Wie sich Zellen entwickeln: Wurm hilft Mensch


Der Wurm in uns: Bei der Beobachtung der Labortiere gewinnen die Forscher wichtige Erkenntnisse über den menschlichen Organismus. Foto iStock
Alles hat System. Auch der Organismus. Die Systembiologie erforscht den Entwicklungsprozess von Zellen. Er funktioniert bei Mensch und Wurm ähnlich. Das Ziel der Wissenschaft: das komplexe System des Lebens in Algorithmen beschreiben zu können

Jutta Berger | derStandard.de

Caenorhabditis elegans heißt eines der liebsten Labortiere der Genetiker. Der klangvolle griechisch-lateinische Name kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein Träger ein Winzling ist. Einen Millimeter lang ist der erwachsene C. elegans, und trotzdem gilt er als ein ganz wichtiger Partner für die Forschung. Der Wurm wurde zum Modellorganismus für die Molekularbiologie, weil er – je nachdem, ob Zwitter oder Männchen – immer die gleiche Anzahl an Zellkernen hat. Am elegant und exakt strukturierten Wurm kann der Entwicklungsablauf von Zellen gut nachverfolgt werden.

Am Zentrum für Systembiologie Dresden (CSBD) steht das Biologenhaustier besonders genau unter Beobachtung. Hier ist die Systembiologie daheim, eine interdisziplinäre Forschungsdisziplin aus Biologie, Informatik, Mathematik und Physik, die versucht, komplexe biologische Systeme zu verstehen. Denn auch hinter der Organisation des menschlichen Körpers steckt System: Moleküle organisieren sich zu Zellen, Zellen vernetzen sich zu Geweben, Gewebe wiederum bilden Organe. Aber wie wird aus Zehntausenden von Zellen ein klar strukturiertes Gewebe mit definierter Größe und Funktion? Wie finden sich die Zellen, wie stimmen sie sich ab? Die Systembiologie geht Fragen wie diesen auf den Grund.

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