Wieso Menschen und Delphine intelligente Wesen sind

Was Delphine mit Menschen gemeinsame haben, klärt ein neues Buch von Jonathan B. Losos. Bild: dpa
Evolution im Experiment: Der Biologe Jonathan B. Losos untersucht, welche Rolle Zufall und Notwendigkeit in der Entwicklung von Lebensformen spielen.

Von Thomas Weber | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vor gut zwei Jahrzehnten erregte eine Debatte zwischen Stephen Jay Gould und Simon Conway Morris die Gemüter in der Evolutionsbiologie. Gould sah die Geschichte des Lebens als vom Zufall bestimmt. Deterministische Signale wie evolutionärer Fortschritt und schrittweises Auffüllen ökologischer Nischen seien im Rauschen der Kontingenz kaum wahrzunehmen. Auch der Mensch sei nichts anderes als ein außerordentlich unwahrscheinliches evolutives Ereignis im unermesslichen Reich der Möglichkeiten.

Simon Conway Morris trat dagegen als Advokat der Notwendigkeit auf. Sein Schlagwort war „Konvergenz“, das heißt die Evolution von ähnlichen morphologischen und physiologischen Eigenschaften in nicht verwandten Organismen. Die ökologischen Bedingungen, so das Argument, erlaubten immer nur eine begrenzte und ziemlich gut bekannte Anzahl von „Designs“, von Bauplänen. Ein schnell schwimmender Meeresbewohner muss eben etwa so wie ein Delphin geformt sein, ein Raubtier oft wie ein Tiger aussehen, ob Säuge- oder Beuteltier. Selbst wenn man die Entwicklung des Lebens noch einmal in der tiefen Vergangenheit starten könnte, würde uns das Ergebnis schließlich doch irgendwie bekannt vorkommen.

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„Man muss Religion und Politik trennen“

Landesweite Empörung herrscht, wie berichtet, weil Kinder in einer Wiener Moschee für nationalistische Kriegsspiele posieren mussten. Doch die Aktion stößt auch Muslimen sauer auf. Selfet Yilmaz, Sprecher des Betreibervereins des islamischen Kulturzentrums in Bad Vöslau bei Baden, kritisiert die Veranstaltung scharf.

krone.at

Kleine Mädchen mit Kopftuch, Buben, die als „Leichen“ unter türkischen Flaggen „posieren“ mussten – diese Bilder erschütterten Österreich und führten zu einem besorgten Blick vieler Bürger auf „den Islam“ (siehe auch Seite 18 in der heutigen Printausgabe der „Krone“).

Das versteht auch Selfet Yilmaz, Sprecher der ATIB-Union, die in Bad Vöslau eine Moschee betreibt – und er findet klare Worte: „Fanatiker, die so etwas mit Kindern machen, zerstören das friedliche Miteinander in der Gesellschaft.“ Der Österreicher mit türkischen Wurzeln ist stolz darauf, dass die muslimische Community in Bad Vöslau eng mit der Gemeinde kooperiert: „Bei uns ist alles transparent, wir verstecken nichts. Religion und Politik gehören getrennt. Dafür stehen wir.“

Der Genetiker David Reich löst in den USA einen Intellektuellen-Streit über Erbgut und Rassen aus

Die südafrikanischen Stan sind eines der wenigen Urvölker, die sich nicht genetisch durchmischten. (Bild: Three Lions/Getty Images)
Neue wissenschaftliche Erkenntnisse rütteln an der These, dass es zwischen menschlichen Populationen keine allzu grossen Unterschiede gäbe. Womöglich ist «Rasse» doch mehr als eine soziale Konstruktion?

Markus Schär | Neue Zürcher Zeitung

Wir alle sind auch Abkömmlinge der Neandertaler: Wir tragen zu rund zwei Prozent das Erbgut unserer Verwandten in uns, die seit ihrer Entdeckung 1856 als primitive Vormenschen galten. Zu dieser Erkenntnis kamen die Genetiker in den letzten zehn Jahren. Sie schlossen aus den Spuren, die sich in unserem Erbgut finden, dass die kleine Gruppe von Homo sapiens, die aus Afrika auszog, vor 50 000 Jahren im Nahen Osten mit Neandertalern Kontakte pflegte, auch sexuelle. Deshalb geben die modernen Menschen auf allen Kontinenten die Gene der verachteten Verwandten weiter – ausser in Afrika, wo sich Homo sapiens in seiner unvermischten Form durchsetzte.

