Verpackungsfreies Konsumieren


Foto: © Ralf Roletschek / GNU Free Documentation License
Inzwischen haben die meisten Verbraucher genug vom Verpackungsmüll. Gleichzeitig gründen sich in zahlreichen Städten immer mehr „Unverpackt-Läden“

Susanne Aigner | TELEPOLIS

Ob graue, grüne oder gelbe Tonne – wir Deutschen trennen unseren Müll. Der gelbe Sack wird dabei allseits gerne genutzt. Denn alles, was hier drin landet, wird wiederverwertet – so glauben viele. Leider stimmt das nur zur Hälfte. Denn nur etwa die Hälfte der hier entsorgten Kunststoffverpackungen wird wiederverwertet, der Rest wandert in die Müllverbrennungsanlagen.

Der Gelbe Sack, vor 26 Jahren erfunden, ist vor allem für Kunststoffverpackungen vorgesehen. Inzwischen landen häufig auch andere Plastikteile wie Spielzeug oder Kleiderbügel darin.

In der Sortieranlage wird sein Inhalt nach Weißblech, Aluminium, Kunststoff und Verbundverpackungen sortiert. Metallhaltige Abfälle werden einfach zu Alubarren und Stahl umgewandelt. Bei Kunststoffen ist es komplizierter, denn diese setzen sich nicht nur aus verschiedenen Sorten zusammen, sondern bestehen auch, wie bei Getränkekartons, aus mehreren Lagen Papier, Kunststoff und Aluminium. Hinzu kommen Zusätze wie Farbstoffe, Weichmacher oder Stabilisatoren. Dies vermindert die Einsatzmöglichkeiten in neuen Produkten erheblich.

Verpackungen, die sich stoffmäßig einheitlich zusammensetzen, haben daher eine größere Chance, wiederverwendet zu werden, weil sie kostengünstig zu Granulat aufbereitet werden können – allerdings auch nur zu minderwertigeren Produkten: So wird aus alter Folie keine neue Folie, sondern sie wird zu Mülltonnen oder Paletten verarbeitet.

Trotz aller Nachteile rät der Naturschutzbund Deutschland (NABU) dazu, Verpackungsmüll zu trennen. Denn nur dann können Energie und Rohstoffe eingespart werden. Außerdem wird, wo weniger Rohstoffe abgebaut werden, die Natur besser geschützt und weniger Schadstoffe werden frei.

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