Braucht es für die Schule bald einen DNA-Test?


In welchem Kind schlummert das Genie? Forscher wollen mit DNA-Tests das kognitive Potenzial von Kindern abschätzen. (Bild: Your Photo Today)
Forscher entdecken immer mehr Gene, die unsere Intelligenz beeinflussen. Die ersten DNA-Tests sind bereits auf dem Markt. Warum sie nichts taugen.

Von Theres Lüthi | NZZ am Sonntag

Ungefähr alle zehn Jahre wird der Streit darüber entfacht, ob Intelligenz angeboren ist oder nicht, verknüpft mit der Frage, ob Schwarze, Ausländer, Frauen nicht vielleicht von Natur aus ein wenig dümmer sind – so war unlängst in einer deutschen Zeitung zu lesen. 2018 ist nun wieder so ein Jahr. Mit einem Artikel, der den Titel «The New Genetics of Intelligence» trägt und im März im renommierten Fachjournal «Nature» erschienen ist, hat der Verhaltensgenetiker Robert Plomin den Streit um die genetischen Grundlagen von Intelligenz neu lanciert.

«Intelligenz ist stark vererbbar und eignet sich besser zur Vorhersage von Bildungsstand, beruflichem Erfolg oder Lebenserwartung als jede andere Eigenschaft», schreibt der Professor, der am King’s College in London tätig ist. Doch welche unserer rund 20 000 Gene die Intelligenz beeinflussen, war bis vor kurzem unklar. Noch vor einem Jahr war kein einziges Gen bekannt, das mit ihr in Verbindung gebracht werden konnte. Dies hat sich geändert.

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