Enttäuschte Paternalisten wie Palmer sind die schlimmsten


WELT-Autor Alan Posener Quelle: Martin U. K. Lengemann
Der Fall der renitenten Asylbewerber in Ellwangen entlarvt Politiker wie den Grünen Boris Palmer. Solche Leute denken ernsthaft: Schwarze müssten dankbar und zahm sein, wenn sie mal nicht unterdrückt werden.

Von Alan Posener | DIE WELT

Es wurde gefeiert wie früher ein militärischer Sieg gegen den Erzfeind: 500 Polizisten gegen 150 Asylbewerber. Wie Donnerhall ging nach Ellwangen der Ruf durch die Republik: „Wir dulden keine rechtsfreien Räume!“ So das Exmitglied des maoistischen KBW, Winfried Kretschmann, inzwischen Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt forderte „ab sofort maximale Härte gegen Abschiebeverweigerer“.

Dem grünen Exrevolutionär und dem Künder einer konservativen Revolution schlossen sich mehr oder weniger alle Politiker und die meisten Publizisten der Republik an. Dass sich die Heimbewohner in Ellwangen mit ihrem abzuschiebenden Mitbewohner solidarisierten und ihre Übermacht nutzten, um die vier – vier! – zu Abholung geschickten Polizisten einzuschüchtern, war weder richtig noch schön. Dadurch wurde aber das Landeserstaufnahmezentrum nicht zum „rechtsfreien Raum“. Den gibt es in Deutschland, leider, und meistens sind nicht Ausländer darin tätig: besetzte Häuser. National befreite Zonen. Labors, in denen Abgasschummelsoftware ausgetüftelt wird.

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