Amphibien-Killer stammt aus Korea

Chinesische Rotbauchunke aus Südkorea – aus ihrer Heimat stammt der tödliche Amphibienpilz Batrachochytrium dendrobatidis. © Frank Pasmans
Jetzt ist es amtlich: Der tödliche Amphibien-Pilz Batrachochytrium dendrobatidis stammt ursprünglich aus Korea, wie jetzt die bisher umfangreichste Gen-Vergleiche des Erregers enthüllen. Demnach entstand der tödliche und besonders infektiöse Stamm dieses Pilzes erst vor rund 50 bis 100 Jahren und verbreitete sich mit dem Amphibienhandel von Asien aus in alle Welt. Durch Mischung verschiedener Stämme entstehen zudem bis heute neue Varianten des Pilzes, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Amphibien weltweit sind von einer tödlichen Seuche bedroht: Der Pilz Batrachochytrium dendrobatidis, kurz Bd, infiziert Frösche, Kröten und andere Amphibien über ihre Haut, löst Läsionen aus und führt bei der Mehrheit der befallenen Tiere zum Tode. Bisher ist unklar, ob und wie sich die Ausbreitung dieser Seuche stoppen lässt. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Handel mit Amphibien zur weltweiten Verbreitung beigetragen und vielleicht sogar die tödliche Version des Pilzes erschaffen hat.

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CDU-Generalsekretärin: Religion tut unserem Land gut

Religiöse Symbole sollen nicht zu inhaltsleeren Abwehrzeichen degradiert werden, sagt Annegret Kramp-Karrenbauer. Gleichzeitig hat sie Forderungen an die muslimischen Gemeinschaften im Land.

katholisch.de

Annegret Kramp-Karrenbauer (55), CDU-Generalsekretärin, plädiert für einen selbstbewussten und souveränen Umgang mit Religion, religiösen Wurzeln und religiösen Bekenntnissen. „Aber wir müssen darauf achten, dass wir die Symbole nicht zu inhaltsleeren Abwehrzeichen degradieren“, so die ehemalige Ministerpräsidentin des Saarlandes in einem Gastbeitrag in der „Welt“ (Freitag). Das stärke am Ende die, die ein laizistisches System anstrebten.

„Religion tut unserem Land gut“

Religionsfreiheit heißt laut der Politikerin, dass Religion nicht nur einen Platz in der Gesellschaft hat, sondern auch im öffentlichen Raum „- ob das das Gipfelkreuz in den Alpen, das Glockengeläut in der Osternacht, die Synagoge oder die Moschee ist.“ Die Debatte um den Kreuz-Pflicht in bayerischen Behörden sprach Kramp-Karrenbauer nicht direkt an. Jedoch fügte sie hinzu: „Religionsfreiheit heißt eben nicht, dass jemand das Recht hätte, von Religion im öffentlichen Raum unbehelligt zu bleiben.“

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Die Genetik trennt keine Menschenrassen

Die Hautfarbe ist kein geeignetes Merkmal, um eine «Rasse» zu definieren. (Bild: Mauritius Images)
Menschen aus verschiedenen Weltgegenden sehen unterschiedlich aus. Dies liegt teilweise an den Genen. Dennoch lassen sich anhand der Genetik keine Rassen definieren.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Über 1,90 Meter gross, hellhäutig und rothaarig. Die zwei Europäer stechen in der U-Bahn in Peking in jeder Hinsicht heraus. Keine Frage, Menschen aus verschiedenen Weltregionen sehen unterschiedlich aus. Es liegt nahe, zu vermuten, dass die Genetik hierbei eine Rolle spielt, und so flammt auch die Diskussion über die Existenz verschiedener Menschenrassen regelmässig auf. Kürzlich hat der Genetiker David Reich von der Harvard University in einem Artikel in der «New York Times» die Debatte wieder losgetreten (siehe Kasten). Doch kann man eine «Rasse» wirklich über ihre Genetik definieren?

Das Problem beginnt damit, dass es keine eindeutige Definition von Rasse gibt. Während der deutsche Begriff primär für vom Menschen gezüchtete Haustiere verwendet wird, ist das englische «race» anders gefasst. Es werden damit auch Menschengruppen bezeichnet, die sich sozial oder physisch von anderen abgrenzen lassen. Eine genetische Abgrenzung ist laut den meisten Forschern dagegen nicht möglich.

