Noch viele „Nazi-Glocken“ in deutschen Kirchen

Themenbild. Hitlerglocke Herxheim am Berg. Bild: youtube/Screengrab: bb. Themenbild
In etwa zwei Dutzend deutschen Kirchen hängen nach einem Pressebericht noch heute Glocken mit Bezug zum Nationalsozialismus. Das habe eine Umfrage in den evangelischen Landeskirchen und der katholischen Kirche ergeben, berichtete das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe.

evangelisch.de

Mindestens 21 Exemplare hängen demnach in evangelischen Kirchen, zwei weitere in einer katholischen Kirche im hessischen Amöneburg im Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Auf den Glocken finden sich Hakenkreuze oder Inschriften, die auf Adolf Hitler oder Ereignisse wie den Anschluss des Saargebiets an das „Deutsche Reich“ verweisen. Einige wurden bereits stillgelegt, abgehängt oder ersetzt. In manchen Fällen ist noch keine Entscheidung gefallen. Manche Landeskirchen haben laut „Spiegel“ keine oder nur unvollständige Erkenntnisse über Inschriften und Symbole im Turmgeläut.

weiterlesen

Neue Kreuzritter: Wie die CSU das „C“ eigenwillig interpretiert

Mit Blick auf die Wählerstimmen hat die CSU das Christentum wiederentdeckt. © dpa
So demonstrativ christlich war die CSU wohl noch nie: Wurde das „C“ in ihrem Parteinamen ansonsten wenig betont, so vergeht nun kaum eine Rede führender Politiker der bayerischen Unions-Schwester ohne die Berufung auf die „christlich-jüdische Tradition“ des Landes.

Von Alexander Jungkunz | nordbayern.de

Als sich Markus Söder nun bei deren Tagung in Schwabach von der bayerischen Landessynode verabschiedete, der er als Protestant einige Jahre angehörte, da wiederholte der neue Ministerpräsident sein vehementes Plädoyer dafür, mehr Kreuze in öffentlichen Räumen aufzuhängen.

Worauf Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm antwortete: „Wir sind uns alle einig, dass es nicht ausreicht, dass Kreuze an der Wand hängen, sondern die Kreuze müssen auch im Herzen sein. Sie müssen, in dem was wir tun und sagen, zum Ausdruck kommen.“

Damit brachte der EKD-Ratsvorsitzende recht treffend jenes Unbehagen zum Ausdruck, das nicht wenige empfinden angesichts des neu entdeckten Vorzeigeglaubens der CSU. Denn was die Partei mit dem Verweis auf das „C“ durchaus auch bezweckt, ist durchschaubar: Wer derart massiv betont, wie sehr das Christentum zu Deutschland (oder Bayern) gehöre; wer dazu ergänzt, „der Islam“ gehöre nicht zu Deutschland, „egal in welcher Form“ (Alexander Dobrindt) – wer so agiert, der grenzt natürlich und gezielt andere aus.

weiterlesen

 

Antisemitismus wird wieder „salonfähig“

Bild: bb
Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hat vor einer zunehmenden Judenfeindlichkeit in Deutschland gewarnt.

evangelisch.de

Nachdem das Bewusstsein, was Antisemitismus angerichtet habe, in Deutschland lange sehr stark gewesen sei, müsse man nun „feststellen, dass Antisemitismus wieder salonfähig wird“, sagte Barley den Zeitungen der Funke-Mediengruppe in Essen.

Die Debatte über die Verleihung des Musikpreises Echo an die Rapper Kollegah und Farid Bang oder der jüngste Übergriff auf einen Israeli in Berlin zeigten das mit erschreckender Deutlichkeit. „Es ist unsere große Aufgabe, dieser Entwicklung entgegenzutreten“, forderte die Ministerin.

weiterlesen

„Esoterik, Geheimgesellschaften, ungewöhnliche Phänomene sehr in Mode“

Afrikanischer Theologe: „Wir leben im Wesentlichen in einer Zeit, die stark von Säkularisierung geprägt ist, eine Säkularisierung, die die Religion demontieren will“ – Gleichzeitig „ziehen Geheimbünde immer mehr Anhänger an“

kath.net

Päpstliche Missionwerke Fides Kara (kath.net/Fides) „Obwohl es nicht so aussieht, strebt unsere Gesellschaft nach Heiligkeit“, sagt der afrikanische Theologe Pater Donald Zagore von der Gesellschaft für Afrikamissionen zum Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus „Gaudete et exsultate“ über den Ruf zur Heiligkeit in der heutigen Welt.

