„Auch eine heterosexuelle Beziehung ist nicht frei von Sünde“


Künftig können auch in der bayerischen evangelischen Landeskirche homosexuelle Paare offiziell gesegnet werden. Das hat das evangelische Kirchenparlament am späten Mittwochabend bei seiner Frühjahrstagung in Schwabach beschlossen.

Christiane Ried | evangelisch.de

Der Lesbisch-Schwule Konvent in der Landeskirche begrüßt die Entscheidung der Synode. Nun gebe es endlich Rechtssicherheit, sagt eine der Sprecherinnen, die Nürnberger Pfarrerin Silvia Jühne (50), im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Frau Jühne, was bedeutet der Beschluss der Landessynode für die Homosexuellen in Bayern?

Silvia Jühne: Ich bin sehr froh über diesen Schritt. Der Beschluss ist ein wichtiges Signal an Homosexuelle, gerade auch an die, die in der evangelischen Kirche verwurzelt sind. Und endlich gibt es für die Segen-spendenden Pfarrerinnen und Pfarrer Rechtssicherheit. Unter der Hand hat es solche Segnungen im Gottesdienst bereits gegeben, im seelsorgerlichen Bereich waren sie ja sogar offiziell möglich. Jedenfalls war das immer eine schwierige Gratwanderung. Die Geistlichen haben sich untereinander ausgetauscht, wie man solche Segnungen gestalten könnte. Es herrschte großer Beratungsbedarf. Mit dem Synodenbeschluss wird nun eine offizielle liturgische Handreichung erarbeitet. Ich hoffe, dass wir auch als direkt Betroffene an deren Erstellung mitarbeiten können. Die Arbeitsgruppe, die den Bericht für die Synode vorgelegt hat, hat uns ja leider nicht miteinbezogen.

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