Extremismusforscherin: „Die Marke Nazi wird gerade neu definiert“


Die Philosophin und Extremismusforscherin Julia Ebner. Foto: BNEW/Mike Fröhling
Julia Ebner forscht über Rechtsextremismus und Islamismus. Nicht nur in Büchern und auf Websites. Sie arbeitete auch Undercover in rechtsradikalen und dschihadistischen Milieus.

Von Arno Widmann | Berliner Zeitung

In Ihrem Buch „Wut“ geht es Ihnen wesentlich um die strukturellen Ähnlichkeiten von Islamismus und Rechtsextremismus.

Es gibt auch Zusammenarbeit zwischen diesen scheinbaren Gegnern. Der IS-Attentäter, der im Januar 2015 an der Porte de Vincennes einen koscheren Supermarkt überfiel, vier Juden tötete und Geiseln nahm, hatte seine Kalaschnikow von Claude Hermant, einem Mitglied der identitären Bewegung aus Lille. Es gibt überall in Europa und auch in den USA Neonazis, die zum Dschihadismus konvertierten. Sascha L. aus Berlin ist ein deutsches Beispiel. Der war 26, als er als Salafist verhaftet wurde. Da hatte er schon eine Neonazi-Karriere hinter sich.

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