Ärzte warnen vor Ramadan-Fasten für muslimische Kinder

Manche muslimische Kinder brechen während des Ramadans in der Schule zusammen Quelle: picture-alliance/ ZB/ Johannes Eisele
Während des Ramadans lastet auf muslimischen Kindern und Jugendlichen der Druck, tagsüber nichts essen und trinken zu dürfen. Viele kommen todmüde in die Schule, andere brechen zusammen. Kinderärzte schlagen nun Alarm.

DIE WELT

Kurz vor Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan richten Mediziner einen Appell an muslimische Eltern. Diese sollten ihren Kindern erklären, „dass Fasten für sie ungesund ist“, heißt es in einer am Sonntag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. „Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder und Jugendlichen ausreichend trinken. Auch tagsüber!“, so die ärztliche Empfehlung. Statt eines Trinkverzichts sollten die Eltern den Ramadan dazu nutzen, die Getränke ihrer Kinder von Limo, Fruchtsaft, Eistee und Cola auf gesundes Wasser umzustellen.

Der Ramadan beginnt in diesem Jahr am 16. Mai und endet am 14. Juni. Zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang ist Muslimen Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr untersagt. Mit dem Iftar, dem gemeinsamen Abendessen, wird das Fasten täglich beendet. Das Fastengebot gilt für alle Muslime ab der Religionsmündigkeit, was dem Alter von etwa 14 Jahren entspricht.

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Im Land der biblischen Verheissung

Die jüdische Identität ist aufs Engste mit dem Land Israel verschweisst: Blick auf die Judäische Wüste zwischen Israel und dem Westjordanland. Getty Images/Reynold Mainse
Israel ist zentraler Teil der jüdischen Identität. Die Beziehung zu «dem Land» zwischen Jordan und Mittelmeer hat die jüdische Gemeinschaft nie losgelassen.

Judith Wipfler | SRF

Vor 70 Jahren wurde die Unabhängigkeit des Staates Israel ausgerufen. Was für Millionen Juden ein «Wunder» war, bedeutete für viele Hunderttausend Araber eine Katastrophe und den Verlust von Land.

Doch der jüdische Staat hätte kaum irgendwo anders entstehen können: Das Judentum hat einen jahrtausendelangen Bezug zu genau diesem Streifen Erde. Wie kaum eine andere Verheissung durchzieht das Land Israel die Bibel.

Mit Israel ist das konkrete Land gemeint

«Die Bibel ist kein Buch über den Himmel, sondern ein Buch über die Erde», schrieb der Religionsphilosoph Abraham Joshua Heschel in seinem Buch «Israel. Echo der Ewigkeit». Und diese Erde sei das heutige Israel.

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Necla Kelek zu einem „deutschen Islam“: Dialog mit muslimischen Bürgern suchen

Necla Kelek. Foto: dpa
Innenminister Horst Seehofer hat sich etwas Unmögliches vorgenommen. In der „FAZ“ schreibt er, er wolle einen „nach den Gepflogenheiten des deutschen Religionsverfassungsrechts verfassten deutschen Islam“ entwickeln oder fördern. Dafür fehlen ihm aber die Partner. Die in Deutschland tätigen Moscheeverbände und Islamverbände haben nicht vor, einen „deutschen“, gemeint ist in diesem Zusammenhang wohl „eigenständigen“, Weg in ihrer Religionsauffassung zu gehen.

Necla Kelek | Bürstädter Zeitung

Im Gegenteil. Es sind mehrheitlich Migrantenorganisationen, die von ausländischen Regierungen oder Institutionen finanziert, dominiert, inhaltlich und personell geführt werden.

