeutsche Zeitung

Die Entscheidung hat die Führung in Madrid überrascht. Premierminister Mariano Rajoy hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass der katalanische Ex-Premier Carles Puigdemont nun so schnell aus deutscher Haft kommen würde, wenn auch unter Auflagen. Nach Berichten der Madrider Presse bewegen sich die Reaktionen bei den regierenden Konservativen zwischen Ungläubigkeit, Empörung und Wut. Die spanischen Justizbehörden hatten einen Europäischen Haftbefehl gegen Puigdemont ausgestellt, zur Begründung wurden die Tatbestände Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Gelder angeführt. Den ersten Punkt aber hat das Oberlandesgericht Schleswig als unbegründet verworfen. Spaniens Justizminister Rafael Catalá erklärte dazu einsilbig: „Die Regierung hat immer Gerichtsentscheidungen respektiert, ob sie ihr gefallen haben oder nicht.“ Allerdings sei das Verfahren ja längst nicht abgeschlossen.

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