Deutscher Kulturrat attackiert Echo-Veranstalter


Kollegah und Farid Bang bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo 2018 in der Messe Berlin.Foto: imago/Future Image
Die Verleihung des Musikpreises an die beiden Rapper hatte bereits im Vorfeld für Kritik wegen ihrer teils antisemitischen Texte gesorgt.

DER TAGESSPIEGEL

In der Antisemitismus-Debatte um die Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang hat der Deutsche Kulturrat schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter des Musikpreises erhoben. Schon die Nominierung der beiden zeuge von „wenig Selbstreflexion“, sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann am Samstag dem „Handelsblatt“. „Die Echo-Jury und der Bundesverband Musikindustrie hätten die Notbremse ziehen müssen.“ Der Kulturrat ist die Spitzenorganisation von 250 Bundeskulturverbänden.

Zuvor hatte unter anderem Außenminister Heiko Maas (SPD) die Echo-Verleihung an die Rapper scharf kritisiert. „Antisemitische Provokationen haben keine Preise verdient, sie sind einfach widerwärtig“, schrieb Maas über den Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Preisverleihung ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag sei „beschämend“.

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