Wie der größte Verband, die türkische Ditib, die ein Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet ist. Diese Behörde entsendet und bezahlt die Vorbeter, kontrolliert über die Religionsattachés in den Konsulaten, was in jeder einzelnen Moschee passiert. Da wird dann vom Konsulat zeitgleich zum Einmarsch der türkischen Armee ins syrische Afrin empfohlen, die „Eroberungssure“ zu lesen und aufgefordert, „an Bittgebeten nicht zu sparen“. Der ehemalige Generalsekretär der Ditib, Bekir Alboga, kandidiert nun „als Privatmann“ für die AKP für das türkische Parlament.

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Publizistin Liane Bednarz: Der Auftritt eines AfD-Vertreters ist richtig

Schon vor dem Katholikentag in Münster hat der Auftritt des AfD-Politikers Volker Münz für Widerstand gesorgt, wie dieses Plakat auf dem Domplatz zeigt. Foto: Julia Steinbrecht(KNA)
Beim Podium „Nun sag‘, wie hast du’s mit der Religion?“ wirkt an diesem Samstag auch der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, mit. Das hat bereits vor dem Katholikentag für heftige Diskussionen gesorgt. Dazu äußert sich Liane Bednarz, Publizistin und Autorin des Buches „Die Angstprediger: Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“.

Kirche+Leben

Frau Bednarz, Sie haben sich intensiv mit Christen in der AfD befasst. Finden Sie es richtig, dass ein AfD-Vertreter in Münster spricht?

Ja, ich finde es richtig. Ich habe ja selber auf dem Evangelischen Kirchentag mit der damaligen Bundesprecherin der „Christen in der AfD“ diskutiert. Es gibt einen Hauptgrund, warum man das machen sollte: Es ist sehr wichtig, das AfD-Gedankengut zu entkräften, und das gelingt nicht, indem man AfD-Vertreter generell ausgrenzt. Und in einer öffentlichen Diskussion besteht die Chance, gerade auch Menschen zu erreichen, die rechtes oder speziell AfD-Gedankengut adaptiert haben. Wenn man nur unter sich bleibt, hören diese Menschen meistens gar nicht mehr zu.

Wie sollten denn Besucher des Podiums mit Herrn Münz umgehen? Ihn ausbuhen?

Nein, man sollte ganz generell im Umgang mit AfD-Mitgliedern oder Rechten zwischen Haltung und Person unterscheiden – sprich: man sollte ihn höflich behandeln. Herr Münz ist nach meiner Erfahrung niemand, bei dem man die Sorge haben muss, dass er verbal gegenüber Gesprächspartnern auf dem Podium entgleist. Aber man muss seine Positionen hart angreifen und sich damit dezidiert auseinandersetzen und ihn konkret fragen, ob und wie weit er besonders radikale AfD-Positionen mit dem christlichen Menschenbild für kompatibel hält.

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Sollen religiöse Symbole in der Schule erlaubt sein?

Die Journalistin Daniela Wakonigg und der katholische Theologe Klaus von Stosch
Nicht erst seit dem bayerischen Beschluss über Kreuze in Behörden wird über die Verwendung von religiösen Symbolen in öffentlichen Gebäuden diskutiert. In Schulen stand vor allem häufig das Tragen des Kopftuches muslimischer Leherinnen im Fokus. Die Journalistin Daniela Wakonigg und der Theologe Klaus von Stosch diskutieren.

Daniela Wakonigg und Klaus von Stosch im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Daniela Wakonigg ist Journalistin und Leiterin des Ketzerstammtischs in Münster. Sie sagt:

Nein, religiöse Symbole in Schulen sollten meiner Meinung nach nicht erlaubt sein. Für die Schule gilt – ebenso wie für andere staatliche Einrichtungen – das Neutralitätsgebot. Und zwar sowohl für den Ort als auch für die Personen, die den Staat repräsentieren. Die sollten zwar frei darin sein, eine Weltanschauung zu haben, aber eben nicht darin, sie jederzeit vollumfänglich ausleben zu dürfen. Religiöse Symbole können Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Freizeit gern tragen, aber eben nicht, während sie gerade den neutralen Staat repräsentieren.