Angenommen, es wäre umgekehrt: Die Europäer, die Asiaten und die Amerikaner würden den modernen Menschen in seiner reinen Gestalt verkörpern, nur die Afrikaner das primitive Erbe der als minderwertig angesehenen Neandertaler weitergeben. Liesse sich ein solcher Befund in einem akademischen Klima veröffentlichen, das die Erkenntnis ängstlich der politischen Korrektheit opfert? Über solchen Fragen tobt derzeit in den USA ein Streit unter Intellektuellen.

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Gekreuzigter Osterhase: Medienverbund legt Programmbeschwerde ein

Ist das noch Satire? In der „heute-show“ vom 6. April der Osterhase ans Kreuz genagelt.Scrrenshot: Tsp
Der Christliche Medienverbund KEP hat eine Programmbeschwerde gegen die ZDF-Satiresendung „heute-show“ eingelegt. Im Zentrum der Kritik stehen mehrere Bilder, auf denen unter anderem ein Osterhase am Kreuz zu sehen ist.

DOMRADIO.DE

Dies verstoße gegen den Programmgrundsatz, die sittlichen und religiösen Überzeugungen in der Bevölkerung zu achten, sagte KEP-Geschäftsführer Christoph Irion. Der Beitrag mache „den zentralen Glaubensinhalt des Christentums buchstäblich zur Lachnummer“.

Neben dem Christlichen Medienverbund, einem Zusammenschluss christlich-konservativer Medienvertreter mit Sitz in Wetzlar, sind beim ZDF-Fernsehrat nach Angaben des Mainzer Gremienbüros noch mindestens fünf weitere Programmbeschwerden von Privatpersonen eingegangen. Auch die Staatsanwaltschaft Mainz befasst sich bereits mit der Osterhasen-Satire. Nach mehreren Strafanzeigen wegen Verunglimpfung religiöser Bekenntnisse prüft die Ermittlungsbehörde nun, ob sie ein Verfahren gegen die Verantwortlichen einleitet.

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Jenseits von Himmel und Hölle

Ägypten ist weit davon entfernt, eine gottlose Gesellschaft zu sein: Mitglieder einer Sufi-Bruderschaft gedenken Husseins, eines Enkels des Propheten Mohammed. (Bild: Amr Abdallah Dalsh / Reuters)
Wer in der arabischen Welt nicht an Gott glaubt, gilt wahlweise als Extremist oder als psychisch gestört. Auch in Ägypten steht Atheismus womöglich bald unter Strafe.

Daniel Steinvorth | Neue Zürcher Zeitung

Zweimal, sagt Ismail Mohamed, habe er echte Todesangst verspürt. Zweimal sei er nicht vorsichtig genug gewesen. Beim ersten Mal habe ihn ein Mann in ein Café in Alexandria eingeladen. «Der Typ schien eigentlich ganz freundlich zu sein. Er sagte, er hätte mich im Fernsehen gesehen. Er wollte mit mir über den Islam reden. Als ich aufstand und zur Toilette ging, richtete er eine Pistole auf mich.» Gott sei Dank, erzählt Mohamed, habe der Mann zu lange gezögert. «Seine Hand zitterte. Die Leute im Café konnten ihn deswegen überwältigen. Sie übergaben ihn der Polizei.»

Beim zweiten Mal habe er sich auf einer belebten Strasse in Kairo aufgehalten. Wieder sei er erkannt worden. «Ich hörte nur, wie jemand rief: ‹Der da, der glaubt nicht an Gott! Verprügelt ihn!› Plötzlich war ich von einer wütenden Menge umgeben. Alle redeten auf mich ein. Es war aussichtslos, mit den Leuten zu diskutieren. Einer zog ein Messer.» Gerade noch rechtzeitig sei Hilfe erschienen, die Polizei habe ihn auf die Wache genommen und verhört. Gott sei Dank sei er dort an keine Sadisten geraten und frei gelassen worden.

