Panpsychismus: Die seltsame Wiederkehr der Weltseele


Die Grenzen zwischen beseelter und unbeseelter Materie sind laut Panpsychismus fliessend. (Bild: Mauritius)
Der Panpsychismus, also die Vorstellung, dass alle Dinge geistige Eigenschaften besitzen, ist wieder salonfähig geworden. Das zeugt vor allem von einem tiefen Misstrauen gegenüber den Naturwissenschaften.

Eduard Kaeser | Neue Zürcher Zeitung

Bis ins 19. Jahrhundert hinein, als die Naturwissenschaften definitiv die Vorherrschaft im Welterklären erlangten, hielt sich die Vorstellung, dass das Universum im Grunde regiert sei von einer kosmischen Akteurin namens Weltseele. Sie durchdringt alles Existierende und sorgt für einen Zusammenhang und Zusammenhalt von allem: Die Welt ist ein beseelter Makroorganismus. Diese Idee trat zunehmend zurück vor der viel mächtigeren und umgänglicheren Idee der Welt als eines Makromechanismus, oder heute: eines Makroalgorithmus.

Die Idee der Weltseele gewinnt in den Naturwissenschaften und vor allem in der Wissenschaftsphilosophie wieder an Diskussionswürdigkeit. Man spricht vom Panpsychismus oder Kosmopsychismus. Die Gründe dafür liegen in der Entwicklung der Wissenschaft selbst. Und zwar sind es zwei Brennpunkte, die das Interesse der einschlägigen Forscherkreise binden und bündeln: Universum und Gehirn. Beide haben mit einem sogenannten «harten Problem» zu schaffen.

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