Schwieriger ist es bei Schülerinnen und Schülern, die ja nicht den Staat repräsentieren. Allerdings muss man diesbezüglich zwei Fragen stellen. Erstens: Ist bei einem Verbot religiöser Symbole hier wirklich die Religionsfreiheit verletzt? Denn inwiefern kann man z.B. bei einem 8-jährigen Mädchen von einer freien Entscheidung für das Kopftuch sprechen, wenn man sagt, dass ein Kind erst ab 14 religionsmündig ist? Und zweitens: Welche Auswirkungen hat das demonstrative Tragen religiöser Symbole auf die Gemeinschaft der Schüler?

Klaus von Stosch ist katholischer Theologe und Autor des Buches „Herausforderung Islam. Christliche Annäherung“. Er sagt:

Ein Grundirrtum des europäischen Umgangs mit Religion besteht darin, dass diese eine rein innerliche Angelegenheit sind. Richtig ist, dass viele Religionen sich in Symbolen ausdrücken wollen, ja ausdrücken müssen.

Die meisten katholischen Priester verstehen ihr Amt so, dass sie auch im Alltag und dann auch in der Schule in ihrer Rolle erkennbar sein sollen und sie tragen deshalb ein kleines Kreuz am Revers. Viele Rabbiner denken, dass sie auch außerhalb der Synagoge und also auch in der Schule ihre Kippa tragen sollten. Der weltanschaulich neutrale Staat hat nicht darüber zu befinden, ob diese Ausdrucksgestalt von Religion wirklich erforderlich ist, sondern er muss sich entscheiden, ob er Religionsfreiheit gewähren will oder nicht.

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Parasitologe: „Zecken bringen viele neue Krankheiten mit“

foto: istock „Wenn die Winter milder werden, können diese Zecken auch bei uns im Freiland überleben. Wir warten nur darauf, dass sich diese Arten in Österreich etablieren“, sagt Georg Duscher

Zecken gelten schon lange als ernsthaftes Gesundheitsrisiko, doch das Problem wächst offenbar. Der Zeckenforscher Georg Duscher klärt auf

Interview Kurt de Swaaf | der Standard.at

STANDARD: In Österreich wurden bislang 19 verschiedene Zeckenarten nachgewiesen. Wie viele davon können Menschen befallen?

Duscher: Richtig häufig sind nur vier verschiedene Arten, und eigentlich findet man diese auch alle bei Menschen. In 95 Prozent der Fälle ist es allerdings der Holzbock, Ixodes ricinus, der Menschen sticht.

STANDARD: Worauf beruht die relativ große Vielfalt bei den einheimischen Zeckenspezies?

Duscher: Sie besiedeln unterschiedliche ökologische Nischen, befallen unterschiedliche Wirtstiere und sind zu unterschiedlichen Zeiten aktiv. Dermacentor reticulatus zum Beispiel, die Auwaldzecke, lebt an Flüssen und bevorzugt Hunde. Der Holzbock dagegen ist ein Generalist. Der geht sogar auf Eidechsen.

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Krähe klaut Kreditkarte und versucht, ein Bahnticket zu kaufen

Dass Krähen sehr schlaue Vögel sind, ist kein Geheimnis. Das Video eines Twitter-Users beweist nun einmal mehr ihre Intelligenz. Zu sehen ist eine Krähe, die versucht, ein Bahnticket zu kaufen. Und das mit dreisten Mitteln.

Von Camares Amonat | DIE WELT

Es ist ein ganz gewöhnlicher Tag an der Bahnstation Kinshichō in Tokio. Menschen stehen vor Automaten und besorgen sich Tickets. Doch nicht nur die wollen hier Bahntickets kaufen, sondern auch eine reisefreudige Krähe.

Zuerst untersucht der Vogel den Automaten, pickt auf dem Bildschirm herum und versucht scheinbar, ein Ticket auszuwählen. Weiter kommt die Krähe allerdings nicht. Sie läuft nach rechts und links, um zu beobachten, wie die anderen Käufer das anstellen.