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Herrmann wirft Polizeigesetz-Gegnern „Lügenpropaganda“ vor

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Innenminister (CSU).Foto: Peter Kneffel/dpa
Nach dem Protest gegen das neue bayerische Polizeigesetz kritisiert Innenminister Herrmann, „unbedarfte Menschen“ seien in die Irre geführt worden. Änderungen am Gesetz soll es nicht geben.

DER TAGESSPIEGEL

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat „Lügenpropaganda“ für den starken Zulauf zu einer Großdemonstration gegen das geplante neue bayerische Polizeigesetz verantwortlich gemacht. „Ich bin vor allen Dingen überrascht davon, dass die zum Teil auch Lügenpropaganda der letzten Wochen wohl auch manch unbedarfte Menschen in die Irre geführt hat“, sagte Herrmann am Freitag im Bayerischen Rundfunk. In München waren am Donnerstag laut Polizei 30.000 Menschen auf die Straße gegangen, die Veranstalter sprachen sogar von mehr als 40.000 Demonstranten.

 

Das islamische Kopftuch – ein religiöses Symbol?

Konya 1968
Anfangs April erwog die nordrhein-westfälische Regierung – sicherlich auch inspiriert durch die jüngsten Entwicklungen in Österreich – ein Kopftuchverbot für junge Mädchen unter 14 Jahren.

Von Giordano Brunello | Richard-Dawkins-Foundation

Der Integrationsminister des Bundeslandes, Joachim Stamp von der FDP, äußerte sich gegenüber den Medien, dass religionsunmündige Kinder nicht dazu gedrängt werden dürfen, ein Kopftuch zu tragen. Daher soll ein Verbot geprüft werden. Einige Tage später meldete sich unter vielen auch die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, zu Wort und warnte in ihrer Erklärung insbesondere vor „Verboten einzelner religiöser Symbole“. Wer das muslimische Kopftuch an Schulen verbieten wolle, löse damit keine Integrationsprobleme, sondern trage vielmehr dazu bei, dass sich Schülerinnen ausgegrenzt fühlen würden, meinte sie zum Vorhaben. Darüber hinaus sei eine solche „Spezialgesetzgebung“ auch verfassungsrechtlich problematisch, da Religionen somit ungleich behandelt würden.

Das islamische Kopftuch stellt entgegen der Ansicht von Christine Lüders kein religiöses Symbol dar, was natürlich auch für alle anderen islamischen Verschleierungsarten zutrifft. Lüders ist natürlich nicht allein mit ihrer falschen und völlig unqualifizierten Auffassung, was allerdings in Anbetracht ihrer Funktion in ihrem besonderen Fall doch etwas bedenklich ist. Jemand, der sich mit Diskriminierungsfragen auseinandersetzt, sollte sich jedoch etwas besser mit dem Islam auskennen und nicht Dinge behaupten, die nicht stimmen. Die Frage, die ich damit als erstes beantworten möchte ist, was unter einem Symbol und einem religiösen Symbol zu verstehen ist.

Ein Symbol ist – wenn man sich an eine möglichst genaue Definition heranwagt – ein Zeichen, das einen tieferen Sinn vermittelt; ein anderer Ausdruck dafür ist Sinnbild. Mit einem religiösen Symbol werden Kerngedanken von Religionen bildlich ausgedrückt, die regelmäßig einen tieferen Sinn haben, der in einer Religion enthalten ist. Auch Zahlen können Symbolcharakter haben, natürlich auch in einer Religion wie die Zahl 3 im Christentum. Christliche Symbole im engeren Sinne sind etwa das Kreuz, welches die Christen an die Passion Jesu erinnert oder die eucharistischen Fische. Die meisten Leser kennen sicherlich auch den Davidstern der Juden, der die Beziehung zwischen Menschen und Gott symbolisiert oder die Menora. Bekannt ist sicherlich auch das achtspeichige Rad des Dharma im Buddhismus und Hinduismus, was wir von der Nationalflagge von Indien kennen sollten. Weniger bekannt sind das achtzackige Stern der Bahai oder das Khanda-Emblem der Sikhs, die ebenfalls religiöse Symbole darstellen.

