Der Planet steht, das System wankt


Keine echte Option, sondern düstere Vision: Klimawandel im Kinohit „The Day After Tomorrow“ Bild: Picture-Alliance
Von wegen Pause: Im Meer, im Eis, im Grünen und in großer Höhe, der Klimawandel kommt immer schneller auf Touren und hinterlässt radikaler denn je seine Spuren in den Datenreihen.

Von Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Schwierige Zeiten für gute Vorhersagen: Der Klimawandel überschlägt sich. So klingt es jetzt immer öfter. Doch stimmt das? Sind die bisherigen Vorhersagen noch haltbar? Für jene, die der Klimaforschung schon seit Jahrzehnten überkritisch begegnen und die Klimaprognosen – oft politisch motiviert – pauschal als Humbug abtun, waren sie das noch nie. Für die anderen, die auf dem Teppich wissenschaftlicher Empirie geblieben sind, verdichtet sich eine beklemmende Erkenntnis: Klimaprognosen werden von der Realität tatsächlich nicht nur eingeholt, sie werden immer öfter überholt – und bleiben deshalb ein heikles Geschäft. Je schneller die Dinge physikalisch wie ökologisch aus den Fugen geraten, desto schwerer die Aufgabe der Vorhersage – und der Politikberatung. Zuerst geht die Übersicht verloren, danach beginnt das Chaos. Der Klimawandel als Blackbox?

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