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Verpackungsfreies Konsumieren

Foto: © Ralf Roletschek / GNU Free Documentation License
Inzwischen haben die meisten Verbraucher genug vom Verpackungsmüll. Gleichzeitig gründen sich in zahlreichen Städten immer mehr „Unverpackt-Läden“

Susanne Aigner | TELEPOLIS

Ob graue, grüne oder gelbe Tonne – wir Deutschen trennen unseren Müll. Der gelbe Sack wird dabei allseits gerne genutzt. Denn alles, was hier drin landet, wird wiederverwertet – so glauben viele. Leider stimmt das nur zur Hälfte. Denn nur etwa die Hälfte der hier entsorgten Kunststoffverpackungen wird wiederverwertet, der Rest wandert in die Müllverbrennungsanlagen.

Der Gelbe Sack, vor 26 Jahren erfunden, ist vor allem für Kunststoffverpackungen vorgesehen. Inzwischen landen häufig auch andere Plastikteile wie Spielzeug oder Kleiderbügel darin.

In der Sortieranlage wird sein Inhalt nach Weißblech, Aluminium, Kunststoff und Verbundverpackungen sortiert. Metallhaltige Abfälle werden einfach zu Alubarren und Stahl umgewandelt. Bei Kunststoffen ist es komplizierter, denn diese setzen sich nicht nur aus verschiedenen Sorten zusammen, sondern bestehen auch, wie bei Getränkekartons, aus mehreren Lagen Papier, Kunststoff und Aluminium. Hinzu kommen Zusätze wie Farbstoffe, Weichmacher oder Stabilisatoren. Dies vermindert die Einsatzmöglichkeiten in neuen Produkten erheblich.

Verpackungen, die sich stoffmäßig einheitlich zusammensetzen, haben daher eine größere Chance, wiederverwendet zu werden, weil sie kostengünstig zu Granulat aufbereitet werden können – allerdings auch nur zu minderwertigeren Produkten: So wird aus alter Folie keine neue Folie, sondern sie wird zu Mülltonnen oder Paletten verarbeitet.

Trotz aller Nachteile rät der Naturschutzbund Deutschland (NABU) dazu, Verpackungsmüll zu trennen. Denn nur dann können Energie und Rohstoffe eingespart werden. Außerdem wird, wo weniger Rohstoffe abgebaut werden, die Natur besser geschützt und weniger Schadstoffe werden frei.

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Wer für Grundrechte von Robotern plädiert, treibt ein doppeltes Spiel: Er will die Freiheit der Menschen einschränken

Sind KI-Wesen – und damit auch Sexbots – bald rechtsfähig? Geht es nach dem EU-Parlament, muss darüber dringend diskutiert werden. (Bild: Albert Gea / Reuters)
Können Menschen Roboter missbrauchen? Sind sadistische Sexbots denkbar? Die Entwicklung künstlicher Intelligenz eröffnet ganz neue Problemhorizonte in Sachen Sex, Ethik und Technik. Und die neuen Tugendhüter nutzen die Gunst der Stunde.

Slavoj Žižek | Neue Zürcher Zeitung

Der modische Moralismus erreichte kürzlich mit einer ebenso ernst gemeinten wie geführten Debatte über die Regulierung der Beziehung zwischen Menschen und Sexrobotern einen neuen Höhepunkt. Nachdem ein Sexroboter bei einem Tech-Festival beschädigt worden war, äusserten einige involvierte Parteien die Befürchtung, zukünftig könnten solche Maschinen – die im Laufe der Zeit womöglich Bewusstsein und erste Gefühle entwickeln, ohne bereits über einen eigenen Willen zu verfügen – eine «Klasse legaler Sexsklaven» bilden. Deshalb wäre der rechtliche Begriff der Einwilligung zwingend auch auf Beziehungen mit Robotern auszuweiten.