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Dodo Marx – Missbrauchskrise war ein Wendepunkt für die Kirche: Ausmaß jahrzehntelang falsch eingeschätzt

Quelle: http://www.bgland24.de

Die katholische Kirche in Deutschland hat die Dimension des sexuellen Kindesmissbrauchs nach Ansicht von Kardinal Reinhard Marx jahrzehntelang falsch eingeschätzt: Der Wendepunkt sei erst im Januar 2010 erreicht worden.

DOMRADIO.DE

Die Fälle am Berliner Canisiuskolleg seien der Auslöser gewesen, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Donnerstag beim Katholikentag in Münster. Erst danach habe die Kirche die Perspektive der Opfer wirklich ernst genommen und in den Mittelpunkt gerückt. Zuvor habe man sich auf die Verteidigung und auf das Hinterfragen der Glaubwürdigkeit der Ankläger konzentriert.

Marx betonte, die Kirche müsse das andere Denken, das sie in der Krise „bitter gelernt“ habe, auch in Zukunft beibehalten. „Wir müssen in der Gesellschaft Vorreiter in der Aufarbeitung und in der Prävention von Missbrauch bleiben“, sagte der Kardinal.

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Magnetfeld: Rätsel der „verschwundenen“ Energie gelöst

Die vier Sonden der NASA-Mission Magnetospheric Multiscale (MMS) haben eine bisher unbekannte Art der Energie-Ableitung im äußeren Magnetfeld beobachtet. © NASA
Auf frischer Tat ertappt: Forscher haben erstmals nachgewiesen, wo die Energie aus der Kollisionszone von Sonnenwind und Erdmagnetfeld bleibt – und damit eines der Rätsel unserer Magnetosphäre gelöst. Demnach findet in der Grenzzone des Magnetfelds eine bisher unbekannte Art der Rekonnexion statt – ein explosiver Kontakt zwischen zwei Magnetfeldlinien. Dabei entstehen Fontänen schneller Elektronen, die die Energie in All ableiten, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Das Magnetfeld der Erde schirmt uns vor den energiereichen Teilchen ab, die ständig von der Sonne und aus den Tiefen des Alls einströmen. Dieses Bombardement ist nicht nur für prächtige Polarlichter verantwortlich, es bleibt auch für den magnetischen Schutzschild nicht ohne Folgen: Die Kollision von Magnetosphäre und Sonnenwind erzeugt eine extrem turbulente Zone verknäulter Felder an der sonnenzugewandten Grenze des Magnetfelds. Mit jedem Sonnensturm lädt sich diese Zone mehr Energie auf.

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Genug von Erdogan – zumindest im Internet

In der Türkei tobt ein Schlagabtausch zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Erdogan. Das Stichwort «Tamam» (genug) wird plötzlich zum geflügelten Wort mit politischer Sprengkraft.

Marco Kauffmann Bossart | Neue Zürcher Zeitung

Es ist eines der ersten Wörter, die der Türkeireisende aufschnappt: Tamam, im Sinne von «okay» oder «genug». Präsident Erdogan hat dem Alltagsbegriff jetzt zu einer millionenfachen Verbreitung verholfen. Am Dienstag versprach der Autokrat abzutreten, wenn das Volk genug habe. Seither verbreitet sich über den Kurznachrichtendienst Twitter der Hashtag «Tamam» in Windeseile um die Welt. Deutsche Erdogan-Kritiker nutzen ihn ebenso wie türkische Präsidentschaftskandidaten, die den Amtsinhaber am 24. Juni aus dem Palast in Ankara vertreiben wollen. Erdogan-Fans setzen indes alles daran, dass sich der türkische Wortschatz nicht auf das eine Wort beschränkt. Sie wehren den Angriff mit dem Hashtag «Devam» (weitermachen) ab, eine Ermunterung für ihr Idol. Gemäss einer ersten Zwischenbilanz standen mehr als 2 Millionen Tamam-Tweets 300 000 Devam-Kurznachrichten gegenüber. Ein Informatikprofessor sprach von einem politischen Hashtag-Schlagabtausch rekordverdächtigen Ausmasses.