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Inside Pegida

Bild: pegida/FB, Screenshot:BB
Die UN-Experten nennen keine Beispiele für den Rassismus, sondern sprechen nur von „bestimmten Parteien und Bewegungen“.
Der Film „Montags in Dresden“ liefert gute Einblicke in das Gedankengut einer wachsenden rechten Bewegung und eine Antwort auf die Frage, was die DDR mit Pegida zu tun hat

Peter Nowak | TELEPOLIS

Es war in den frühen 1990er Jahren, als sich die Früchte des nationalen Aufbruchs in Deutschland zeigten und Neonazis für viele Menschen zu einer realen Gefahr wurden. Da sorgte der Film Stau jetzt geht’s los von dem Regisseur Thomas Heise für heftige Diskussionen.

Der ging da hin, wo die meist jungen Rechten ihr Unwesen trieben und zeigte, wie sie ihre Freizeit verbrachten, also die Zeit, wenn gerade niemand da war, den sie zum Opfer machen, demütigen, anpöbeln oder schlagen konnten.

Der Film zeigt Neonazis privat. Am Ende greifen sie dann ein linkes Jugendzentrum an. Der Film verzichtete auf Kommentare und es kamen auch ihre Gegner nicht groß ins Bild. Darf man Nazis unplugged zeigen? Die Frage beschäftigte damals verschiedene Antifagruppen.

Anlässlich einer Filmvorführung im Kino Babylon Mitte wurden die Kontroversen deutlich. Es gab Antifaschisten, die diesen Film begrüßten, weil er eine Realität zeigt, wie sie damals in vielen Städten existierte, und es gab andere, die in dem Film Propaganda für die Rechten sahen.

Heute sind die Kontroversen weitgehend vergessen und wer den Film heute sieht, kann sie auch nicht so recht nachvollziehen. Heute gilt er als eine der wenigen Dokumentarfilme über die Neonaziszene vor fast 30 Jahren.

Nun hat die Regisseurin Sabine Michel die Arbeit von Thomas Heise fortgeschrieben und dokumentiert in ihrem Film Montags in Dresden drei Protagonisten der Pegida-Bewegung. Sie sind seit Jahren in der Bewegung aktiv, übernehmen dort wichtige Funktionen und sie sind, auch das wird im Film deutlich, Teil eines gewachsenen rechten Netzwerks, dass sich eben nicht nur Montags in Dresden trifft.

Da ist Sabine Ban, die ihre Aktivitäten in der rechten Szene mit der anstrengenden Pflegearbeit für ihren Sohn mit Handicap verbinden muss. Rene Jahn, der zum engeren Pegida-Vorstand gehörte, sich zwischenzeitlich mit dem selbsternannten Pegida-Chef Lutz Bachmann überworfen hatte, aber schon längst wieder bei Pegida mitmischt. Persönliche Animositäten sind schließlich auch in der rechten Szene kein Hinderungsgrund für eine pragmatische Zusammenarbeit, wenn es der politischen Sache dient.

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Antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien

Rapper Kollegah bei der Echo-VerleihungFoto: Reuters/Pool/Axel Schmidt
Über den Auschwitz-Vergleich des Rappers Kollegah ist die Empörung groß. Doch in anderen Liedtexten finden sich deutlich mehr antisemitische Bilder.

Von Leon Holly | DER TAGESSPIEGEL

Die Rapper Farid Bang und Kollegah wurden am vergangenen Donnerstag mit dem Echo für ihr Album „JBG 3“ ausgezeichnet. Eine Zeile des Albums lautet: „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“. Als wäre das nicht genug, erfolgte die Preisverleihung am 12. April, dem israelischen Holocaustgedenktag. Die Zeile rief daraufhin in der Öffentlichkeit laute Kritik hervor.

Das Ziel im Battlerap liegt darin, durch möglichst clevere oder krasse Vergleiche die eigene Person zu überhöhen und Gegner und die Konkurrenz lächerlich zu machen. Provokationen, Geschmacklosigkeiten und lyrische Schläge unter die Gürtellinie liegen in der Natur des Genres. Nach dieser Eigenlogik stellt der Auschwitz-Vergleich ein wirksames Mittel dar. Doch abseits des öffentlichen Fokus finden sich in anderen Liedern von Felix Blume, wie der Rapper Kollegah bürgerlich heißt, unterschwellige antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien.