Der von der Elfenbeinküste stammende Theologe betont, dass „wir im Wesentlichen in einer Zeit leben, die stark von Säkularisierung geprägt ist. Eine Säkularisierung, die die Religion demontieren will und zu einem wahren Phänomen der Desakralisierung des Heiligen wurde. Gott ist tot! Wir schreien es laut hinaus! Die einzig akzeptablen Wahrheiten sind von nun an nur die, die der Vernunft zugänglich sind. Doch in unserer heutigen Welt wird auf der anderen Seite auch die Zunahme von Einfluss und Macht von esoterischen, paranormalen und magischen Phänomenen immer deutlicher.“

weiterlesen

Portman boykottiert Preisverleihung aus Protest gegen Netanjahu

Natalie Portman wurde 1981 in Jerusalem geboren. Bild: dpa
Angesichts israelischer Gewalt gegen Palästinenser im Gaza-Streifen sagt Schauspielerin Natalie Portman ihre Teilnahme an einer prestigeträchtigen Zeremonie ab. In ihrer Begründung kritisiert sie explizit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Hollywood-Star Natalie Portman hat ihren Verzicht auf eine Preisverleihung in ihrer Geburtsstadt Jerusalem mit Kritik an der Regierung Israels begründet. Sie habe den Eindruck vermeiden wollen, dass sie den als Redner geladenen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unterstütze, erklärte Portman am Samstagmorgen auf Instagram.

In ihrer Mitteilung heißt es: „Wie viele Israelis und Juden in aller Welt kann ich kritisch zur Führung Israels stehen, ohne die gesamte Nation boykottieren zu wollen.“

Die in Israel geborene Oscarpreisträgerin sollte Ende Juni mit dem Genesis-Preis 2018 ausgezeichnet werden, der auch als „jüdischer Nobelpreis“ bezeichnet wird.

weiterlesen

China: Regierung verbietet Kindern Gottesdienste

©KNA
China geht weiter streng gegen Christen vor: Nachdem bereits der Verkauf von Bibeln verboten wurde, folgt nun der nächste Schritt. Beamte der Religionsbehörde kontrollieren dazu sogar Gottesdienste.

katholisch.de

China droht, Kirchen zu schließen, wenn Minderjährige Gottesdienste besuchen. Das Hongkonger katholische Nachrichtenportal ucanews berichtet von wachsenden Repressionen gegen die christliche Minderheit in der Provinz Henan. Sowohl die „Katholisch-Patriotische Vereinigung“ als auch die Religionsbehörden der Provinz hätten eine Warnung veröffentlicht, in denen sie Christen auffordern, die Gesetze zur Regulierung der Religionsausübung zu beachten. Darin heißt es, dass bisher nur „Propaganda“ und Erziehung streng reguliert worden wären, nun gebe es aber eine „rote Linie“, die Christen ernstnehmen müssen, ansonsten drohe eine Schließung von Einrichtungen und strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.

weiterlesen

Religionsrechtler: ATIB-Auflösung in Österreich wird schwierig

Den türkisch-islamischen Verein ATIB – Betreiber einer Wiener Moschee, in der Kriegsspiele mit Kindern stattgefunden haben sollen – aufzulösen dürfte schwierig werden, so zwei Religionsrechtler.

religion.ORF.at

Dem Verein dürfte im Zuge behördlicher Untersuchungen die verworrene Rechtslage in Österreich zugutekommen: Wohl gäbe es mehrere mögliche Verstöße, die vom zuständigen Kultusamt beanstandet werden könnten, die von mehreren Seiten geforderte Auflösung des Vereins könnte allerdings sehr kompliziert werden. Das haben die beiden Religionsrechtsexperten Stefan Schima und Richard Potz in der aktuellen Ausgabe der „Wiener Zeitung“ dargelegt.

„Doppelgleisigkeit“

So gebe es beim rechtlichen Status von ATIB eine „Doppelgleisigkeit“, erklärte Schima: Einerseits handle es sich dabei um einen Verein, der Dachverband von 65 Moscheevereinen mit über 100.000 Mitgliedern in ganz Österreich ist. Neben dem vom Innenministerium überwachten Vereinsgesetz ist für ATIB jedoch auch das Islamgesetz und somit das im Bundeskanzleramt angesiedelte Kultusamt zuständig.

