Trump, US-Botschaft und evangelikaler Fundamentalismus


Jared Kushner und Ivanka Trump waren bei der Eröffnung in Jerusalem dabei. Foto: AFP
Noch bevor er in offizieller Mission die neue Botschaft in Jerusalem einsegnete, beweihräucherte Pastor John Hagee schon einmal Donald Trump. „Sie haben die politische Unsterblichkeit erreicht“, pries der texanische TV-Prediger in einem Interview den US-Präsidenten, „denn Sie hatten den Mut, das zu tun, was sich andere Präsidenten nicht getraut haben.“

Von Karl Doemens | Berliner Zeitung

Der Gründer der Organisation „Vereinigte Christen für Israel“ hatte mächtig Druck für den Botschaftsumzug gemacht und das Weiße Haus mit einer massenhaften E-Mail-Kampagne überzogen. Insofern feierte er am Montag auch seinen eigenen Erfolg.

Bizarre Äußerungen eines Fanatikers

Hagee ist eine der wildesten religiösen Fanatiker in den USA. Der evangelikale Pfarrer und Verschwörungstheoretiker interpretiert Bibelzitate über Jerusalem als Hauptstadt des Gelobten Landes so bizarr, dass er sich 1990 in einer Predigt zu der Behauptung verstieg, Hitler habe die Juden im göttlichen Auftrag nach Palästina getrieben. Trotzdem gilt der 78-Jährige als einer der erfolgreichsten protestantischen Prediger, und mit seinem Lob für Trump steht er keineswegs alleine.

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