Diese Ideen können als Spezialfall eines Vorschlags betrachtet werden, den das Europäische Parlament vor einem Jahr vorbrachte. Es trug der EU-Kommission auf, sich mit dem Thema KI auseinanderzusetzen – und dabei auch zu prüfen, ob künstlich intelligenten Wesen Persönlichkeitsrechte zugesprochen werden sollten. Im April 2018 äusserte sich die Kommission nun zwar zu neuen Investitionsmassnahmen, sie liess die Frage zu den Persönlichkeitsrechten aber offen. Doch die impliziten Annahmen, die hinter solchen Vorschlägen stecken, gehören auf den Tisch. Sie lassen sich am Beispiel der Sexroboter in aller Deutlichkeit demonstrieren.

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Spektakuläre Steinzeit-Funde in Ostafrika

Fundstücke der Höhle Panga ya Saidi: Die Schmuck-Perlen 5-9 sind aus Straußeneierschalen gemacht, die Perlen 10-13 bestehen aus Muscheln. Ansonsten zu sehen: Steinzeitliche Werkzeuge und Artefakte Bild: Francesco d’Errico and Africa Pitarch Marti
Lange bildete die Küstenregion Ostafrikas einen dunklen Fleck der Geschichte der Steinzeit. Bis zu 78.000 Jahre alte Ausgrabungen bringen nun neue Erkenntnisse über den Lebenswandel des Homo sapiens in dieser Zeit ans Licht.

Von Lea-Melissa Vehling | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Viele Archäologen glaubten in den vergangenen Jahren, dass durch den Ausbruch des Vulkans Toba auf Sumatra vor 74.000 Jahren nahezu die gesamte Population des Homo sapiens, die zur Steinzeit in Afrika lebte, ausgelöscht wurde. Nach Funden in der Höhle Panga ya Saidi, unweit von der kenianischen Küste, müssen die Wissenschaftler  nun umdenken. Die Ausgrabungen einer internationalen Forschergruppe unter der Leitung von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena verweisen sogar auf eine stärkere Besiedelung der Höhle vor 60.000 Jahren – ein Indiz für einen Anstieg in der Gesamtpopulation des Gebietes.

Kulturelle Revolution unwahrscheinlich

Doch die Theorie des Toba-Vulkans ist nicht die einzige Annahme, die durch die archäologische Entdeckung in Kenia in Frage gestellt wird. Auch die Hypothese, dass vor etwa 70.000 Jahren eine „kulturellen Revolution“ unserer Spezies stattgefunden habe, wie viele Archäologen bisher meinten, darf nach den Ausgrabungen bezweifelt werden.

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Neue Ditib-Moschee in Aachen eröffnet – Laschet: „Islam gehört zu Nordrhein-Westfalen“

Die türkisch-islamische Ditib-Gemeinde in Aachen hat eine neue Moschee. Nach siebenjähriger Bauzeit wurde am Samstag die Yunus-Emre-Moschee mit einer interreligiösen Zeremonie eröffnet.

DOMRADIO.DE

Nach dem Rezitieren von Bibel- und Koranversen durchschnitten am Samstag der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, der Pfarrer der benachbarten katholischen Kirche und der Imam der Ditib-Gemeinde gemeinsam mit Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) das Band vor dem Eingang zur Moschee.

