Aufstand der Paschtunen in Pakistan


Paschtunen in Kandahar. Bild (2010): Mark O’Donald/U.S. Navy. Gemeinfrei
Seit Monaten protestieren Pakistans Paschtunen Regierung, Sicherheitskräfte und Geheimdienst

Emran Feroz | TELEPOLIS

Manzoor Ahmed Pashteen trägt meistens ein rotes Käppi mit schwarz-weißer Stickerei. Es soll einst einem armen Arbeiter aus Pashteens Heimat, der pakistanischen Region Waziristan an der Grenze zu Afghanistan, gehört haben. Der junge Paschteen gab dem Arbeiter seine neue Kopfbedeckung und nahm im Gegenzug dessen abgetragene Kappe. Es war ein Ausdruck der Solidarität. Mittlerweile ist die Kappe zum Symbol des friedlichen Widerstands geworden.

Seit Monaten protestieren Pakistans Paschtunen gegen das sogenannte Establishment, bestehend aus Regierung, Sicherheitskräften und Geheimdienst. Alles begann, als Polizisten im Januar in Karachi den jungen Familienvater Naqeebullah Mehsud erschossen.

Die Polizei bezeichnete ihn und drei andere Paschtunen, die ebenfalls getötet wurden, als „Terroristen“ mit Verbindungen zur Terrormiliz IS. Nichts davon stimmte. Doch weil sie Paschtunen aus den Stammesgebieten waren, wurden sie als Extremisten abgestempelt.

Auch Mehsud stammte aus Waziristan. Die Mehsud sind dort ein großer Stamm, und so gibt es viele Namensvetter, darunter auch Führer der pakistanischen Taliban wie Hakimullah Mehsud oder Baitullah Mehsud, die durch US-Drohnenangriffe getötet wurden. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass jeder Mehsud oder jeder Paschtune aus der Region ein militanter Kämpfer ist.

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