Schließlich gibt es innerhalb der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) sechs ATIB-Kultusgemeinden, zudem ist ATIB durch die Person von IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun – der zugleich ATIB vertritt – sehr eng mit der Glaubensgemeinschaft verwoben.

weiterlesen

Silent No More – Nicht länger schweigend

Bild. RDF
In den letzten Jahren ist viel über den Anstieg der „Keine“-Personen geschrieben worden, die bei Umfragen zur Religionszugehörigkeit das Kästchen für „keine“ ankreuzen.

Von Michael Shermer | Richard-Dawkins-Foundation

Eine Harris-Umfrage von 2250 amerikanischen Erwachsenen im Jahr 2013 ergab zum Beispiel, dass 23 Prozent aller Amerikaner die Religion aufgegeben haben. Eine Umfrage des Pew Research Center im Jahr 2015 ergab, dass 34 bis 36 Prozent der Millennials (die nach 1980 geborenen) „Keine“ sind, bestätigte damit die 23 Prozent Darstellung und ergänzte, dass dies ein dramatischer Anstieg seit 2007 war, als nur 16 Prozent der Amerikaner sagten, sie seien mit keiner Religion verbunden. In Rohzahlen bedeutet dies einen Anstieg von 36,6 Millionen auf 55,8 Millionen „Keine“. Obwohl sie weit hinter den 71 Prozent der Amerikaner zurückbleiben, die sich in der Pew-Umfrage als Christen identifizierten, sind sie immer noch ein bedeutende Wählergruppe, weit größer als Juden (4,7 Millionen), Muslime (2,2 Millionen) und Buddhisten (1,7 Millionen) zusammen (8,6 Millionen) und vergleichbar mit politisch mächtigen christlichen Sekten wie der Evangelikalen (25,4 Prozent) und Katholiken (20,8 Prozent).

Diese Verschiebung weg von der Dominanz einer bestimmten Religion ist gut für eine säkulare Gesellschaft, dessen Regierung so aufgebaut ist, dass sie Sammelbecken der Macht davon abhält, größer zu werden und auf das Privatleben der Menschen überzugreifen. Aber es ist wichtig zu beachten, dass diese „Keine“ nicht unbedingt Atheisten sind. Viele haben sich von den Mainstream-Religionen in spirituelle New-Age-Bewegungen verwandelt, wie eine Umfrage von 2017 zeigt, die einen Anstieg von 19 Prozent im Jahr 2012 auf 27 Prozent im Jahr 2017 bei denjenigen, die „spirituell, aber nicht religiös“ angaben, verzeichnet. Von dieser Gruppe bezeichneten nur 37 Prozent ihre religiöse Identität als atheistisch, agnostisch oder „nichts Besonderes“.

weiterlesen

Der Planet steht, das System wankt

Keine echte Option, sondern düstere Vision: Klimawandel im Kinohit „The Day After Tomorrow“ Bild: Picture-Alliance
Von wegen Pause: Im Meer, im Eis, im Grünen und in großer Höhe, der Klimawandel kommt immer schneller auf Touren und hinterlässt radikaler denn je seine Spuren in den Datenreihen.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Schwierige Zeiten für gute Vorhersagen: Der Klimawandel überschlägt sich. So klingt es jetzt immer öfter. Doch stimmt das? Sind die bisherigen Vorhersagen noch haltbar? Für jene, die der Klimaforschung schon seit Jahrzehnten überkritisch begegnen und die Klimaprognosen – oft politisch motiviert – pauschal als Humbug abtun, waren sie das noch nie. Für die anderen, die auf dem Teppich wissenschaftlicher Empirie geblieben sind, verdichtet sich eine beklemmende Erkenntnis: Klimaprognosen werden von der Realität tatsächlich nicht nur eingeholt, sie werden immer öfter überholt – und bleiben deshalb ein heikles Geschäft. Je schneller die Dinge physikalisch wie ökologisch aus den Fugen geraten, desto schwerer die Aufgabe der Vorhersage – und der Politikberatung. Zuerst geht die Übersicht verloren, danach beginnt das Chaos. Der Klimawandel als Blackbox?

weiterlesen

 

Polizei erschoss laut Zeitung vergangenes Jahr 15 Menschen

Themenbild.
Polizisten haben nach einem Medienbericht im vergangenen Jahr 15 Menschen bei Einsätzen in Deutschland erschossen.

Frankfurter Rundschau

Das gehe aus einer Umfrage unter den Innenministerien und Polizeibehörden der Bundesländer hervor, berichtete die „Neue Osnabrücker Zeitung“. 40 weitere Menschen seien verletzt worden. Meistens hätten die Beamten aus Notwehr oder zur Nothilfe gehandelt – weil sie ihr eigenes Leben retten oder Menschen in Lebensgefahr helfen mussten, hieß es von der Zeitung.

