Trump kündigt Raketenangriff an, Moskau setzt noch auf Zurückhaltung


Abschuss einer Tomahawk-Rakete vom Zerstörer USS Ross (DDG 71) am 7. April 2017 auf den syrischen Flughafen. Bild: US Navy
Im Hintergrund der sich aufschaukelnden Spannung verschärft sich auch der Konflikt zwischen Iran und Israel weiter, durch den womöglich noch eher Feuer an die Lunte gelegt werden könnte

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Die Impulsivität von Donald Trump und das narzisstische Begehren, mitsamt der Weltmacht USA der größte zu sein, hat den US-Präsidenten jetzt endgültig dazu gebracht, sich selbst eine rote Linie zu setzen, hinter die er nur noch Gesichtsverlust zurückkehren kann. So drohte er nicht mehr, sondern kündigte an, dass die schönen, neuen und smarten Raketen kommen werden. Es hat ihn offenbar gekränkt, dass Moskau drohte, nicht nur auf syrische Ziele gerichtete US-Raketen abzuschießen, sondern auch die Orte anzugreifen, von denen sie abgeschossen wurden.

Das hat Moskau allerdings nur seinen russischen Botschafter im Libanon, Alexander Sassypkin, sagen lassen. Damit geht Moskau zwar mehr als bisher in die Richtung, auch tatsächlich fortgeschrittene Luftabwehrsysteme sowie smarte Raketen einsetzen zu müssen, wenn die USA angreifen, um weiterhin glaubwürdig zu sein. Allerdings hat sich bislang Putin zurückgehalten, sein Sprecher fordert zur Besonnenheit auf.

Die Sprecherin des Außenministeriums Maria Zakharova stichelt hingegen, in dem sie sagte, dass die smarten US-Bomben die Beweise für den Chemiewaffenangriff vernichten könnten. Das ist allerdings wohl abwegig, denn warum sollte das Pentagon ausgerechnet Douma bombardieren. Russland will dort auch russische Militärpolizei einsetzen, um die Stadt zu sichern, aus der bislang mehr als 40.000 Menschen, darunter 11.000 Dschihadisten mit ihren Familien, abgezogen sind.

weiterlesen