Islamismus in Sportvereinen: Im Visier der Salafisten


In einigen Sportvereinen in Frankreich werden Gebetspausen während des Trainings gefordert. (dpa/picture alliance/ Arno Burg)
Tendenzen islamistischer Radikalisierung in Sportvereinen – im Nachbarland Frankreich ist das ein Thema, das seit gut zwei Jahren immer wieder in die Schlagzeilen gerät. In einigen Regionen werden deshalb Referenten ausgebildet, die Sportverbände im Umgang mit radikalisierten Mitgliedern beraten sollen.

Von Hans Woller | Deutschlandfunk

Der Vereinsvorsitzende sagte mir: „Dein T Shirt, das geht so nicht, wenn es hoch rutscht, sieht man deinen Bauch, deine Haut und das stört die Leute hier – nach und nach verlangten sie T-Shirts mit langen Ärmeln, die am Hals hoch geschlossen sind“, erzählt eine 18-Jährige, die vor zwei Jahren als letzte Frau aus einem Ringerverein in Toulouse hinaus geekelt wurde, nachdem dort radikale Muslime das Ruder übernommen hatten.

Eines von dutzenden Beispielen, wie sie schon im Oktober 2015 in dem 13-seitigen Memorandum des französischen Geheimdienstes aufgelistet waren: ein Fußballverein in der Bourgogne, der Gebetsteppiche und den Koran verteilte, ein Taekwondo-Club in Nordfrankreich, der nur verschleierte Frauen akzeptierte oder ein Schiedsrichter in Perpignan, der ein Fußballspiel unterbrach, damit die Spieler beten konnten.

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