Wie Preußen noch heute die Bischofswahl beeinflusst


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Wohnen Sie auf ehemals preußischem Gebiet? Dann wird Ihr Bischof in der Regel auf Grundlage des Preußenkonkordats gewählt – so wie der am Freitag ernannte, neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. Katholisch.de erklärt den Staatskirchenvertrag, der immerhin für 15 der 27 deutschen Bistümer gilt.

Tobias Glenz | katholisch.de

Ein wenig verwundert es schon: Der Freistaat Preußen existiert seit über 70 Jahren nicht mehr – aufgelöst wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg per Gesetz vom Alliierten Kontrollrat. Doch die Spuren Preußens ragen sichtbar bis in die Gegenwart hinein: sei es im Namen von Sportvereinen wie Preußen Münster oder (latinisiert) Borussia Dortmund; sei es als Weiterverwendung preußischer Abzeichen wie des Eisernen Kreuzes oder des Preußischen Adlers; oder sei es in Form der „preußischen Tugenden“ wie Pünktlichkeit, Ordnung und Fleiß, die in aller Welt mit den Deutschen assoziiert werden.

Eine weitere preußische Hinterlassenschaft bestimmt darüber hinaus, wer auf welchem deutschen Bischofsstuhl Platz nehmen darf: das sogenannte Preußenkonkordat vom 14. Juni 1929. Es fand erst kürzlich wieder Anwendung bei der Wahl des neuen Hildesheimer Bischofs Heiner Wilmer – und es gilt für 15 der 27 deutschen (Erz-) Diözesen.

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