Publizistin Liane Bednarz: Der Auftritt eines AfD-Vertreters ist richtig


Schon vor dem Katholikentag in Münster hat der Auftritt des AfD-Politikers Volker Münz für Widerstand gesorgt, wie dieses Plakat auf dem Domplatz zeigt. Foto: Julia Steinbrecht(KNA)
Beim Podium „Nun sag‘, wie hast du’s mit der Religion?“ wirkt an diesem Samstag auch der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, mit. Das hat bereits vor dem Katholikentag für heftige Diskussionen gesorgt. Dazu äußert sich Liane Bednarz, Publizistin und Autorin des Buches „Die Angstprediger: Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern“.

Kirche+Leben

Frau Bednarz, Sie haben sich intensiv mit Christen in der AfD befasst. Finden Sie es richtig, dass ein AfD-Vertreter in Münster spricht?

Ja, ich finde es richtig. Ich habe ja selber auf dem Evangelischen Kirchentag mit der damaligen Bundesprecherin der „Christen in der AfD“ diskutiert. Es gibt einen Hauptgrund, warum man das machen sollte: Es ist sehr wichtig, das AfD-Gedankengut zu entkräften, und das gelingt nicht, indem man AfD-Vertreter generell ausgrenzt. Und in einer öffentlichen Diskussion besteht die Chance, gerade auch Menschen zu erreichen, die rechtes oder speziell AfD-Gedankengut adaptiert haben. Wenn man nur unter sich bleibt, hören diese Menschen meistens gar nicht mehr zu.

Wie sollten denn Besucher des Podiums mit Herrn Münz umgehen? Ihn ausbuhen?

Nein, man sollte ganz generell im Umgang mit AfD-Mitgliedern oder Rechten zwischen Haltung und Person unterscheiden – sprich: man sollte ihn höflich behandeln. Herr Münz ist nach meiner Erfahrung niemand, bei dem man die Sorge haben muss, dass er verbal gegenüber Gesprächspartnern auf dem Podium entgleist. Aber man muss seine Positionen hart angreifen und sich damit dezidiert auseinandersetzen und ihn konkret fragen, ob und wie weit er besonders radikale AfD-Positionen mit dem christlichen Menschenbild für kompatibel hält.

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