Skripal-Nervengift-Anschlag ist aus der medialen Aufmerksamkeit verschwunden


Grafik: TP
Es war die große Aufregung, bis dann der angebliche Giftgasangriff in Douma geschah. Die britische Regierung verknüpfte schnell den Anschlag auf den Doppelagenten Skripal und seine Tochter mit dem angeblichen Giftgasangriff, um Russland an den Pranger zu stellen und die Gefahr vor dem Putin-Staat zu beschwören, dem mehr oder weniger alles zuzutrauen sei.

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Gemeinsam mit dem vorpreschenden Frankreich, das mit Präsident Macron um eine privilegierte Beziehung zu Washington buhle, wurden schließlich von den USA und Großbritannien, ohne Aufklärung der Chemiewaffeninspekteure abzuwarten und in deren Anwesenheit in Syrien, Ziele der syrischen Regierung bombardiert.

Doch seitdem hört man von der Aufklärung über beide Vorfälle kaum mehr etwas. Mit dem Bombardement scheint man auch die Medienaufmerksamkeit begraben zu haben, einzig Russland versucht weiterhin, die Anklagen zurückzuweisen und seine Deutung medial zu verbreiten. So wurden unlängst angebliche Zeugen zur russischen Botschaft bei der OPCE in Den Haag gebracht, um die russische These zu demonstrieren, dass der Giftgasangriff, von den Weißen Helmen dokumentiert, eine große Inszenierung gewesen sei. Die These ist, dass normale Bomben die Menschen getötet und der dabei entstehende Staub bei anderen zu Erstickungssymptomen geführt habe. Sechs der Zeugen, die von Russland nach Den Haag gebracht wurden, seien auch bereits von der OPCW befragt worden.

Im Westen wird Russland mit dieser Behauptung, die auf nicht weniger bezweifelbaren Aussagen wie die Filme der Weißen Helme beruht, als bizarr, obszön, jedenfalls als verhüllende und ablenkende Desinformation abgetan. Dabei haben die Inspektoren der OPCW bislang weiterhin keinen Bericht vorgelegt. Die OPCW war allerdings nicht von der Vorführung der Zeugen angetan, Russland hätte damit bis zum Abschluss warten sollen.

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