Bundesregierung will Bienen schützen


Pollensammlerin
Honigbiene (CC-by Christopher Down aka Neurolysis)
  • Nach langem Zögern unterstützt Deutschland einen Vorstoß der EU-Kommission, eine Gruppe gefährlicher Pflanzenschutzmittel zu verbieten. Sie tragen mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Sterben der Bienen bei.
  • Dieser Schritt reicht aus Sicht von Naturschützern und Imkern nicht zur Rettung der Insekten. Sie kämpfen weiter für einen besseren Schutz der Tiere – und gegen die Industrie.

Von Janis Beenen, Silvia Liebrich, Elisabeth Dostert | Süddeutsche Zeitung

Für Jörg Lämmer ist der Tod Normalität. Allein in den letzten Monaten hat es bei dem Imker zwei von zehn Völkern erwischt. Mal findet der 45-Jährige in seinen Bienenkästen einen extrem ausgedünnten Bestand vor, weil die Tiere von ihren Flügen nicht zurückgekommen sind. Dann wieder übersäen Tausende verendete Bienen den Boden der Kästen. Lämmer, ein Mann mit kantigem Gesicht und exakt gezogenem Seitenscheitel, verzieht kaum eine Miene, wenn er über seine Verluste spricht. Einige Kollegen habe es noch schlimmer getroffen, meint der Hobbyimker, der in der Nähe von München lebt.

Es sind diese wiederkehrenden Rückschläge, die Imkern eine hohe Frustrationstoleranz abverlangen. Sie können nun auf Hilfe hoffen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung befürwortet die Bundesregierung das europaweite Verbot einer Gruppe bienenschädlicher Pestizide. Ein wichtiger Schritt, um die Mittel von den Äckern zu verbannen. Das Verbot könnte bereits Ende April beschlossen werden.

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