Kreuz-Debatte: Kretschmann plädiert für säkularen Staat


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Baden-Württembergs Ministerpräsident und Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Winfried Kretschmann, bleibt skeptisch gegenüber der zukünftigen Kreuz-Pflicht in bayerischen Behörden. Auf dem Katholikentag plädierte der Grünen-Politiker aber für die Achtung der Religion im säkularen Staat.

Von Daniel Knopp | BR24

„Das ist so ein wenig der Trend. Jetzt glaubt man, man rettet das Christentum, indem der Staat etwas für das Christentum tut. Damit rettet man es nicht“, sagte Kretschmann. „Das Aufhängen von Kreuzen in Behörden, was nützt das? Werden wir dadurch christlicher? Nein! Dadurch werden wir nicht christlicher. Das sind hilflose Versuche – und die Angst vor dem Islam und alles Mögliche steckt da dahinter, dass man jetzt denkt, man kann etwas erzwingen, das leider im Abnehmen ist“, so Baden-Württembergs Ministerpräsident.

Neutralität des Staates bedeutet nicht, dass man Kreuze abhängen muss

Dass jedes Jahr zahlenmäßig eine Großstadt aus der Kirche austrete, könne der Staat nicht verhindern, sondern nur die Gläubigen und die Kirchen, so Kretschmann. Die Neutralität des Staates bedeutet laut Kretschmann nicht, dass man im öffentlichen Bereich alle Kreuze abhängen müsse. Der Staat dürfe sich aber nicht so einfach auf die Seite einer Religion schlagen, ansonsten herrsche keine Religionsfreiheit.

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1 Comment

  1. Wäre der Winfried Kretschmann ein parteiloser Politiker, müssten sich bei politischen Wahlen manche (möchtegerne) Mitmischer, gleich welcher Gesinnung, warm anziehen.

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