Katholische Kirche – Missbrauchsskandal ohne Ende


Der Missbrauchsskandal erschüttert den Vatikan nun auch in seinem Zentrum. Quelle: imago
Die Meldungen über Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche reißen nicht ab. Papst Franziskus wird vorgeworfen, wenig Konsequenz zu zeigen.

Von Jürgen Erbacher | ZDF heute

Die katholische Kirche kommt bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals nicht zur Ruhe. In Australien steht mit Kardinal George Pell einer der weltweit prominentesten und einflussreichsten Vertreter der katholischen Kirche im Zentrum eines Skandals. Heute hat die Justiz in Melbourne entschieden, Pell wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs den Prozess zu machen. Pell bestreitet die Vorwürfe. Erst vor zwei Wochen musste Papst Franziskus „schwere Fehler“ im Umgang mit Missbrauchsfällen in Chile eingestehen.

Papst Franziskus machte zu Beginn seines Pontifikats deutlich, dass er die Null-Toleranz-Politik seines Vorgängers Benedikt XVI. gegenüber den Tätern fortsetzen möchte. Im Frühjahr 2014 richtete Franziskus eine Kinderschutzkommission ein. Sie sollte die römische Zentrale und die Bischofskonferenzen in aller Welt bei der Präventionsarbeit beraten. Kompetenzen im Bereich der Aufarbeitung von Altfällen hatte sie nicht. Die beiden in der Kommission vertretenen Missbrauchsopfer hatten sich vorzeitig aus dem Gremium zurückgezogen. Unter anderem warfen sie der Glaubenskongregation, die im Vatikan für Missbrauchsfälle zuständig ist, mangelnde Kooperation vor.

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