Die Türkei als Brückenbauer für den Islamismus


In 16 Ländern verteidigt die Bundeswehr unsere Freiheit. Doch längst hat sich die Verteidigungslinie zum Bosporus verlagert. Die Türkei ist nicht mehr das Bollwerk gegen den Islamismus. Europa muss dafür eine neue Strategie entwickeln

Von Heinz Theisen | Cicero

Unsere Sicherheit wird am Hindukusch verteidigt – Auf diesem Irrglauben beruht die erneute Ausweitung der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Dabei waren es gerade die gescheiterten militärischen Interventionen, die Terror und Massenmigration nach Europa lockten. Unter Berufung auf die universalistischen Werte der Demokratie mischt sich die Europäische Union in die Angelegenheiten anderer Kulturkreise ein, in denen Religion und Politik miteinander verstrickt sind.

Der desaströse Zustand der Bundeswehr steht in einem tragikomischen Missverhältnis zur Vielzahl ihrer Auslandseinsätze. Bei all den globalen Verpflichtungen sind die Europäer zur Selbstverteidigung des eigenen Bündnisterritoriums heute kaum mehr in der Lage. Unsere Freiheit und Sicherheit werden heute nicht am Hindukusch, sondern bereits am Bosporus in Frage gestellt. Da die Türkei weiterhin Nato-Mitglied und EU-Beitrittskandidat ist, stellen diese Verstrickungen zunehmend den Sinn und auch die Strukturen des Westens in Frage.

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