Michael Schmidt-Salomon im Club Voltaire


Der Philosoph und Autor Michael Schmidt-Salomon sprach im Club Voltaire über die Grenzen der Toleranz. ©Nina Saam

Eine offene Gesellschaft muss tolerant sein, aber auch klare Grenzen formulieren, um funktionieren zu können. Über die Grenzen der Toleranz und die Leitprinzipien einer offenen Gesellschaft sprach am Montag Michael Schmidt-Salomon im Club Voltaire.

Nina Saam | baden online

Vor zwei Jahren hat der aus Trier stammende Philosoph und Autor Michael Schmidt-Salomon sein Buch »Die Grenzen der Toleranz – warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen« veröffentlicht, das angesichts der wachsenden Polarisierung und Abschottung einzelner Gruppen bis hin zu ganzen Gesellschaften aktueller denn je ist. Demagogen und Populisten schürten einen »Empörialismus«, in dem Stimmungsmache mehr zähle als rationale Argumente, so der Philosoph.

Vielfalt der Meinungen

Dabei sei eine gewisse Streitkultur in offenen Gesellschaften durchaus erwünscht: »Die Vielfalt der Meinungen ist der Nährboden des zivilisatorischen Fortschritts«, so Schmidt-Salomon. »Gesellschaften, die jeden Widerspruch im Keim ersticken, verharren im kulturellen Stillstand.« Doch einen zivilisierten Widerstreit könne es nicht ohne klare Spielregeln geben, die von allen Beteiligten Toleranz abverlangten. Doch was muss toleriert und was darf nicht mehr toleriert werden? Und was muss man akzeptieren, also nicht nur dulden, sondern gutheißen?

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