Gutachten des Bundestags: Luftangriffe in Syrien nicht vom Völkerrecht gedeckt

Bild:: Sana
Wissenschaftliche Dienste widersprechen der Einschätzung der Bundesregierung zu den Militäraktionen der USA, Großbritanniens und Frankreichs

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Luftangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs waren völkerrechtswidrig, das wurde zwar bereits herausgestrichen (an dieser Stelle hier: Völkerrechtswidriger Angriff auf syrische Ziele), aber wenn die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags zu diesem Ergebnis kommen, so hat das eine eigene Qualität und Aussagekraft.

Den besonderen politischen Dreh bekommt das Ergebnis eines Gutachtens, das nicht nur der „Tagesschau vorliegt“, sondern der interessierten Öffentlichkeit im Netz zugänglich ist, dadurch, dass sich die Bundesregierung vor allem treu, aber weniger reflektiert, als man es von einer Regierung mit Ansprüchen („Mehr Führung wagen, mehr Verantwortung“, von der Leyen et al.) erwarten müsste, hinter die Militäroperationen ihrer Nato-Verbündeten in Syrien gestellt hat.

Der Militäreinsatz war erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen.

Angela Merkel

Das Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste zerlegt die argumentative Basis der Einschätzung „erforderlich und angemessen“. In der juristischen Expertise findet sich zwar nicht die explizite Aussage, dass die Angriffe der USA, Großbritannien und Frankreichs völkerrechtswidrig waren, aber es wird eindeutig dargelegt, dass die vorgebrachten Argumente für den Militärschlag nicht mit dem Völkerrecht in Einklang zu bringen sind.

weiterlesen

DiTiB organisiert Kriegsspiele in Moscheen und ist jetzt bestürzt darüber

In der Debatte über muslimische Kinder, die in Moscheen als Soldaten verkleidet auftreten und Krieg spielen, hat sich der türkische Islamverband Ditib „bestürzt“ und „schockiert“ geäußert.

DOMRADIO.DE

„Wir finden diese Veranstaltungen, bei denen Kinder auf Anleitung mit Waffen in der Hand aufmarschieren, auch wenn diese als Theaterspiel oder Folklore gedacht sind, falsch und distanzieren uns von diesen“, erklärte der Ditib-Landesvorstand Nordrhein-Westfalen am Freitag in Köln.

Man habe die Gemeinden ermahnt, derartige Aktionen künftig zu unterlassen, hieß es. Sowohl aus pädagogischer wie auch aus religiöser Perspektive seien solche Aktionen abzulehnen. Der Islam sei „eine Religion des Friedens“. In den vergangenen Tagen hatten verschiedene Medien berichtet, dass in Moscheen in Herford und Mönchengladbach Kinder in Soldatenuniformen auftraten und Krieg inszenierten.

weiterlesen

Stolz, Freude, Zorn und Trauer an Israels Siebzigstem

Israel feiert 70 Jahren Unabhängigkeit des jüdischen Staates. (Bild: Oded Balilty / AP Photo)
So stark wie nie stehe das Land heute da, sagt die Elite des Landes. Die Araber aber erinnern an das Trauma der Nakba, kritische Israeli erinnern an den bis heute unerfüllt gebliebenen Traum vom Frieden.

Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Siebzig Kerzen brennen auf Israels Geburtstagskuchen, und wie jedes Jahr stürzt sich das Land am Jahrestag der Staatsgründung in die Wonnen einer intensiven Debatte über die Befindlichkeit des Landes, den Auftrag der Gründer, über Leistungen und Versäumnisse. Während die einen reden, singen und tanzen, schreiben sich die andern die Finger wund über den angeblichen Verrat der Nationalkonservativen an Theodor Herzls Vision, über das Schicksal der Palästinenser und den unaufhaltsam erscheinenden Rechtsruck, der das Land in die internationale Isolation zu führen drohe.

