Markus Söder: Dodo des Monats April 2018


Dodo des Monats April 2018 ©HFR

Bayern im Frühjahr 2018. Markus Söder besteigt den Thron des Landesherren und verfügt überall soll Kreuz sein. Zwangsmission wie im Mittelalter, gerade so, als wenn die Aufklärung der letzten 300 Jahre überhaupt nicht stattgefunden habe. Landesherrlich verkündet Protestant Söder die Hegemonie des Kreuzes für bayrische Behörden.  Grundgesetz, was juckt das Grundgesetz, den Gotteswahnsinnigen juckt es nicht, nur die Gesetze seines imaginären Freundes im Nirgendwo.
Die religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates ist kein Begriff aus dem Verfassungstext, ist jedoch aus den Artikeln 3 III, 4 I, 33 III GG und Artikel 136 I, IV Weimarer Reichsverfassung herleitbar. Soweit die Theorie, es sind Politiker wie Söder, und er ist da bei weitem nicht der einzige, die das Gebot der religiös-weltanschaulichen Neutralität mit den Füßen treten und mit den Händen schlagen.  Söder verordnet seinen Untertanen behördliches Christentum. Die sinkende Bedeutung der Kirchen machen Politiker wie der Protestant Söder wett, azyklisch versteht sich, geht es der Politik um den Glauben wird gelogen, dass sich die Balken des Kreuzes biegen. Er ist nicht die hellste Kerze auf der Torte namens CSU aber mit einem durchaus krankhaft zu nennenden Ehrgeiz behaftet, der Gotteswahn tut ein übriges dazu. Man wartet auf den Tag, an dem Söder ausruft: „Ich bin Jesus.“ Ein Politiker der seine Religion wie ein radschlagender Pfau in der Öffentlichkeit prostituiert. Politisch-religiöse Nuttigkeit.

Das Kreuz sei Liebe. Soviel Liebe, dass vor Jahren der Ratzinger-Papst vom Kreuz stieg, weil er dessen überdrüssig war und ein beschauliches Klosterleben vorzog.

Das Kreuz in wandelbarer Tradition, ob nun als Tatzenkreuz des Deutschen Ritterordens, der Templer, das Eiserne Kreuz bis hin zum Balkenkreuz der Wehrmacht und der Bundeswehr. In der Tradition steht das Kreuz der Christenheit für Aggression, Eroberung, Krieg, Dinge die Protestant Söder noch nicht einmal in Erwägung zieht. Das Kreuz als Macht-und Anspruchssymbol. Und so tut er ein übriges dazu, den Untertanen das Kreuz zu verordnen.

Leere Kirchen, aber spuckt man in bayrischen Landen aus, trifft man unweigerlich ein Christen-Kreuz. Bedford-Strohm umschleicht seinen Ministerpräsidenten wie ein subalterner Lakai, Marx anfänglich durchaus kritisch, kriecht mittlerweile zu Kreuze. Herrlich, wenn wir schon als Kirchen zu blöd sind unseren Bedeutungsverlust umzukehren, haben wir in Söder ja einen der rigoros missioniert.

Wie chronisch und vor allem tief manifestiert der Gotteswahn bei Söder ist, zeigt folgendes Beispiel:

In der Debatte um die MTV-Zeichentrickserie Popetown, für die der Sender mit einem vom Kreuz gestiegenen lachenden Christus vor einem TV-Gerät warb, forderte Söder 2006 ein klares Verbot von Blasphemie im Strafrecht. Wenn Kirche und Papst in einer Zeichentrickserie für Jugendliche lächerlich gemacht würden, habe das „nichts mehr mit Satire zu tun“. Er forderte, der § 166 des Strafgesetzbuches müsse um konkrete Schutztatbestände erweitert werden. Er begründete seine Position im Folgenden weiterhin damit, dass religiöse Symbole endlich gesetzlich geschützt werden müssten.

Nachdem Volker Beck erklärt hatte, der § 166 StGB sei „nicht mehr zeitgemäß“ und „ein Relikt aus voraufklärerischer Zeit“, erwiderte Söder: „Volker Beck spinnt.“ Er erklärte, der Schutz und die Achtung religiöser Gefühle gehörten zu den „Grundwerten unserer Gesellschaft“. Mit der CSU werde es daher eine Abschaffung des strafrechtlichen Verbots der Gotteslästerung „niemals“ geben. Stattdessen sei eine Verschärfung des Paragrafen notwendig, um religiöse Symbole besser vor Verunglimpfungen zu schützen.Wikipedia

Söder ist erst wenige Wochen im Amt, wir dürfen gespannt sein, welche Religiotie in Bayern noch verkündet werden wird.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.