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Massenfestnahme in der Türkei: Mehr als 80 Gesuchte festgesetzt

Der bewachte Eingang in das Hochsicherheitsgefängnis Aliaga, nördlich von Izmir: Insbesondere in der Region Izmir hat die türkische Staatsanwaltschaft Dutzende Menschen festnehmen lassen, die sie der Verwicklung in den Putschversuch im Juli 2016 bezichtigt. Foto: ap
22 Monate nach dem Putschversuch in der Türkei dauern die Massenfestnahmen an: Die Staatsanwaltschaft ordnete am Donnerstag die Festnahme von 189 Verdächtigen an, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. In Izmir und anderen Provinzen seien mehr als 80 Gesuchte festgenommen worden.

Kölner Stadt-Anzeiger

Angebliche Verbindungen zu Erdogangs Gegner Gülen

Die Verdächtigen würden beschuldigt, Verbindungen zu dem im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen zu unterhalten, den die Regierung für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich macht. Die Razzien richteten sich vor allem gegen frühere Soldaten der Luftwaffe und Mitarbeiter einer inzwischen per Dekret geschlossenen Schule.

NS-Justiz: Schuldig bei Anklage

Mörder als Richter. Laienrichter General Hermann Reinecke, Gerichtspräsident Roland Freisler und Volksgerichtsrat Paul Lämmle…Foto: imago/United Archives International
Justiz ohne Gnade: Die Berliner Topographie des Terrors dokumentiert erstmals umfassend die Geschichte des NS-Volksgerichtshofs

Von Christian Schröder | DER TAGESSPIEGEL

Drei Männer haben den Arm zum Hitlergruß erhoben, zwei in Richterroben, einer in Wehrmachtsuniform. Sie stehen vor einer „Führerbüste“ und einer Hakenkreuzfahne, ihre Gesichter zeigen grimmige Entschlossenheit. Das Foto, aufgenommen im August 1944 im Berliner Kammergericht am Kleistpark, ist ein Dokument des Schreckens. Vor dem Ersten Senat des Volksgerichtshofs wurde in diesen Wochen gegen die Verschwörer verhandelt, die am 20. Juli versucht hatten, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten.

Die Urteile standen vorab fest. „Das Strafgericht, das jetzt vollzogen werden muss, muss geschichtliche Ausmaße haben“, schrieb Propagandaminister Joseph Goebbels in seinem Tagebuch. „Auch, die eine unklare Stellung bezogen haben, haben die Todesstrafe verdient.“ Alle acht Angeklagten des ersten Prozesses – unter ihnen Erwin von Witzleben, Peter Graf Yorck von Wartenburg und Erich Hoepner – wurden hingerichtet. Bis Kriegsende sind in über 50 weiteren Prozessen mehr als 100 weitere Beschuldigte zum Tode verurteilt worden.

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USA drohen Ungarn angeblich mit Entzug der Visa-Freiheit

Rund 700 Personen sollen illegal ungarische Original-Pässe erworben haben – 85 davon hätten so versucht in die USA einzureisen, 65 sei es auch gelungen.

Die Presse.com

Das US-Heimatschutzministerium droht Ungarn mit dem Entzug der Visa-Freiheit. Das berichtete die „Washington Post“ am Donnerstag online unter Berufung auf ein Behördendokument. Demnach hätten rund 700 Personen illegal ungarische Original-Pässe erworben – 85 davon hätten so versucht in die USA einzureisen, 65 sei es auch gelungen. 30 Personen mit solchen Pässen seien im Oktober noch im Land gewesen.

Ungarn ist seit 2008 Mitglied des amerikanischen Programmes für Visa-Freiheit. Seitdem können die Inhaber eines ungarischen Passes nach einer vorherigen Online-Registrierung ungestört in die USA reisen. Untersuchungen der US-Behörden hätten gezeigt, dass die Personen nach dem illegalen Erwerb der Pässe die Identität des ursprünglichen Besitzers des Dokumentes angenommen hätten.