Verbale Muskelspiele

Die führenden Figuren in Staat und Gesellschaft betonen dagegen, dass Israel allen Grund habe, sich zu freuen und stolz zu sein. Unermüdlich erinnert Ministerpräsident Netanyahu an die Opfer, die das Land bringen müsse, um die hart erkämpfte Freiheit zu bewahren. Das Erreichte resolut zu verteidigen, sei Pflicht. Generalstabschef Eisenkot pries die Stärke der Armee, die niemand in der Region angreifen wolle, weil bekannt sei, dass Israel zu harten Gegenschlägen fähig sei.

weiterlesen

Hitzewelle zerstörte ein Drittel des Great Barrier Reef

Ausgebleichte Korallen im Great Barrier Reef in der Nähe von Port Douglas, Bild vom Februar 2017. (Bild: Greenpeace / Brett Monroe / Reuters)
Eine Hitzewelle zerstörte in den Jahren 2016 und 2017 fast ein Drittel des australischen Great Barrier Reef. Die Erwärmung schädigte die Korallen auf einer mehr als 1000 Kilometer langen Strecke des Riffs.

Neue Zürcher Zeitung

Das Great Barrier Reef an der Nordostküste Australiens hat eine Gesamtlänge von 2300 Kilometern. Doch fast ein Drittel davon hat sich nicht von der Hitzewelle 2016/17 erholt, wie Wissenschafter aus Australien und den USA nun in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift «Nature» schreiben.

Hitzestress als Ursache

«Die Korallen sind nicht langsam verhungert, sie sind direkt als Folge des Hitzestresses abgestorben», erklärt Terry Hughes, der Direktor des ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies an der James Cook University in Townsville. Als Grund für die starke Erwärmung des Wassers nennen die Forscher eine Kombination von Klimawandel und dem Klimaphänomen El Niño.

weiterlesen

To Seek Out New Life: How the TESS Mission Will Accelerate the Hunt for Livable Alien Worlds (Kavli Roundtable)

NASA’s TESS exoplanet mission launches atop a SpaceX Falcon 9 rocket from Cape Canaveral Air Force Station in Florida on April 18, 2018. Credit: SpaceX
A NEW ERA IN THE SEARCH FOR EXOPLANETS — and the alien life they might host—has begun. Aboard a SpaceX rocket, the Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) launched on April 18, 2018, at 6:51 p.m. EDT. The TESS mission, developed with support from The Kavli Foundation, is led by the Massachusetts Institute of Technology (MIT) and the MIT Kavli Institute for Astrophysics and Space Research.

By Adam Hadhazy | SPACE.com

Over the next two years, TESS will scan the 200,000 or so nearest and brightest stars to Earth for telltale dimming caused when exoplanets cross their stars‘ faces. Among the thousands of new worlds TESS is expected to discover should be hundreds ranging in size from about one to two times Earth. These small, mostly rocky planets will serve as prime targets for detailed follow-up observations by other telescopes in space and on the ground. [NASA’s TESS Exoplanet-Hunting Mission in Pictures]

The goal for those telescopes will be to characterize the newfound exoplanets‘ atmospheres. The particular mixtures of gases in an atmosphere will reveal key clues about a world’s climate, history, and if it might even be hospitable to life.

The Kavli Foundation spoke with two scientists on the TESS mission to get an inside look at its development and revolutionary science aim of finding the first „Earth twin“ in the universe.

read more

Reformierte Kirche beschließt nach EuGH-Urteil neues Arbeitsrecht

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum kirchlichen Arbeitsrecht gibt es Bewegung bei den evangelischen Kirchen. So darf die Evangelisch-reformierte Kirche künftig auch Menschen anderer Glaubensrichtungen sowie Konfessionslose einstellen.

evangelisch.de

Die im Kloster Möllenbeck bei Rinteln tagende Synode beschloss am Freitag einstimmig ein entsprechendes Gesetz. Auch in der pfälzischen Landeskirche könnte das Urteil künftig die Einstellungspraxis ändern. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte am Dienstag entschieden, dass beim Verlangen einer Kirchenmitgliedschaft als Voraussetzung für die Arbeit in einer kirchlichen Einrichtung „objektiv“ ein direkter Zusammenhang zwischen der Konfession und der Tätigkeit bestehen müsse. Dies müsse im Einzelfall zudem gerichtlich überprüfbar sein, urteilten die Richter in Luxemburg.

weiterlesen

Diamant: Ganz schön elastisch

Sie sind kostbar, schön und hart – als besonders biegsam waren Diamanten dagegen bisher nicht bekannt. © BlackJack3D/ istock
Von wegen hart und unnachgiebig: Forscher haben herausgefunden, dass Diamanten erstaunlich biegsam und flexibel sein können: in der Form von winzigen, nur wenige hundert Nanometer großen Nadelstrukturen. Demnach zeigt das edle Material in der Welt des Winzigkleinen ungeahnte Eigenschaften. Diese Erkenntnis könnte den Weg für neue diamantbasierte Anwendungen ebnen, wie die Autoren im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Diamant ist ein Material der Superlative: Die Modifikation des Kohlenstoffs gilt aufgrund ihrer besonderen Kristallstruktur als kostbarstes aller Minerale und ist die härteste natürliche Substanz der Erde. Einher mit dieser Härte geht allerdings eine weniger „glanzvolle“ Eigenschaft. Diamanten brechen leicht.

