Türkei entführt Regimegegner aus 18 Ländern


Grafik: TP
Nach der Entführung von Gülen-Anhängern aus dem Kosovo zeigt sich das Ausmaß der Verfolgung über die Grenzen der Türkei hinaus

Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Seit dem Putschversuch vom Sommer 2016 lässt der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seine Gegner und Kritiker gnadenlos verfolgen. Ob Journalisten, Akademiker, Studenten, Kurden, Gülen-Anhänger: Die Gefängnisse sind überfüllt, 45 neue sollen noch in diesem Jahr eröffnet werden. Es herrscht Willkür, Justiz und Medien sind gleichgeschaltet.

Dass Erdogans langer Arm bis ins Ausland reicht, ist schon länger bekannt. In Deutschland werden Kritiker der Regierungspartei AKP eingeschüchtert und bedroht, der Moscheeverband DITIB agiert als verlängerter Arm Ankaras. Sogar Interpol versucht Erdogan für seine Machenschaften einzuspannen.

Zuletzt setzte die Türkei den in Berlin lebenden, aus der Türkei geflüchteten Journalisten Can Dündar auf die internationale Fahndungsliste. Im Sommer 2017 ließ man via Interpol den deutsch-türkischen Schriftsteller Dogan Akhanli während seines Spanien-Urlaubsfestnehmen.

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