Warum Mindestpreise das Alkoholproblem nicht lindern


Schottland hat Mindestpreise eingeführt, damit weniger Menschen am Alkohol sterben. Das ist gut gemeint. Doch ansetzen sollte man erst an anderer Stelle. Ein Kommentar.

Von Friedhard Teuffel | DER TAGESSPIEGEL

Ein paar Kisten Bier werden aus dem Supermarkt getragen. Das kann die Aussicht auf eine beschwingte Feier sein. Mit vielen Freunden und guter Laune. Oder die Diagnose einer Sucht. Die Grenze dazwischen ist fließend.

Alkohol erzeugt wie keine andere Substanz ein ganzes gesellschaftliches und kulturelles Panorama bis hin zu religiöser Symbolik. Wer nicht auf die gute Seite sieht, die des Genusses, des Gelöstseins und der Geselligkeit, kann sich auf der anderen Seite eine imposant-traurige Schadensbilanz anschauen. Mit 20.000 Menschen, die geschätzt jedes Jahr in Deutschland an den direkten Folgen des Alkoholkonsums sterben, mit 13.000 alkoholbedingten Unfällen im Straßenverkehr, davon 225 tödlichen, und mit zehn Prozent aller Tatverdächtigen von Straftaten, die unter Alkoholeinfluss standen.

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