Wie die Friedensbewegung in den ewigen Krieg führte


Frühere amerikanische Kriege waren nicht weniger brutal gewesen. Aber mit Vietnam wurden erstmals Taktiken debattiert – und angeprangert. (Bild: Art Greenspon / AP)
Der Protest gegen den Vietnamkrieg war ein Kernelement der amerikanischen 1968er Bewegung. Mittelfristig hatten die Demonstranten Erfolg: Die USA zogen sich aus Vietnam zurück. Langfristig gesehen haben die Friedensaktivisten indes eine neue Kriegsform beflügelt.

Andrew Preston | Neue Zürcher Zeitung

Die Drohne ist zum Inbegriff der amerikanischen Kriegsführung geworden. Seit den 1980er Jahren und vor allem im «Krieg gegen den Terror», der seit dem 11. September geführt wird, haben unbemannte Flugdrohnen den Grossteil der amerikanischen Kampfhandlungen im Nahen Osten bestritten. Der Reiz dieser Geräte ist offensichtlich: Sie gelten als präzise, sie bringen keine amerikanischen Soldaten in Gefahr, sie operieren meist im Verborgenen, und sie können im Handumdrehen überall auf der Welt eingesetzt werden. Das alles macht sie attraktiv für die Entscheidungsträger in Washington, die Kriege effizient, aber ohne grosses Aufhebens führen wollen.

Diese neue Art der Kriegsführung war ein Resultat der sogenannten Revolution in Military Affairs, die zu Beginn der 1980er Jahre die amerikanische Militärstrategie umwälzte. Seither setzt das Pentagon ganz auf Technologie, insbesondere aus der Luft – unbemannte Drohnen, präzisionsgesteuerte Raketen oder Tarnkappenbomber verkörpern dieses damals neue Vertrauen.

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