Der Auszug von Jaish al-Islam aus Ost-Ghouta


Jaish al-Islam-Kämpfer. Bild: Qasioun News Agency / CC BY 3.0
Die unendlichen Kriege in Syrien: Saudi-Arabien und die verlorene Hoffnung des Westens

Thomas Pany | TELEPOLIS

Mit dem Abzug der Miliz Jaish al-Islam aus Ost-Ghouta fällt eine Bastion des Widerstands gegen die syrische Regierung. Damit ist eng verknüpft, dass für alle daran Interessierte die wahrscheinlich nicht mehr so leicht wiederkehrende Möglichkeit verloren geht, Damaskus aus nächster Nähe mit vergleichsweise unaufwändigen Mitteln empfindlich zu treffen.

Am Fall von Baschar al-Assad haben viele Staaten Interesse, was sie auch schon früh durch die Unterstützung seiner Gegner mit Waffen, anderem Kriegsmaterial, Geld, politische Bühnen und PR dokumentiert haben – so zum Beispiel Saudi-Arabien, das zu den großen Förderern der Jaish al-Islam gehört.

Die Kontakte wurden früh geknüpft. Der frühere Führer von Jaish al-Islam, Zahran Alloush, der maßgeblich die bis zu seinem Tod im Dezember 2015 (den die USA betrauerten) weit ausgedehnte Herrschaft seiner Miliz in Ost-Ghouta aufgebaut hatte, hatte neben politischen auch starke religiöse Anknüpfungspunkte mit Saudi-Arabien, was die Zusammenarbeit erleichterte.

Der Salafist gehörte – anders als Dschihadisten der al-Qaida – einer fundamentalistischen Richtung an, die dem mit Wahhabisten verbundenem Herrscherhaus Saud keine Probleme bereitete, eher im Gegenteil. Der zum Hass zwischen Sunniten und Schiiten aufwiegelnde Prediger Adnan Arour, der nach Saudi-Arabien geflohen war, mit dem Zahran Alloush in bester Verbindung stand, illustriert die Gemeinsamkeit der religiösen Auffassung.

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