„Der Islam gehört zu Nordrhein-Westfalen und die 1,5 Millionen Muslime sind selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft“, betonte Laschet in seiner Rede. „Wir stehen zusammen und lassen uns unsere friedliche Gesellschaft nicht durch Hass kaputt machen.“

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Dobrindt verschärft seine Kritik an Abschiebungs-Gegnern

Sorgt mit seiner Äußerung zu einer „Anti-Abschiebe-Industrie“ für heftige Kritik: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt Bild: dpa
Nach seiner umstrittenen Bemerkung über die „Anti-Abschiebe-Industrie“ legt der CSU-Politiker nun nach und spricht sogar von „Abschiebe-Saboteuren“, die durch Klagewellen versuchten, „die Durchsetzung des Rechtsstaates zu sabotieren.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat mit neuer Kritik an Abschiebungsgegnern nachgelegt. Nach seinen umstrittenen Äußerungen zu einer „Anti-Abschiebe-Industrie“ sprach Dobrindt nun in der „Bild am Sonntag“ von „Abschiebe-Saboteuren“, die die Gerichte mit Klagen gegen Abschiebungen gezielt überlasten wollten. „Die Anti-Abschiebe-Industrie nutzt die Mittel des Rechtsstaates, um ihn durch eine bewusst herbeigeführte Überlastung von innen heraus zu bekämpfen“, kritisierte der CSU-Politiker. „2015 wurden unsere Grenzen überrannt, jetzt versuchen Abschiebe-Saboteure das Gleiche mit unseren Gerichten.“ Er erwarte, dass wieder mehr über die Rechte derjenigen geredet wird, die hier leben, sagte Dobrindt. „Es gibt auch ein Recht der Bevölkerung auf den Schutz vor Kriminellen. Diejenigen, die durch Klagen kriminelle Asylbewerber weiter im Land halten, missachten dieses Recht.“

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Terrorverdacht nach tödlichem Messerangriff im Zentrum von Paris

Ein Polizist sichert nach einem Messerangriff im Zentrum von Paris den Tatort.Foto: dpa/AP/Thibault Camus
Bei einem Messerangriff nahe der Pariser Oper stirbt ein Mensch, vier werden verletzt. Die Polizei erschießt den Angreifer, der Justizkreisen zufolge aus Tschetschenien stammen soll. Er sei „ein Soldat des IS“ gewesen, behauptet die Terrormiliz.

DER TAGESSPIEGEL

Ein Angreifer mit einem Messer hat in Paris einen Menschen getötet und vier weitere verletzt. Zwei der Opfer erlitten am Samstagabend schwere Verletzungen, wie die Polizeipräfektur auf Twitter mitteilte, zwei weitere wurden leicht verletzt. Die Polizei tötete den Angreifer.

Anti-Terror-Spezialisten haben die Ermittlungen übernommen, sagte der verantwortliche Staatsanwalt François Molins am späten Samstagabend. Die Ermittler gehen von einem terroristischen Hintergrund aus. Der Angreifer habe bei seiner Tat „Allah Akbar“ (arabisch für: „Gott ist größer“) gerufen, hieß es.

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„David Ben Gurion wollte einen jüdischen Staat – um jeden Preis“

Historischer Moment. Am 14. Mai 1948 verkündete David Ben Gurion (Mitte) die Gründung des unabhängigen Staates Israel.Foto: AFP
Historiker Tom Segev über Israels Gründervater, die Vorbehalte des ersten Premiers gegenüber den Arabern und warum er die palästinensischen Tragödie in Kauf nahm.

Von Christian Böhme | DER TAGESSPIEGEL

Herr Segev, Sie haben sich als Biograf lange Zeit mit David Ben Gurion beschäftigt. Wie hat sich Ihr Bild von Israels Staatsgründer und ersten Ministerpräsidenten verändert?

Ben Gurion war über viele Jahre hinweg ein nationaler Mythos, eine Art Säulenheiliger. Er stand über aller Kritik. Ich versuche, ihn als Menschen zu zeigen, mit all seinen Stärken und Schwächen. Ben Gurion galt immer als emotionsloser Pragmatiker. Aber er hat sich sehr von seinen Gefühlen leiten lassen, kämpfte immer wieder mit schweren persönlichen Krisen. Und dem war er sich bewusst. Wenn man das weiß, ist auch besser zu verstehen, warum und wie er bestimmte Entscheidungen fällte.