weiterlesen

„Antisemitismus ist Gotteslästerung“

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Auf seiner heutigen Tagung in Hannover hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die jüngsten antisemitischen Vorfälle und Übergriffe in Deutschland scharf verurteilt. Gleichzeitig ruft er dazu auf, gemeinsam gegen Antisemitismus in Deutschland einzutreten:

EKD

„Fast täglich gibt es Berichte über Anfeindungen und Übergriffe gegen Juden in Deutschland. Das erfüllt uns mit großer Sorge und Scham. Wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Gewalt und Beschimpfungen ausgesetzt sind und sich nicht mehr sicher fühlen, können wir das unter keinen Umständen hinnehmen. Nie wieder darf sich Antisemitismus in Deutschland ausbreiten oder gar salonfähig werden.

Als Christinnen und Christen stehen wir uneingeschränkt an der Seite unserer jüdischen Geschwister. Aus theologischer Überzeugung sowie aus historischer Verantwortung für jahrhundertelanges kirchliches Versagen, sagt die Evangelische Kirche in Deutschland klar und unmissverständlich: Christlicher Glaube und Judenfeindschaft schließen einander aus. Antisemitismus ist Gotteslästerung.“

weiterlesen

DITIB-Feiern in Deutschland: Gedenken oder Kriegspropaganda?

Bild: tagesschau.de
Der größte Moscheeverband Europas, DITIB, steht erneut in der Kritik: Bundesweit fanden Gedenkveranstaltungen in Moscheen statt, bei denen auch kleine Kinder uniformiert auftraten.

Von Elmas Topcu, Isabel Schayani | tagesschau.de

Mit heller Stimme tritt ein kleiner, uniformierter Junge auf der Bühne nach vorne, salutiert und ruft so laut er kann: „Wenn es dem Vaterland dient, opfere ich mein Leben.“ Im Publikum sitzen die Eltern und Gemeindemitglieder der DITIB-Gemeinde von Güglingen.

„Bereit zum Krieg!“, ruft ein uniformierter Grundschüler. Dabei trägt er eine Militäruniform und ein Spielzeuggewehr. Applaus vom Publikum – in Duisburg. Ein Mädchenchor, die Jüngste vielleicht acht Jahre alt, singt: „Schlaf ruhig, mein Märtyrer, nie vergibt dieses Volk dem, der dich erschoss.“ Im Hintergrund Bilder von Soldaten – in Castrop-Rauxel.

weiterlesen

Van der Bellen auf Israel-Feier: „Hitler war Österreicher“

Israel feiert 70 Stunden lang – unter anderem mit einer Flushow (im Bild Tel Aviv). Auch in Österreich gab es eine Feier, bei der der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen sprach. – REUTERS
Israel feiert den 70. Jahrestag der Staatsgründung: Bundespräsident Van der Bellen bekennt sich zur Österreichs Verantwortung für die NS-Verbrechen.

Die Presse.com

Es war eine besondere Geste: Bundespräsident Alexander Van der Bellen ließ es sich nicht nehmen, im Wiener Palais Liechtenstein beim Empfang zum 70. Jahrestag der Gründung Israels eine Rede zu halten. Darin gratulierte er dem jüdischen Staat nicht nur zu dessen „phänomenalem wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Erfolg“, sondern legte auch ein Bekenntnis zur österreichischen Mitverantwortung an der Shoa, dem Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden. Verkürzt lasse sich diese Mitverantwortung in einem Satz zusammenfassen: „Hitler war Österreicher.“ Unter den Tätern seien viele Österreicher gewesen, sagte der Präsident. „Ich verneige mich vor den Opfern des Nationalsozialismus.“

Die israelische Botschafterin in Österreich, Talya Lador-Fresher, sagte: Obwohl Israel seit seiner Entstehung von Konflikten begleitet werde, sei es ein „demokratischer, moderner Staat mit einer bunten und dynamischen Gesellschaft, der seine Stärke und Einheit aus der Vielfalt bezieht“.

weiterlesen