Spektakuläre Steinzeit-Funde in Ostafrika


Fundstücke der Höhle Panga ya Saidi: Die Schmuck-Perlen 5-9 sind aus Straußeneierschalen gemacht, die Perlen 10-13 bestehen aus Muscheln. Ansonsten zu sehen: Steinzeitliche Werkzeuge und Artefakte Bild: Francesco d’Errico and Africa Pitarch Marti
Lange bildete die Küstenregion Ostafrikas einen dunklen Fleck der Geschichte der Steinzeit. Bis zu 78.000 Jahre alte Ausgrabungen bringen nun neue Erkenntnisse über den Lebenswandel des Homo sapiens in dieser Zeit ans Licht.

Von Lea-Melissa Vehling | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Viele Archäologen glaubten in den vergangenen Jahren, dass durch den Ausbruch des Vulkans Toba auf Sumatra vor 74.000 Jahren nahezu die gesamte Population des Homo sapiens, die zur Steinzeit in Afrika lebte, ausgelöscht wurde. Nach Funden in der Höhle Panga ya Saidi, unweit von der kenianischen Küste, müssen die Wissenschaftler  nun umdenken. Die Ausgrabungen einer internationalen Forschergruppe unter der Leitung von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena verweisen sogar auf eine stärkere Besiedelung der Höhle vor 60.000 Jahren – ein Indiz für einen Anstieg in der Gesamtpopulation des Gebietes.

Kulturelle Revolution unwahrscheinlich

Doch die Theorie des Toba-Vulkans ist nicht die einzige Annahme, die durch die archäologische Entdeckung in Kenia in Frage gestellt wird. Auch die Hypothese, dass vor etwa 70.000 Jahren eine „kulturellen Revolution“ unserer Spezies stattgefunden habe, wie viele Archäologen bisher meinten, darf nach den Ausgrabungen bezweifelt werden.

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