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Kanzler Kurz: Türkische Wahlkampfauftritte in Österreich unerwünscht

Bild: FB
Mögliche Wahlkampfauftritte türkischer Politiker im Vorfeld der für Juni geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Türkei sind in Österreich „unerwünscht“. Man werde diese „Einmischungen“ nicht mehr zulassen, erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag im Ö1-Frühjournal.

derStandard.at

Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in mehreren europäischen Ländern – darunter in Österreich, Deutschland und den Niederlanden – hatten in der Vergangenheit immer wieder für heftige Diskussionen und diplomatische Verstimmungen gesorgt. „Wenn die Türkei diesmal wieder solche Auftritte in Österreich plant, dann kann ich nur klar sagen, diese Auftritte sind unerwünscht und wir werden sie nicht zulassen“, so Kurz. Möglich macht ein Verbot das im April 2017 verschärfte Versammlungsgesetz dank dem Wahlkampfauftritte ausländischer Politiker leichter untersagt werden können.

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Europa exportiert illegal Elektroschrott

Europa exportiert seinen Elektroschrott per Frachter nach Nigeria – illegal. © lady-photo / iStock
Giftiger Exportschlager: Europa verschifft jedes Jahr 60.000 Tonnen an Elektrogeräten nach Nigeria – ein Viertel davon ist Schrott. Der Großteil des illegalen Frachtguts kommt in gebrauchten Autos in den Häfen an, wie Forscher nun berichten. Ganz oben auf der Schmuggelliste stehen kaputte Fernseher und Kühlschränke, die meistens falsch oder einfach gar nicht deklariert sind. Für die Schrotthändler ergeben sich daraus jedoch keine Konsequenzen.

scinexx

Ob kaputte Handys, Flachbildschirme oder Kühlschränke: Wir produzieren weltweit gewaltige Mengen an elektronischem Abfall – und die Schrottflut nimmt immer weiter zu. Im Jahr 2016 warf jeder Deutsche 22,8 Kilogramm Elektroschrott in den Müll, womit wir weit über dem weltweiten Durchschnitt von sechs Kilogramm liegen. Eigentlich sind die EU-Vorschriften für die Entsorgung klar: E-Schrott muss gesondert gesammelt, fachgerecht entsorgt und darf nicht exportiert werden. Aber halten sich alle an die Vorschriften?

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Assad gibt Orden der Ehrenlegion an Frankreich zurück

Ein Bild von Assads Facebook-Seite zeigt, wie ein syrischer Repräsentant das Großkreuz an einen Botschaftsvertreter Rumäniens…Foto: AFP
Nach dem Raketenangriff der Westmächte verzichtet Syriens Präsident auf eine alte Ehrung durch Jacques Chirac. Frankreich sei ein „Sklave der USA“.

DER TAGESSPIEGEL

Vor der drohenden Aberkennung der Ehrenlegion hat Syriens Präsident Baschar al-Assad von sich aus freiwillig auf die hohe französische Auszeichnung verzichtet. Er habe das Großkreuz der Ehrenlegion, das ihm 2001 vom damaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac verliehen worden war, an Frankreich zurückgegeben, teilte das Präsidialamt in Damaskus am Donnerstagabend mit.

Das Amt begründete den Verzicht auf die Ehrung mit der Beteiligung Frankreichs an dem Raketenangriff gegen Syrien am vergangenen Wochenende an der Seite der USA und Großbritanniens. Syriens Präsident „betrachte es nicht als Ehre, eine Auszeichnung eines Landes zu tragen, das ein Sklave der USA ist“, heißt es in der Erklärung unter anderem.

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Handschlag verweigert: Muslimin darf nicht französische Staatsbürgerin werden

Eine Algerierin weigerte sich, bei ihrer Einbürgerungszeremonie aus religiösen Gründen einem männlichen Beamten die Hand zu geben.

Die Presse.com

Einer algerischen Muslimin ist zu Recht die französische Staatsbürgerschaft verweigert worden, weil sie bei der Zeremonie zu ihrer Einbürgerung den Handschlag mit Männern verweigert hatte: Dieses Urteil fällte am Donnerstag das höchste französische Verwaltungsgericht. Die Pariser Richter wiesen damit in letzter Instanz die Berufung der Frau zurück.