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US-Kongress will Israel schnell mit mehr Präzisionsmunition ausstatten

Bild: DoD
Nach den zahlreichen Angriffen geht Israel die Munition aus, im Kongress steht die Verabschiedung eines Gesetzes an, das eine jährliche Unterstützung der israelischen Streitkräfte mit Waffen in Höhe von 3,8 Milliarden US-Dollar vorsieht

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Israel hat auch beim letzten Angriff auf angeblich iranische Ziele, die in Verbindung mit in Syrien stationierten Quds-Brigaden stehen sollen, wieder Dutzende von sogenannten Luft-Boden-Präzisionsraketen verschossen, dazu einige Boden-Boden-Raketen. Offenbar geht den israelischen Streitkräften die Präzisionsmunition allmählich aus. Sie ermöglicht es der israelischen Luftwaffe aus größerer Entfernung und in sicherer Höhe Ziele anzugreifen, was die Gefährdung der Flugzeuge durch die gegnerische Luftabwehr senkt.

Dass Israel dringend Nachschub benötigt, auch angesichts der Eskalation mit dem Iran, lässt sich daraus ableiten, dass der Auswärtige Ausschuss des Repräsentantenhauses am Mittwoch eine Gesetzesvorlage zur Unterstützung Israels vor allem mit Präzisionsraketen wie Joint Direct Attack Munition (JDAM), Kampfflugzeugen wie F-35 und Raketenabwehrsystemen wie Iron Dome mit allen Stimmen der republikanischen und demokratischen Abgeordneten annahm. Der US-Israel Security Assistance Authorization Act of 2018, der das von Obama erlassene US-Israel Memorandum of Understanding von 2016, das ab 2018 gelten sollte, fortsetzt, wurde allerdings von 10 Jahren auf 5 Jahre verkürzt.

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Sind offene Grenzen die halbe Revolution?

Grafik: TP
Die Debatte um die Einwanderungspolitik in der Partei Die Linke geht vor dem Leipziger Bundesparteitag in die nächste Runde. Die Anhänger einer linken Sammlungsbewegung können sich in Freiburg bestätigt sehen

Peter Nowak | TELEPOLIS

In den letzten Tagen hat sich gezeigt, dass die Gefahr für den Rechtsstaat eher aus dem Innenministerium als von den rechten Rändern kommt. Spätestens seit der CSU-Vorsitzende Seehofer das Innenministerium besetzt hat, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht er oder seine politischen Freunde gegen wesentliche Essentials eines bürgerlichen Rechtsstaats mobil machen und dabei ungeniert Begriffe übernehmen, die vom rechten Rand populär gemacht werden.

So hat der CSU-Politiker Alexander Dobrindt, der erst vor einigen Wochen zur konservativen Revolution aufrief (Rechter Schulterschluss), mit der Anti-Asyl-Industrie einen rechtsaußen populären Begriff unternommen.

Im Kern geht es darum, dass auch Migranten und ihre Unterstützer alle Mittel des Rechtsstaats ausschöpfen, um sich gegen Abschiebungen oder andere Sanktionierungen zu wehren. Zivilgesellschaftliche Organisationen geben dazu Tipps, solidarische Juristenorganisationen ebenso. Das alles geschieht im Rahmen des bürgerlichen Rechtsstaats.

Die Migranten gehen den Rechtsweg und zivilgesellschaftliche Organisationen helfen ihnen bei diesem durchaus beschwerlichen Weg. Es ist schließlich für die Betroffenen nicht leicht, oft über lange Zeit nicht zu wissen, ob sie sich in Deutschland ein Leben aufbauen können oder ob sie eine ungewisse Zukunft entweder in einem anderen europäischen Land oder gar in ihrem Herkunftsland erwartet. Von den juristischen Entscheidungen hängt schließlich ihre gesamte Lebensperspektive ab.

Hinter der Polemik gegen die angebliche Anti-Industrie-Lobby steht der Versuch, einer bestimmten Menschengruppe den Rechtsweg zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. An den Migranten wird wieso oft exemplarisch vorexerziert, was Politiker wie Dobrinth auch für andere Subalterne umsetzen wollen. Schließlich gibt es schon lange das Lamento der Agenda2010-Politiker, dass sich Hartz IV-Bezieher auf dem Rechtsweg gegen die Sanktionen wehren und dabei oft auch Erfolg haben. Schon lange gibt es vielfältige Versuche, diesen Rechtsweg für Erwerbslose einzuschränken, indem beispielsweise der Klageweg gebührenpflichtig wird.

