Dodo Lütz Sachbuch: Geliehene Belege, Halbwahrheiten und peinliche Medienschelte


„Gott“-Autor Lütz signiert (CC-by-nc-sa/3.0 by Kuro Sawai)

Für Manfred Lütz ist die Skandalisierung von Christentum und Kirche selbst ein Skandal. Um das zu belegen, betreibt er mit geliehenen Belegen, Halbwahrheiten und Medienschelte eine peinliche Schönfärberei.

Von Friedrich Wilhelm Graf | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Endlich wird die reine geschichtliche Wahrheit offenbar. Manfred Lütz, Theologe, Psychiater und Autor einiger Bestseller, will „die geheime Geschichte des Christentums“ erzählen und die vielen „Falschinformationen“ aufdecken, die gerade das katholische Christentum zur „unbekanntesten Religion der westlichen Welt“ gemacht hätten. Dabei geht es Lütz keineswegs nur um seine Kirche. Weil die „Totalsäkularisation“ des zwanzigsten Jahrhunderts die Gesellschaft „in eine schwere Krise gestürzt“ habe, soll die Aufklärung über die skandalöse Verfälschung der Christentumsgeschichte dazu dienen, dem Gemeinwesen „durch Neubesinnung auf die christlichen Wurzeln“ wieder ein tragfähiges „geistiges Fundament“ zu geben.

Lütz schreibt Geschichte in religionspolitischer Absicht. Die Widerlegung der antichristlichen Geschichtslügen, die schlecht informierte Journalisten verbreiteten, soll die Attraktivität der Kirche als Sinninstanz steigern. Im heroischen Kampf gegen die medialen „Diffamierungskampagnen“ beruft Lütz sich auf „den heutigen Stand der historischen Wissenschaft“, die „zum Teil erstaunliche Ergebnisse geliefert“ habe. Und macht aus achthundert zweihundertachtzig Seiten: Seine Zitate entnimmt er nämlich weithin der materialreichen Monographie „Toleranz und Gewalt“ (2007) von Arnold Angenendt, der bei Lütz als Mitarbeiter firmiert.

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4 Comments

  1. (In Anlehnung an Friedrich Nietzsche´s : Nihilist und Christ…)

    Lütz und unnütz das reimt sich, das reimt sich nicht bloss!

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