Die mit einem Franzosen verheiratete Algerierin sollte eigentlich im Juni 2016 eingebürgert werden. Bei der Einbürgerungszeremonie im Departement Isere weigerte sie sich dann aber, dem zuständigen Beamten und einem Lokalpolitiker die Hand zu geben. Sie berief sich auf ihren „religiösen Glauben“, der ihr verbiete, fremde Männer zu berühren.

Die Regierung verweigerte ihr daraufhin die französische Staatsbürgerschaft: Das Verhalten der Frau zeige, dass sie „nicht in die französische Gesellschaft integriert“ sei. Dagegen war die Frau vor Gericht gegangen.

Explodierende Ameisen

Auf Borneo ist eine neue Ameisenart entdeckt worden. Da es keine Bilder gibt, bedienen wir uns an einem Symbolbild. (imago stock&people)
Auf Borneo haben Wissenschaftler eine neue Ameisenart entdeckt, die zu Verteidigungszwecken explodiert.

Dlf24

Wie ein internationales Forscherteam im Fachjournal ZooKeys schreibt, nehmen die Tiere zwar den eigenen Tod in Kauf, besprühen ihre Feinde aber auch mit einer klebrigen Gift-Flüssigkeit, die die Angreifer tötet oder zumindest aufhält. Die Ameisenart hat auf der Insel bereits den Spitznamen Yellow Goo, also „Gelbes klebriges Zeug“.

Die erste Ameisenart mit der eigenwilligen Verteidigungsstrategie war schon vor hundert Jahren beschrieben worden. Danach wurden aber kaum andere derartige Ameisenarten mehr entdeckt. Unter anderem weil es schwierig sei, den Tieren ihr explosives Temperament nachzuweisen, erklären die Wissenschaftler.

Je nach Aufgabe haben die Individuen dieser Art weitere besondere Fähigkeiten. Während Arbeiterinnen, die außerhalb des Nests unterwegs sind, explodieren können, blockieren sogenannte Türsteher mit ihren Pfropfen-förmigen Köpfen bei Gefahr die Eingänge des Nests.

Söder und die CSU liefern ein unwürdiges Schauspiel ab

Markus Söder spricht im Bayerischen Landtag – und zwar meist nur in Richtung der CSU-Fraktion. Was die Opposition sagt ist eher nachrangig. (Foto: Lino Mirgeler/dpa)
Die Opposition ist natürlicher Bestandteil der Demokratie – selbst in Bayern. Doch im Landtag wird sie vom Ministerpräsidenten einfach missachtet.

Von Katja Auer | Süddeutsche Zeitung

Markus Söder gibt ja neuerdings den Landesvater und tatsächlich kommt er nicht mehr so krawallig daher wie früher. Nicht einmal in einer Talkshow hat er gesessen, seit er Ministerpräsident ist, das muss eine der schwersten Bürden des neuen Amtes sein. Von Haltung hat er in seiner ersten Regierungserklärung gesprochen, und als Zeichen seiner Demut will er die Amtszeitbegrenzung auf zehn Jahre einführen. Damit wolle er zeigen, „dass Macht Begrenzung braucht und der Wechsel natürlicher Bestandteil der Demokratie ist“.

Nun ist die Opposition ebenfalls natürlicher Bestandteil der Demokratie, selbst in Bayern, auch wenn die CSU gut ohne sie auskäme. Das zeigt sich etwa, wenn die Redner der Mehrheitspartei der Opposition den Rücken zudrehen im Parlament und nur zur eigenen Fraktion sprechen. Eine Unsitte, die auch Söder pflegt. Aber von dort kommt halt mehr Beifall.

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Weniger Muslime in Deutschland als bislang vermutet

Muslime in Deutschland © George Lindley @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Einer aktuellen DIW-Erhebung zufolge lebten im Jahr 2016 in Deutschland 2,7 Millionen erwachsene Muslime – ein Anteil von 4,3 Prozent der gesamten erwachsenen Bevölkerung. Das ist deutlich weniger als bisher angenommen.

