Streit um Preis an Broder nimmt zu


Henryk M. Broder schreibt seit 2011 unter anderem Die Welt, und die Welt am Sonntag. © imago/Sven Simon
Humanismus, Aufklärung, Menschlichkeit und Freiheit – diese Konzepte sollen beim Johann-Heinrich-Voß-Preis der Stadt Otterndorf in Niedersachsen im Vordergrund stehen. In den vergangenen Jahren ging er unter anderem an Richard von Weizsäcker, Wolfgang Schäuble und Jürgen Flimm. Anfang Juni soll der Preis jetzt auch an den Publizisten Henryk M. Broder verliehen werden – aber der Streit darüber spitzt sich zu.

Von Jörn Pietschke | NDR.de

Broder mag Menschen, die ihn nicht mögen, schreibt er in der Einladung zur Preisverleihung. Und davon gibt es in Otterndorf mehr als die Jury sich hätte träumen lassen, als sie unter Vorsitz des „Welt“-Herausgebers Stefan Aust die Entscheidung für eine Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Voß-Preises an Broder traf. Denn der Sponsor, die örtliche Kreissparkasse, ist ausgestiegen. Die Otterndorfer müssen das Geld aus dem Stadtsäckel nehmen – und dafür war ein politische Entscheidung im Stadtrat notwendig. Die SPD stellte sich quer, das Preisgeld wurde mit den Stimmen von CDU und FDP trotzdem bereit gestellt. Die Kritiker werfen dem Preisträger vor, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen und die Gesellschaft zu spalten, also eben gerade nicht für Humanismus, Freiheit und Aufklärung zu stehen, wie der Namensgeber des Preises Johann Heinrich Voß.

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