Abtreibung soll aus Belgiens Strafgesetzbuch gestrichen werden: Nur noch eine „medizinische Maßnahme“?


Belgische Politiker wollen Abtreibung aus dem Strafgesetzbuch streichen. Schwangerschaftsabbrüche sollen nach ihren Wünschen künftig in einem Gesundheitsgesetz als medizinische Maßnahme angesiedelt sein.

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Am Mittwochabend diskutierten sie über die Gesetzesvorschläge zum Thema, wie belgische Zeitungen (Donnerstag) berichten.

Abtreibungsfristen verlängern

Einige Politiker wollen gleichzeitig die Abtreibungsfristen von der 12. bis zur 20. Schwangerschaftswoche verlängern. Das solle „Abtreibungstourismus“ in die Niederlande reduzieren, wo diese Frist für straffreie Abbrüche bereits gilt.

Nach Wunsch mancher belgischer Politiker soll auch die Zeit zwischen dem ersten Arztbesuch und dem eigentlichen Schwangerschaftsabbruch von sechs auf zwei Tage reduziert werden, heißt es weiter. Ob es im Parlament noch vor der Sommerpause Ende Juli zu einer Abstimmung kommt, ist noch nicht klar.

Katholische Kirche gegen Abtreibung

Die katholische Kirche lehnt Abtreibungen ab. Die Kirche erlaubt jedoch einen medizinischen Eingriff zum Schutz der Mutter, der laut Glaubenskongregation „als Nebeneffekt den Tod des Kindes zur Folge haben kann“.

1 Comment

  1. Bravo Belgien!
    Das belgische Volk ist zwar zu 75% katholisch, aber Belgien beginnt, sich aus der von der Katholischen Kirche verordneten Unmündigkeit zu befreien.
    Mögen die irischen, maltesischen und sonstigen Katholiken/-innen dem belgischen Beispiel folgen!
    Frage:
    Wer hat die Fristenregelung beim Schwangerschaftsabbruch erfunden?
    Antwort:
    Halten Sie sich fest: Es war niemand anders als die Katholische Kirche und zwar in Form der „Sukzessivbeseelung“, welche von 1140-1869, mit dreijähriger Unterbrechung von 1588-1691 im röm.-kath. Kirchenrecht verankert war.Demnach war ein männlicher Embryo nach 40 Tagen „beseelt“, ein weiblicher nach 90 Tagen.
    Später wurde die „Beseelung“ beim weiblichen Embryo auf 80 Tage gesenkt.
    Weil man damals das Geschlecht des Embryos nicht feststellen konnte, durften Frauen bis zum 90. Schwangerschaftstag abtreiben, ohne exkommuniziert, ohne als „Mörderin“ stigmatisiert zu werden.
    Diese Sukzessivbeseelung war eine inoffizielle Fristenregelung, weil man ebenso wie bei der heutigen Fristenregelung davon ausging, dass zu Beginn der Schwangerschaft kein „Mensch“ existierte, sondern erst nach einer gewissen „Frist“.
    Nur die Begründung war anders:
    Bei der Sukzessivbeseelung durfte frau abtreiben, weil der unbeseelte Embryo lediglich ein Zellklumpen war; bei der heutigen Fristenregelung darf frau abtreiben, weil der Embryo nicht extrauterin (über)lebensfähig ist.

    Die Tatsache der Sukzessivbeseelung weiss heute kaum noch jemand.
    Deshalb muss diese Sukzessivbeseelung breit unters Volk gebracht werden, dann hört wohl kaum noch jemand auf das dumme Geschwätz der Katholischen Kirche.
    Lesen Sie zur Sukzessivbeseelung zwei Artikel der katholischen Theologin Uta Ranke-Heinemann:
    1.
    „Abtreibung: Wann ist ein Mensch ein Mensch? – Wg. Maria“
    in Zeit-online
    2.
    „Unbefleckte Empfängnis II – Nun lächelt Maria nicht mehr“
    in „der freitag“

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