Esoterik: Geschäfte mit der Kinderpsyche


foto: getty images/istockphoto/esemelwe Globuli für alles und gegen jedes: Die Zuckerkügelchen gelten als Allheilmittel gegen Allerweltszipperlein wie gegen schwere Erkrankungen.
Bach-Blüten, Gehirnknöpfe, Pendel und Globuli: Besonders Kinder leiden unter der Homöopathie-Gläubigkeit ihrer Eltern, die eher an sogenannte alternative Heilmethoden als an wissenschaftlich abgesicherte Medizin glauben wollen

Heinz Zangerle | derStandard.at

Der Esoterik-Boom hat längst auch die Kinder erfasst. Ob Konzentrationsprobleme, Fehler im Diktat, Bettnässen oder Hyperaktivität – dem Zeitgeist entsprechend sind schnelle Lösungen gefragt: die Bach-Blüte, das Biosäftchen, Hirngymnastik. Vielleicht macht’s gar der Pendler wieder gut. Die kindliche Psyche ist ein Tummelplatz „alternativer“ Methoden geworden, an denen wenig alternativ und vieles Schnee von gestern ist. Und die Fachkollegen schauen weg.

Überzogene Versprechungen bewerben ein verwirrendes Sammelsurium an Therapien für Kinder mit Lern- und Verhaltensproblemen. („Jenseitskontakte, Heilsteine und rechte Wälzer“, im STANDARD). Besorgte Eltern hoffen auf die okkult-esoterischen Wirkungen auf die Kinderpsyche. In der psychologischen Praxis erfährt man es fast täglich: Eine Mutter berichtet, wie sie nach stundenlangem Üben ihrem Sohn Bach’sche Notfalltropfen neben das Bett stellt. Sie ist überzeugt, dass deren „feinstoffliche“ Wirkung ein weiteres Diktat-Waterloo abwenden wird.

weiterlesen