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Kongo: 400.000 Kindern droht der Hungertod

Bild: tagesschau.de
Rund 400.000 Kinder im Südwesten der Republik Kongo benötigen sofort Nahrungsmittel. Dies teilte UNICEF in einem aktuellen Bericht mit. Den Kindern drohe der Hungertod. Weitere 370.000 seien unterernährt.

tagesschau.de

Mehr als 770.000 Kinder in der Kasai-Region im zentralafrikanischen Kongo sind einem UNICEF-Bericht zufolge unterernährt und benötigen humanitäre Hilfe. 400.000 von ihnen seien stark unterernährt und müssten rasch behandelt werden, heißt es in einem neuen Bericht des UN-Kinderhilfswerks. Ihnen droht demnach der Hungertod. Betroffen sei jedes zehnte Kind unter fünf Jahren. UNICEF könne die Krise lösen, brauche dafür aber mehr Mittel, sagte Gianfranco Rotigliano, UNICEF-Vertreter im Kongo.

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Scientists Made a Working Invisibility Cloak (But There’s a Catch)

Image: Peter Kerrian
Researchers from Pennsylvania State University have created a device that uses “acoustic cloaking” technology.

Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

Whether the invisibility cloak in Harry Potter, the cloaking device in Star Trek, or the various government agencies investing in invisibility R&D, humans have long fantasized about technology capable of rendering one undetectable. Scientists have been working at actually making this fantasy a reality, and a group of researchers was recently successful.

Amanda D. Hanford, a researcher at Pennsylvania State University, and her colleagues made a design for an underwater cloaking device that uses metamaterials—synthetic composites that have structural components not found in nature—to obscure objects. But here’s the catch: this device makes objects invisible to sonar, but not the naked eye.

Still, it’s a remarkable feat. Hanford and her team created a three-foot tall pyramid of perforated plates and, when they placed it underwater and tried to detect it using sound waves, they couldn’t. It was as if the sound waves moved right through it without even realizing the object was there.

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Neutralität ist wichtiger als der Glaube

Themenbild
Das Berliner Arbeitsgericht weist die Klage einer Lehrerin ab. Das Verbot religiöser Symbole in staatlichen Einrichtungen sei verfassungskonform.

Susanne Memarnia | taz.de

Eine Berliner Lehrerin mit Kopftuch hat keinen Anspruch darauf, an einer Grundschule beschäftigt zu werden. Das entschied das Berliner Arbeitsgericht am Mittwoch. Die Entscheidung des Gerichts war mit Spannung erwartet worden, entsprechend viel Presse war vor Ort. Denn hinter diesem Rechtsstreit steht die Frage, ob das Berliner Neutralitätsgesetz, welches das Tragen religiöser Symbole und Kleidung für Polizisten und Justizangestellte bis auf Ausnahmen verbietet, verfassungskonform ist. Das Gericht hat dies bejaht.

„Das Neutralitätsgesetz ist Ausdruck des Souveräns, um bestimmte Konfliktlagen zu lösen“, indem staatliche Einrichtungen neutral gestaltet würden, begründete der vorsitzende Richter Arne Boyer das Urteil. Es sei richtig, dass im Gerichtssaal kein Kreuz hinge. Ebenso richtig sei es, dass Lehrerinnen ohne Kopftuch unterrichteten. „Diesen Ansatz unterstützt die entscheidende Kammer und bittet um Respekt.“

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Deutscher Ärztetag ebnet Weg für reine Fernbehandlung

Der Deutsche Ärztetag hat das Fernbehandlungsverbot gelockert. Die ausschließliche Behandlung und Beratung von Patienten über Telefon und Internet wird damit unter bestimmten Bedingungen ermöglicht, wie die Bundesärztekammer am Donnerstag in Erfurt mitteilte. Die Entscheidung löste unterschiedliche Reaktionen aus.

evangelisch.de

Patienten dürfen künftig auch ohne vorherigen persönlichen Arztbesuch zum Beispiel per Videoschalte oder Online-Chat beraten und behandelt werden, wie es etwa bereits in der Schweiz und Schweden möglich ist. Dem Aufbau einer eigenständigen telemedizinischen Primärversorgung etwa durch kommerziell betriebene Callcenter erteilten die Ärztetags-Abgeordneten dagegen eine Absage.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die Entscheidung. „Damit helfen wir Ärzten und Patienten“, sagte er: „Patienten werden unnötige Wege und Wartezeiten erspart. Und Ärzte können die digitale Welt aktiv gestalten anstatt dass es andere tun.“ Spahn kündigte zudem an, einen Expertenkreis zur Online-Behandlung einzuberufen.

