„Orwells ‚1984‘ war als Warnung gedacht, nicht als Gebrauchsanleitung“


Parteitag der Bayernpartei im Wappensaal des alten Münchner Flughafens. Foto: TP
Die Bayernpartei kritisiert das neue Polizeiaufgabengesetz der CSU und hofft, dass ihr ein neues Lebensgefühl und eine Unzufriedenheit mit Merkel und der Union zum Wiedereinzug in den Landtag verhelfen

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

In Berlin haben die drei Regierungsparteien in Umfragen zusammen 55 Prozent. Trotz einer nicht funktionierenden Verwaltung, trotz eines Milliardengrabes Willy-Brandt-Flughafen und trotz einer Sicherheitslage, in der der Bürgermeister empfiehlt, ein Taxi zu nehmen. Das weckt bei immer mehr Bayern den Eindruck, dass der Kern des Problems gar nicht alleine die Regierenden in Berlin sind, sondern auch deren Wähler.

Wenn das so ist, dann wäre nicht die Wahl anderer Parteien auf Bundesebene die Lösung, sondern die Abspaltung von einer Berliner Republik, deren Bewohner mehrheitlich etwas wollen, was man in Bayern nicht will. Manches davon wollen bayerische Wähler auch deshalb nicht, weil sie davon überzeugt sind, dass es in eine Katastrophe führt: „Sozialstaat und offene Grenzen, des geht schoo – aber hoid ned lang“, wie es heißt. Der Austritt aus der Bundesrepublik ist aus so einer Sicht mittelfristig das geringere Risiko für die Bewohner Bayerns.

So sieht man das in der Bayernpartei (vgl. Politischer Aschermittwoch 2018: die Opposition in Bayern), die heute Mittag in der Wappenhalle des alten Münchner Flughafens mit Böllerschützen, Blasmusik und einer Gastrede des Südtiroler Landtagsabgeordneten Sven Knoll ihren Parteivorsitzenden Florian Weber zum Spitzenkandidaten kürte und ein „Weiß-Blaues Manifest“ mit einem Drei-Stufen-Plan zum Ausstieg aus der Berliner Republik vorstellte.

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