Antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien


Rapper Kollegah bei der Echo-VerleihungFoto: Reuters/Pool/Axel Schmidt
Über den Auschwitz-Vergleich des Rappers Kollegah ist die Empörung groß. Doch in anderen Liedtexten finden sich deutlich mehr antisemitische Bilder.

Von Leon Holly | DER TAGESSPIEGEL

Die Rapper Farid Bang und Kollegah wurden am vergangenen Donnerstag mit dem Echo für ihr Album „JBG 3“ ausgezeichnet. Eine Zeile des Albums lautet: „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“. Als wäre das nicht genug, erfolgte die Preisverleihung am 12. April, dem israelischen Holocaustgedenktag. Die Zeile rief daraufhin in der Öffentlichkeit laute Kritik hervor.

Das Ziel im Battlerap liegt darin, durch möglichst clevere oder krasse Vergleiche die eigene Person zu überhöhen und Gegner und die Konkurrenz lächerlich zu machen. Provokationen, Geschmacklosigkeiten und lyrische Schläge unter die Gürtellinie liegen in der Natur des Genres. Nach dieser Eigenlogik stellt der Auschwitz-Vergleich ein wirksames Mittel dar. Doch abseits des öffentlichen Fokus finden sich in anderen Liedern von Felix Blume, wie der Rapper Kollegah bürgerlich heißt, unterschwellige antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien.

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