Evangelische Kirche verlangt von Mitarbeitern Loyalität


Wer bei Kirche und Diakonie arbeiten will, muss grundsätzlich Kirchenmitglied sein. Grundlage für das Recht von Kirche und Diakonie, von Stellenbewerbern und Beschäftigten eine Kirchenzugehörigkeit verlangen zu dürfen, ist das im Grundgesetz verankerte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen. In der sogenannten Loyalitätsrichtlinie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom Dezember 2016 sind die rechtlichen Regelungen für Kirche und Diakonie und ihre mehr als 700.000 Mitarbeiter präzisiert.

Markus Jantzer | evangelisch.de

Kommenden Dienstag urteilt der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Fall einer konfessionslosen Berlinerin, die sich 2012 erfolglos auf eine vom Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung ausgeschriebene Stelle beworben hatte. In der Stellenanzeige wurde ausdrücklich Kirchenmitgliedschaft verlangt. Der EuGH klärt nun, inwieweit die evangelische Kirche und ihre Diakonie selbst bestimmen dürfen, ob sie eine Konfession voraussetzen.

Die zum Januar 2017 geänderten Regelungen der EKD sehen zwar vor, dass die berufliche Mitarbeit in Kirche und Diakonie grundsätzlich die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche voraussetzt. Sie differenzieren aber danach, welche Aufgabe der Bewerber übernehmen soll. Bei Verkündigungs- und Seelsorgeaufgaben sowie bei Aufgaben der evangelischen Bildung ist die Zugehörigkeit zu einer protestantischen Kirche zwingende Voraussetzung. Für Aufgaben der Dienststellenleitung können auch Mitglieder der katholischen Kirche oder orthodoxer Kirchen eingestellt werden.

weiterlesen