Ben Gurion wird bis heute als Held des jüdischen Staats verehrt. Taugt er dazu?

Ja, schon. Er war eine faszinierende Figur und ist heute sogar besonders populär. Dafür gibt es einen einfachen Grund: David Ben Gurion war ein integrer Staatsmann – was ihn vom heutigen Premier Benjamin Netanjahu unterscheidet. Der ist zwar auch durchaus beliebt, gilt jedoch nicht unbedingt als ehrenhaft. Er hat ja mit einigen Korruptionsaffären zu kämpfen. Ben Gurion hat sich schon als Jugendlicher fest vorgenommen, das Schicksal des jüdischen Volks zu verändern. Das ist ihm gelungen.

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Seasonal Changes in Exoplanet’s Atmosphere Could Signal Alien Life

This contrasting artistic image of an early Martian environment with a thicker atmosphere (left) and the cold, dry Mars of today (right) shows how atmospheric changes affect a planet’s ability to hold life. Credit: NASA’s Goddard Space Flight Center
Seasonal changes in an alien planet’s atmosphere could signal the presence of extraterrestrial life, new research suggests.

By Chelsea Gohd | SPACE.com

Researchers aim to expand our ability to hunt for aliens by creating a new search protocol to be used with next-generation telescopes. As described in a paper published yesterday (May 9) in The Astrophysical Journal Letters, a research team at University of California, Riverside’s (UCR) Alternative Earths Astrobiology Center has used the way Earth’s atmosphere changes from season to season to develop a model for chemical signs that could indicate life.

Searching for life in the universe is tricky — clearly, since we have yet to find concrete evidence of extraterrestrials. Since exoplanets that we suspect could hold life are too far to visit, scientists study their atmospheres instead, hoping that biological clues in the atmosphere could indicate the presence of life. These clues, known as biosignatures, will be observed with specialized, next-generation telescopes like the James Webb Space Telescope, which is currently being assembled and will measure the various gaseous components that make up these far-off atmospheres. [Meet Proxima b: The Closest Exoplanet We Know Explained (Infographic)]

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Warum dieser Biologe nichts gegen genveränderte Pflanzen hat

Pollensammlerin
Honigbiene (CC-by Christopher Down aka Neurolysis)
Genveränderte Pflanzen machen vielen Verbrauchern Angst. Eine ganz andere Position vertritt der Forscher Detlef Weigel. Er sagt: „Bio“ kann die Welt nicht retten, und Europa wird bald in großem Stil Gentechnikpflanzen anbauen.

Ein Interview von Julia Merlot | SpON

Detlef Weigel gehört zu den wenigen renommierten deutschen Forschern, die sich lautstark in öffentliche Diskussionen einmischen. Der Biologe ist Direktor am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und hat sich in den vergangenen Wochen mehrfach auf Twitter mit Grünen-Politikern angelegt.

Es geht um die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland und um die Lebensmittel, die hier angebaut, verkauft und gegessen werden sollen. Eine neue Technik bringt in diesem Bereich grundlegende Änderungen: Künftig lassen sich manche gentechnisch veränderten Pflanzen nicht mehr von konventionellen Züchtungen unterscheiden. Die Frage ist, ob sie dennoch weiter nach Gentechnikgesetz reguliert werden oder wie herkömmliches Getreide, Obst und Gemüse behandelt werden sollten.

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Imamin Ates: Deutschland darf Muslime nicht privilegieren

Seyran Ateş, 2008. Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 3.0 – Müjgan Arpat
Der deutsche Staat darf Muslimen nach Ansicht der Gründerin der liberalen Ibn Rushd-Goethe Moschee, Seyran Ates, keine religiösen Privilegien einräumen. „Wir müssen genau hingucken, ob wir nicht im Namen einer vermeintlichen Religionsfreiheit viel von unseren verfassungsrechtlich verankerten Werten weggeben“, sagte die Imamin und Rechtsanwältin am Freitag auf dem Katholikentag in Münster. Sie warnte vor einer zunehmenden Islamisierung der deutschen Gesellschaft.

evangelisch.de

„Im Namen des Islams wird viel Religionsfreiheit eingefordert, vor allem von den Menschen, die die Religionsfreiheit nicht akzeptieren“, sagte Ates. Im Kopftuch-Verbot in öffentlichen Behörden in Deutschland sieht sie die Option, Kirche und Staat zu trennen.