MiGAZIN

In Deutschland leben einer Studie zufolge weniger Muslime als bisher vermutet. Nur 2,7 Millionen Erwachsene seien nach eigenen Angaben Muslime, das entspreche 4,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, berichtet die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ unter Berufung auf eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Bislang ging man von höheren Zahlen aus. Nach einer in den Medien häufig zitierten Hochrechnung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge lebten am 31. Dezember 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen muslimische Männer und Frauen in Deutschland, also zwischen 5,4 und 5,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Hochrechnung wurde im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz vom Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erstellt.

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„Auch eine heterosexuelle Beziehung ist nicht frei von Sünde“

Künftig können auch in der bayerischen evangelischen Landeskirche homosexuelle Paare offiziell gesegnet werden. Das hat das evangelische Kirchenparlament am späten Mittwochabend bei seiner Frühjahrstagung in Schwabach beschlossen.

Christiane Ried | evangelisch.de

Der Lesbisch-Schwule Konvent in der Landeskirche begrüßt die Entscheidung der Synode. Nun gebe es endlich Rechtssicherheit, sagt eine der Sprecherinnen, die Nürnberger Pfarrerin Silvia Jühne (50), im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Frau Jühne, was bedeutet der Beschluss der Landessynode für die Homosexuellen in Bayern?

Silvia Jühne: Ich bin sehr froh über diesen Schritt. Der Beschluss ist ein wichtiges Signal an Homosexuelle, gerade auch an die, die in der evangelischen Kirche verwurzelt sind. Und endlich gibt es für die Segen-spendenden Pfarrerinnen und Pfarrer Rechtssicherheit. Unter der Hand hat es solche Segnungen im Gottesdienst bereits gegeben, im seelsorgerlichen Bereich waren sie ja sogar offiziell möglich. Jedenfalls war das immer eine schwierige Gratwanderung. Die Geistlichen haben sich untereinander ausgetauscht, wie man solche Segnungen gestalten könnte. Es herrschte großer Beratungsbedarf. Mit dem Synodenbeschluss wird nun eine offizielle liturgische Handreichung erarbeitet. Ich hoffe, dass wir auch als direkt Betroffene an deren Erstellung mitarbeiten können. Die Arbeitsgruppe, die den Bericht für die Synode vorgelegt hat, hat uns ja leider nicht miteinbezogen.

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Rätsel um Gelder für Katalonien-Votum

Richter Pablo Llarena am Obersten Gerichtshof und der spanische Finanzminister Cristóbal Montoro haben sich in den Haaren.

derStandard.at

Der Grund: Der Ermittler beschuldigt den geflüchteten katalanischen Ex-Regierungschef Carles Puigdemont und weitere 13 unter anderem wegen „Veruntreuung öffentlicher Gelder“. Sechs davon sitzen sogar in U-Haft. Zentraler Vorwurf: Die Beschuldigten sollen 1,9 Millionen Euro zweckentfremdet haben, um das verbotene Unabhängigkeitsreferendum am vergangenen 1. Oktober zu finanzieren.

Schwierige Strafverfolgung

Doch Montoro widersprach nun in einem Interview am Montag in der Tageszeitung El Mundo: „Ich weiß nicht, wie der 1. Oktober finanziert wurde. Aber nicht mit öffentlichen Geldern.“ Llarena muss sich jetzt Sorgen machen. Denn das Interview bremst die Strafverfolgung und wird auch eine Auslieferung Puigdemonts wegen angeblicher Veruntreuung erschweren.

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Paragraf 219a: Kirche erwartet schwere Verhandlungen

© Bild: Fotolia.com/nataliaderiabina
SPD, Grüne, Linke und die FDP wollen das Werbeverbot bei Abtreibungen kippen. Nur Union und AfD sind dagegen. Für die katholischen Kirche ist das letzte Wort aber noch lange nicht gesprochen.

katholisch.de

In der politischen Debatte um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche ist nach Ansicht der katholischen Kirche das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. In einem Interview des Kölner domradios bekräftigte die stellvertretende Leiterin des katholischen Büros in Berlin, Katharina Jestaedt, am Mittwochabend zugleich, dass sich die Kirche für die Beibehaltung der bestehenden Regelungen im Paragraf 219a im Strafgesetzbuch ausspreche.

