Simandou – ein Musterbeispiel für Misswirtschaft in Afrika


Grafik: Darwinek. Lizenz: CC BY-SA 3.0
Warum das größte Eisenerzvorkommen der Welt seit über 20 Jahren nicht abgebaut wird

Christoph Jehle | TELEPOLIS

Man muss den vom Westen bekämpften und letztlich gepfählten früheren Herrscher Libyens nicht mögen, aber Gaddafi hat die Erlöse aus dem Erdölexport in die Infrastruktur des Landes investiert, wie kein anderer Staatsführer in Afrika. In den meisten Ländern Afrikas stopfen sich jedoch seit kolonialen Zeiten wenige Einflussreiche die Taschen voll und westliche Konzerne helfen ihnen dabei.

Das westafrikanische Guinea, das sich den Wahlspruch „Travail, Justice, Solidarité“ gegeben hat, besitzt den größten Eisenerzvorrat der Welt, der mehr als 100 Milliarden Dollar wert sein soll, kann ihn jedoch nicht abbauen – und das hat viele Gründe. Das Objekt der Begierde ist der Simandou-Hügelzug. Vor 16 Jahren stieß der australisch-britische Bergbaukonzern Rio Tinto in der ehemals französischen Kolonie auf dieses Vorkommen an Eisenerz höchster Reinheit, das auf über zwei Milliarden Tonnen geschätzt wurde.

Da das Erz an der Oberfläche austritt, kann der Bergbau im kostengünstigen Tagebau erfolgen. Guinea, bislang eines der ärmsten Länder Afrikas, könnte seine Staatseinnahmen verdoppeln und die Entwicklung des Landes drastisch beschleunigen. Drastisch bleibt bis heute jedoch nur das Scheitern des Abbau-Projektes. Simandou gilt als Vorzeigebeispiel des afrikanischen Ressourcenfluchs, der statt Wohlstand nur Armut, Konflikte und Korruption bringt.

weiterlesen