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Patientenbeauftragter: Paragraf 219a ist vernünftig

© Bild: KNA/Harald Oppitz
In der Debatte um das Werbeverbot für Abtreibungen meldet sich nun der Patientenbeauftragte der Bundesregierung zu Wort. Er sieht keinen Änderungsbedarf im Strafgesetzbuch. Im Gegenteil.

katholisch.de

Für „sehr vernünftig“ hält der Patientenbeauftragte der Bundesregierung die Vorschrift zum Werbeverbot für Abtreibungen. Er sehe derzeit keinen Bedarf für eine Gesetzesänderung, sagte Ralf Brauksiepe in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Der CDU-Bundestagsabgeordnete warnte mit Blick auf eine Gießener Ärztin, die zu 6.000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, weil sie auf ihrer Internetseite über die Möglichkeit einer Abtreibung informiert hatte, davor, zu verallgemeinern: „Wir neigen häufig dazu, aus einem Einzelfall, der uns vielleicht nicht plausibel erscheint, zu folgern, dass es eine Gesetzesänderung braucht.“ Das sei falsch.

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Berlin: Jüdische Familie wird in Restaurant nicht bedient

Bild: bb
Kellner ignorieren Familie am Gendarmenmarkt, in Tegel entdeckt eine Passantin antisemitische Schmierereien.

Von Constanze Nauhaus | DER TAGESSPIEGEL

Wieder kam es in den vergangenen Tagen zu antisemitischen Vorfällen in der Stadt, einer davon in unmittelbarer zeitlicher und räumlicher Nähe zum „Israeltag 2018“, der am Freitag vergangener Woche auf dem Gendarmenmarkt stattfand. Wie die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in dieser Woche auf ihrer Facebookseite postete, soll eine jüdische Familie in einem Restaurant am Gendarmenmarkt demonstrativ nicht bedient worden sein.

Gegen halb sechs soll sich das als jüdisch erkennbare Ehepaar – er trug Kippa, sie religiösen Schmuck – mit seinem schwerbehinderten Sohn in den Außenbereich des Restaurants gesetzt haben. Der Sohn trug einen „I like Israel“-Luftballon bei sich. Sie waren die einzigen Gäste, doch trotz mehrmaliger Versuche der Kontaktaufnahme sollen alle fünf Kellner die Familie ignoriert haben.

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Das Recht auf eine Waffe kommt von Gott, sagt Trump

Image: NBCNews/YouTube
In seiner Rede vor den Waffenfans behauptete der Präsident, Gott habe das Waffengesetz gegeben. Das ist aus verschiedenen Gründen bemerkenswert.

Hugo Stamm | watson.ch/Blogs

US-Präsident Donald Trump überrascht uns immer wieder mit neuen Eskapaden. Wenn wir glauben, allmählich alle Facetten seiner schillernden und narzisstischen Persönlichkeit zu kennen, verblüfft er uns postwendend mit neuen Einsichten.

Zu seinen grössten Bewunderern gehören die frommen Christen und die Waffennarren. Vergangene Woche nahm er in Dallas die Mitglieder der Waffenlobby NRA an seine Brust.

Unter tosendem Applaus lief er zur Höchstform auf und beschwor den Verfassungszusatz, der das Tragen von Waffen regelt. Es sei das von Gott gegebene Recht, schrie er in die Menge. Das ist exakt der Code der NRA, die mehr und mehr zur Sekte mutiert.

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