Dieser untersagt „das Anbieten, Ankündigen oder Anpreisen“ von Schwangerschaftsabbrüchen aus finanziellem Vorteil heraus oder wenn dies in „grob anstößiger Weise“ geschieht. Jestaedt bezeichnete den Paragrafen als eine „wichtige Säule des Anfang der 90er-Jahre mühsam zustande gekommenen Kompromisses über den Schwangerschaftsabbruch“. Bei rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüchen im Jahr darüber zu diskutieren, Werbung dafür freizugeben, sei aus Sicht der katholischen Kirche eher zweifelhaft.

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Ist Impfen gefährlich?

Bild. tagesschau.de
Impfen sei vor allem Geldmacherei der Konzerne und gefährlich: Das ist ein häufig zu hörendes Argument von Impfkritikern. Aber was ist da wirklich dran?

Martin Schmidt | tagesschau.de

14 Impfungen für Kinder und Jugendliche empfiehlt die Ständige Impfkommission. Das unabhängige deutsche Expertengremium zählt Tetanus, Windpocken, Masern oder auch Keuchhusten zu den Krankheiten, gegen die sich vor allem Kinder und Jugendliche impfen lassen sollen. Eine Pflicht oder gar einen Impfzwang gibt es in Deutschland nicht. Eltern dürfen frei entscheiden.

Und so entscheiden sich auch einige dagegen, weil sie Impfungen skeptisch sehen. Vor allem in Süddeutschland gibt es Landkreise, in denen nur rund 40 Prozent aller Kinder die erforderlichen zwei Impfungen gegen Masern bis zum zweiten Lebensjahr erhalten. Ein Argument der Impfkritiker: Die vielen Impfungen seien Geldmacherei der Pharmaindustrie.

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Wie sich Zellen entwickeln: Wurm hilft Mensch

Der Wurm in uns: Bei der Beobachtung der Labortiere gewinnen die Forscher wichtige Erkenntnisse über den menschlichen Organismus. Foto iStock
Alles hat System. Auch der Organismus. Die Systembiologie erforscht den Entwicklungsprozess von Zellen. Er funktioniert bei Mensch und Wurm ähnlich. Das Ziel der Wissenschaft: das komplexe System des Lebens in Algorithmen beschreiben zu können

Jutta Berger | derStandard.de

Caenorhabditis elegans heißt eines der liebsten Labortiere der Genetiker. Der klangvolle griechisch-lateinische Name kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein Träger ein Winzling ist. Einen Millimeter lang ist der erwachsene C. elegans, und trotzdem gilt er als ein ganz wichtiger Partner für die Forschung. Der Wurm wurde zum Modellorganismus für die Molekularbiologie, weil er – je nachdem, ob Zwitter oder Männchen – immer die gleiche Anzahl an Zellkernen hat. Am elegant und exakt strukturierten Wurm kann der Entwicklungsablauf von Zellen gut nachverfolgt werden.

Am Zentrum für Systembiologie Dresden (CSBD) steht das Biologenhaustier besonders genau unter Beobachtung. Hier ist die Systembiologie daheim, eine interdisziplinäre Forschungsdisziplin aus Biologie, Informatik, Mathematik und Physik, die versucht, komplexe biologische Systeme zu verstehen. Denn auch hinter der Organisation des menschlichen Körpers steckt System: Moleküle organisieren sich zu Zellen, Zellen vernetzen sich zu Geweben, Gewebe wiederum bilden Organe. Aber wie wird aus Zehntausenden von Zellen ein klar strukturiertes Gewebe mit definierter Größe und Funktion? Wie finden sich die Zellen, wie stimmen sie sich ab? Die Systembiologie geht Fragen wie diesen auf den Grund.

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Priester verspielt mehr als 500.000 Euro

Bild: tilly
In Italien hat ein Pfarrer eine hohe Geldsumme verzockt: Mehr als eine halbe Million Euro aus dem Kirchenvermögen blieben am Spieltisch. Doch der Geistliche hat Besserung gelobt.

katholisch.de

Ein italienischer Priester hat mehr als eine halbe Million Euro seiner Kirchengemeinde beim Glücksspiel im Casino verloren. Der 48-Jährige gab die Unterschlagung zu, berichteten italienische Medien am Donnerstag unter Berufung auf kirchliche Quellen. Der Geistliche wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Er musste außerdem zusichern, das verspielte Geld zurückzuzahlen.

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