Cannabis in Frankfurt: Ärzte verschreiben die Droge nicht gern


Cannabis wird je nach Arzneimittel in unterschiedlichen Formen weiterverarbeitet. Foto: rtr
David Lang informiert über seine Erfahrungen in der Beratungsstelle für Cannabis als Heilmittel in Frankfurt.

Von Friederike Tinnappel | Frankfurter Rundschau

Der Arzt David Lang ist Leiter der Malteser-Suchthilfe. Seit Juni 2015 bietet er zusammen mit dem Juristen Markus Cronjäger an jedem ersten Mittwoch im Monat im Stadtgesundheitsamt eine Beratung zu Cannabis als Arzneimittel an. Im Europa des 19. Jahrhunderts galt Hanf als Allheilmittel, etwa bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Asthma. Das Aus kam 1925: Auf der 2. Internationalen Opiumkonferenz in Genf wurde Cannabis neben Heroin und Kokain verboten. „Die Substanz ist zu Unrecht verteufelt worden, aber sie sollte nicht glorifiziert werden“, sagt Lang im Gespräch mit der FR.

Vor allem Schmerzpatienten und ADHS-Patienten, die hyperaktiv sind und keine Ruhe finden, kommen ins Gesundheitsamt, um sich beraten zu lassen. Sie wollen wissen, ob ihnen das sogenannte medizinische Cannabis, das in der Apotheke in Form von Blüten, Tropfen, Dragees oder auch als Mundspray erhältlich ist, verschrieben werden kann. Lang und Cronjäger informieren, bei welchen Krankheitsbildern Cannabis auf Rezept theoretisch einsetzbar ist und mit welchen Nebenwirkungen und Risiken gerechnet werden muss.

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