Netanjahu setzt zur Eskalation auf Bilder: „Iran lügt“


Bild: pmo.gov.il
Der Iran habe sein geheimes Atomwaffenprogramm fortgesetzt, Trump stimmt der israelischen Präsentation zu, Knesset verabschiedet Gesetz, nach dem der Regierungschef und er Verteidigungsminister einen Krieg erklären können

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Mit seinem dramatischen „Multimedia“-Auftritt hat der israelische Regierungschef gestern angeblich US-Präsident Donald Trump in seiner Haltung gegen den Iran und das Iranabkommen (JCPOA) bestärkt. Mit der angeblichen Vorlage von „Beweisen“ sagt Netanjahu, dass der Iran trotz des Abkommens weiter ein geheimes Atomwaffenprogramm verfolgt und er in wenigen Jahren nach Ende des Abkommen unbegrenzt Uran anreichern könne. Die israelischen Geheimdienste hätten 55.000 Dokumente und 183 CDs aus dem iranischen „Nuklear-Archiv“ aufgespürt, die das belegen. Sie belegen allerdings höchstens, dass der Iran vor dem Abkommen ein Atomwaffenprogramm verfolgte, nicht aber, dass dies weiterhin der Fall ist. Man erhält angesichts des Auftritts den Eindruck, dass hier ähnlich wie vor dem Irak-Krieg mit vermeintlichen Beweisen agiert wird.

Man darf annehmen, dass der Bühnenauftritt Netanjahus mit der US-Administration abgesprochen war, schließlich war Außenminister Mike Pompeo zu Besuch in Israel, was vermutlich Israel dazu nutzte, um mit wahrscheinlich bunkerbrechenden Raketen zwei Militärstützpunkte in Homas und Aleppo anzugreifen. Die Detonationen waren so heftig, dass sie als Erdbeben registriert wurden. Mit dem Zeichen wurde Macht gezeigt, während die syrische Regierung und letztlich auch Russland düpiert wurden. Die Raketenabwehr scheint in diesem Fall nicht funktioniert zu haben, die russische wurde nicht aktiviert. Ob Iraner dabei getötet wurden, ist umstritten, der Iran leugnet dies, vielleicht auch deswegen, um nicht zu einem Gegenangriff gezwungen zu sein.

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