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Der Knoten im Erbgut

Verknotete-DNA-Welt: Künstlerischer Blick ins Innere einer Zelle Bild: Chris Hammang
DNA-Doppelstränge müssen nicht immer linear aufgebaut sein. Der Träger der Erbinformation kann auch verknotet sein. Doch welchen Sinn hat diese kuriose Struktur?

Von Hildegard Kaulen | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Seit der Beschreibung der DNA-Doppelhelix durch James Watson und Francis Crick dominiert die Vorstellung, dass die genetische Information linear angeordnet ist, wie die Schienen einer Eisenbahn, auf denen die beteiligten Proteine entlanggleiten. Forscher um Daniel Christ vom Garvan Institute of Medical Research in Sydney haben entdeckt, dass die DNA in den Zellen auch anders angeordnet sein kann, und zwar in Form eines molekularen Knotens. Solche Knoten oder i-Motive entstehen offensichtlich am Ende der G1-Phase des Zellzyklus, wenn die Proteinbiosynthese in Vorbereitung auf die Zellteilung auf Hochtouren läuft.

Bisher waren i-Motive nur aus dem Reagenzglas bekannt. Christ und seine Kollegen haben diese Strukturen jetzt erstmals in lebenden menschlichen Zellen nachweisen können. Diese DNA-Knoten sind nicht statischer Natur. Sie kommen und gehen und entstehen vor allem dort, wo sich Proteine zum Ablesen eines Gens zusammenfinden. Sie entscheiden vermutlich mit darüber, welche Gene ausgeprägt werden und welche nicht.

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Finanzskandal in Bonner Münsterpfarrei

Bild: tilly
Nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist es in der Bonner Münsterpfarrei zu einem millionenschweren Finanzskandal gekommen. Kardinal Woelki soll bereits personelle Konsequenzen beschlossen haben.

katholisch.de

In der Bonner Münsterpfarrei Sankt Martin ist es nach einem Zeitungsbericht zu einem millionenschweren Finanzskandal gekommen. Das Controlling des Erzbistums Köln habe ein über mehrere Jahre hinweg währendes Missmanagement durch den örtlichen Rendanten, den kirchlichen Finanzverwalter, festgestellt, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Donnerstag. Zahlen werden in dem Artikel nicht genannt.

Der Rendant soll demnach mit alten Finanzbeständen, aus denen der Unterhalt der Pfarrkirche beglichen wird, Löcher im Etat der Pfarrei gestopft haben. Laut der Zeitung hat der inzwischen längerfristig krankgeschriebene Mitarbeiter sich aber nicht persönlich bereichert.

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München: Zehntausende demonstrieren gegen geplantes Polizeigesetz

Zur Demonstration in der Münchner Innenstadt gegen das neue Polizeiaufgabengesetz kamen mehr Teilnehmer als erwartet Quelle: dpa/Felix Hörhager
Das neue bayerische Polizeiaufgabengesetz soll die Befugnisse der Polizei massiv ausweiten. Dagegen protestierten am Donnerstag 30.000 Personen in München. Zuvor hatte die CSU bereits einige umstrittene Neuerungen entschärft.

DIE WELT

Rund 30.000 Menschen haben am Donnerstag in der Münchner Innenstadt gegen das geplante neue Polizeigesetz im Freistaat demonstriert – deutlich mehr als zuvor erwartet. Entsprechende Angaben der Veranstalter wurden von der Polizei bestätigt. Die Teilnehmer der Großdemonstration warfen den Befürwortern des umstrittenen Gesetzesvorhabens einen „massiven Angriff“ auf Demokratie und Grundrechte vor.

Wegen des großen Andrangs musste die Auftaktkundgebung an Christi Himmelfahrt am zentralen Marienplatz abgesagt werden. Die Demonstranten zogen durch die Innenstadt zum Odeonsplatz, auf dem es eine Abschlusskundgebung gab.

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